Baby,
You can Drive my Car
In den Jahren 1964 - 1966 fuhr Alf Bicknell die Beatles als deren Chauffeur.
Alf Bicknell darf getrost als ein "Insider" bezeichnet werden. Er war den
Beatles sehr nahe. Erfreulich, dass er allen an ihn herangetragenen Angeboten
widerstand, Intimes aus seiner Zeit als Chauffeur an Sensationszeitungen zu
verkaufen. Seine Freundschaft zu den Beatles war ihm wichtiger als das schnelle
Geld.
Es wird berichtet, dass es John Lennon war, der ihm eines Tages die Chauffeursmütze
vom Kopf nahm und mit den Worten aus dem Fenster war: "You don't
need that any more Alf, you're one of us now."
Anfänglich chauffierte er die Beatles in einem Austin Princess, der verdunkelte
Fenster hatte. Später lenkte er den Rolls
Royce
Phantom
V von John Lennon, mit dem die Band fuhr.
Geboren wurde Alf Bicknell am 28. Oktober 1928. Er hatte
bereits viele Jahre als "First-Class" Chauffeur für eine Reihe berühmter Namen
gearbeitet, ehe er im Herbst 1964 Chauffeur der Beatles wurde. Gleich war er
in vielen Zeitungen zu sehen. Denn er begleitete Ringo Starr aus dem Krankenhaus,
wo man dem Schlagzeuger der Beatles die Mandeln entfernt hatte.
Mehr als nur Chauffeur
Alf Bicknell war mehr als Chauffeur. Er war zusammen mit
Mal Evans
und Neil Aspinall Mitglied der Tour-Mannschaft der Beatles. Und so erlebte
er auch die beiden Welttourneen in den Jahren 1965 und 1966.
Alf Bricknell begleitete die Beatles auch am 27. August
1965. An jenem Freitag trafen sich die Beatles mit Elvis Presley.
Zurück in England war der Chauffeur bei den Aufnahmen für die LP "Revolver" dabei und traf in Begleitung der Beatles Pop-Größen wie Bob Dylan, die
Rolling Stones und viele andere Musiker.
Auch bei den Studioarbeiten für "Yellow
Submarine" war
Alf Bicknell dabei. Er steuerte einige Toneffekte bei (mit einer Kette in einer
Blechwanne) und sang im Chor mit.
Alf Bicknell war auch bei der letzten Tournee der Beatles und bei ihrem letzten
Konzertauftritt, am 29. August 1966 im Candlestick
Park in San Francisco
dabei. Weil die Beatles nicht mehr touren und auftreten wollen, trennten sich
auch die Wege der Band und ihres Chauffers. Alf Bicknell chauffierte fortan
weniger prominente Arbeitgeber.
Von den Beatles blieben ihm, neben einigen wertvollen Abschiedsgeschenken,
jede Menge Erinnerungen.
Das Buch
Zusammen mit dem Autor Garry Marsh aus Newcastler schrieb Alf Bicknell das
Buch "Baby, You can Drive My Car".
Das Buch schildert die Erlebnisse des Chauffeurs in den Jahren 1964 bis 1966
mit den Beatles.
Im Jahre 1989 erschien "Baby, You can Drive My Car!". Verkauft wurden 1.000
Exemplare. 18 Monate später erschien eine zweite, limitierte Auflage von 50
Exemplaren, die ebenfalls verkauft wurden.
Der Ärger geht los
1995 veröffentlichte der ehemalige Beatles-Chauffeur Alf
Bicknell in den USA, wo er verschiedene Vorträge bei Beatles-Fan-Clubs gab,
seine Erfahrungen als neues Buch unter dem Titel "Alf
Bicknell's Personal
Beatles Diary".
Der englische Verleger Garry Marsh
legte darauf hin 1996 Klage wegen Copyright-Verletzung ein. Garry Marsh machte
einen Verlust von £ 6.500 geltend. Der Verleger Marsh arbeitete als Lehrer
an der Coppice Special School in Newcastle. Er wollte vor Gericht erreichen,
dass er in der
US-Ausgabe als Co-Autor genannt wird und seinen Anteil an den Einnahmen der
US-Ausgabe erhält.Nicht zuletzt deshalb, weil die US-Ausgabe letztlich nur
eine Kopie der bereits in England von ihm verlegten Buchausgabe mit den Erfahrungen
des Beatles-Chauffeurs sei.
Vor Gericht kam es zu einer Einigung. Garry Marsh wurde
an den US-Einnahmen beteiligt.
1997 sah sich der Ex-Chauffeur Alf Bicknell erneut einer gerichtlichen Auseinandersetzung
gegenüber. Der englische Verleger
Garry Marsh verlangte insgesamt $ 47.000 von Alf Bicknell aus den Verkäufen
des Buches in den USA. Garry Marsh machte $ 42.500 aus den Verkäufen des Buches
und $ 4.500
an Lizenzen geltend. Vor Gericht erschienen weder der Ex-Chauffeur noch dessen
Rechtsanwalt.
In den USA ist Alf Bicknells Buch wohl auch noch unter demTitel "Ticket To
Ride" erschienen.
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