Citizen Kane
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Schauspieler:
Orson Welles, Joseph Cotten, Agnes Moorehead.
Regie: Orson Welles

Auszeichnungen: Orson Welles erhielt 1941 einen Oscar für das "Beste Drehbuch".
Der Film erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Medienmoguls, dem Multimillionär Charles Foster Kane. Orson Welles benutzte als Vorlage den Zeitungszar Hearst.
Generationen von Cinéasten rätselten schon über den tieferen Sinn des in dem Film über eine fallende Schneekugel dahingehauchten Wortes "Rosebud".

Der Film schildert sowohl ein persönliches Porträt des Charakters des Zeitungszaren wie auch der Gesellschaft. ), erzählt aus der Perspektive mehrerer Augenzeugen, deren Berichte ein komplexes Persönlichkeitsbild ergeben: Als Kind wird Kane von seinen Eltern in die Obhut eines Vormundes gegeben, der den jungen Mann später in die Geschäftswelt einführt. Kane engagiert sich mit wechselndem Glück (und wechselnden politischen Überzeugungen), aber mit gleichbleibender Energie in der Zeitungsbranche, in Handel, Politik und Kunst, errichtet ein einflußreiches Wirtschaftsimperium und stirbt schließlich vereinsamt in seiner festungsähnlichen Traumvilla Xanadu. Der damals 24jährige Orson Welles, der seinen Debütfilm als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller frei gestalten konnte, entwirft ein geniales Charakter- und Gesellschaftsporträt, in dem der Mythos des Amerikanischen Traums zugleich beschworen und kritisch befragt wird. Die verschachtelte Rückblenden-Technik - nach seinem Tod forscht ein Reporter in Kanes Vergangenheit - zersplittert den Charakter in eine Vielzahl widersprüchlicher Facetten; die Figur des "Bürgers Kane" entsteht erst im Schnittpunkt ihrer öffentlichen und privaten Existenz, im Zusammenspiel aus Erinnerung, Kommentar und fiktivem Dokument. Welles nutzt virtuos die filmtechnischen Möglichkeiten seiner Zeit; die elliptischen Montagen, die ausdrucksstarken Bildkompositionen, die raschen Perspektivwechsel wirkten bahnbrechend und setzten neue Maßstäbe; ein kommerzieller Erfolg blieb jedoch aus.