Emmy Ball-Hennings
Ball-Hennings






Emmy Ball-Hennings in Flensburg
Ausführungen von
Thomas Friedrich, Lutz Jahre,
Dieter Pust und Ulrich Schulte-Wülwer
Fotos: B. List


Kindergarten Schulgasse
Kindergarten in der Schulgasse
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Schulweg durch die Apenrader Straße
Schulweg durch die Apenrader Straße
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Apenrader Straße
Apenrader Straße
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Kindergarten und Schule

Emmy besuchte den Kindergarten in der Schulgasse, der damals als Neubau soeben fertiggestellt war.
Die Vorsteherin war die 1846 geborene Anna Christine Catherine Petersen, [15] Tochter eines Tuchmachers aus der Neustadt. Auch sie war dänisch gesonnen, hatte drei Kinder zur Welt gebracht und ihren Mann ebenfalls auf See verloren. Emmy hat dieser Frau ("Tante Petersen") durch ihre Beschreibung in "Blume und Flamme" ein literarisches Denkmal gesetzt.

Emmys erste Schule, die frühere St. Marien Mädchenschule II in der Duburger Straße, besteht noch heute. Ihr Schulweg führte von der Steinstraße über die lange Apenrader Straße, vorbei an der Villa des Werftdirektors Bredsdorff, wo sie häufiger am Zaun Station machte, um sich die Gartenlaube als ihr Schloß vorzustellen.

Über ihre ersten Schultage im April 1891 berichtet sie: "In den ersten Schultagen waren es lediglich die musikalischen Genüsse, die mich in das hohe dunkle Haus zogen. Was mir widrig war, die Rechnerei, nahm ich gleichsam mit in Kauf." [16]

Aus der Schulzeit erhalten geblieben ist u.a. das Schülerverzeichnis nach Abschluß des zweiten Schuljahres. Dort wurde die Noten der Mädchen festgehalten: Emma Maria Cordsen erhielt ein "gut" in Religion, in Deutsch ein "z(iemlich) gut" und in Rechnen nur ein "gen(ügend)". [17] Aufgrund des Verzeichnisses lassen sich auch die erwähnten Mitschülerinnen benennen. [18]
Mädchenschule
Marien-Mädchenschule III – Paulus-Paulsen-Schule
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1893 wechselte Emmy an die neuerbaute St. Marien Mädchenschule III in der Schulgasse neben ihrem alten Kindergarten.
Hier war ihr Klassenlehrer Hinrich Thiesen ("Thießen"). Bei Thiesen und seiner Ehefrau verdiente sich Emmy auch ihr erstes Geld, indem sie Besorgungen und kleinere Haushaltsarbeiten erledigte.
Mit der Konfirmation im März 1899 war die siebenjährige Schulzeit von Emma Cordsen beendet und sie begab sich nun auf die Suche nach einer Anstellung.
Harrisleer Straße
Harrisleer Straße 3
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Duburger Straße
Duburger Straße 76 
Zunächst war sie im Jahre 1900 im "Hotel Norden" in der Harrisleer Straße 3. beschäftigt, ausführlich beschreibt Emmy die Arbeitsbedingungen. Sowohl die von ihr genannten Wirtsleute als auch der Hausknecht sind nachweisbar. [19]

Als weitere Arbeitsstelle folgt im Jahre 1901 das Knabenpensionat, das der Lehrer Wilhelm Christian Linning ("Brünning") und seiner Ehefrau Petrine geb. Tüchsen in einer Etage ihrer weitläufigen Wohnung in der Duburger Straße Nr. 76 unterhielten.

Die Schüler des Pensionats waren zwischen 10 und 20 Jahre alt. Der von ihr beschriebene "Herr Rasmussen" ist offensichtlich mit dem 20jährigen Oberrealschüler Walter Maasen identisch, der Ostern 1901 das Abitur ablegte.
Im Städtischen Melderegister wird sie als Magd aufgeführt. Emmy schreibt, daß sie neben vielen anderen Aufgaben die Töchter des Hauses, die vierjährige Karla und die dreijährige Frieda zu betreuen hatte.
Da sie im Haushalt oft die niedrigsten Arbeiten zu verrichten hatte, beneidete sie die Mädchen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Mädchenpensionat der Diakonissenanstalt untergebracht waren. [21]
Baur Landstraße
Bauer Landstraße 21
Die dritte Arbeitsstelle war die Kaffee-Surrogat Fabrik des Kaufmanns Carl Thamssen ("Ehepaar Jensen") in der Baur Landstraße Nr. 21. [22]
Ende des Jahres 1902 verschaffte die Mutter der Tochter eine Stelle in einem Fotoatelier ("Atelier Leise").




Ball-Hennings