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Nena kam

Nena kam am 20. November 2005 nach Flensburg in die Campushalle. Ich hätte hingehen können. Ich hätte mir über den Presseausweis sogar kostenlosen Eintritt holen können. Aber ne, ich geh doch nicht zu Nena. Ich hatte mein US-Visa in der Tasche. Nachher trifft mich ein magischer Blick von ihr. Und dann kann ich zusehen, wie ich dann quer um diesen Planeten laufe und in Nena verschossen bin und wer weiß, wo mein Herz dann hängen bleibt.

In Nena sind alle verliebt. Ingolf Lück schon damals in Formel1. Uwe Fahrenkrog-Petersen natürlich auch mal. Peter Illmann. Millionen Männer. Und ich auch. So richtig verliebt natürlich nicht. Aber mächtig verschossen. Und das schöne Gefühl nimmt dann manchmal das Herz und schickt es ganz weit in einen lachenden Himmel.

Nun gut. Damals war man jung. Aber dann sah ich Jahre später Nena mal als Co-Moderatorin bei so einer deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix d’Eurovision. Und was sie an dem Abend im Tee hatte, hätte ich auch gerne mal wieder gefühlt. Und dann singt die auch noch diesen Knaller-Song „Was hast du in meinem Traum gemacht?“ Ne, ne, ich verlieb mich doch nicht wieder in Nena.

Also bin ich nicht zum Nena-Konzern. Bin schön weit weg von ihr geblieben. Bin nicht Gefahr gelaufen, dass ich Hals über Kopf mich in sie verschieße. Hab über mich selber geschmunzelt und alle Sachen weggeworfen, damit ich endlich in die USA fliegen konnte.

Über Madonna sagen sie immer, was für eine tolle Frau und fantastische Künstlerin sie sei und dass sie sich ständig neu definieren würde. Und Nena? Welche Wandlungen hat sie nicht in den letzten Jahrzehnten gemacht?! Und dabei immer sie selber geblieben. Nena würde man ohnehin unter 100.000 Menschen sofort heraushören. Deshalb ist sie ja auch so ein outstanding star. Sie hat diese Präsenz, die es braucht, um nicht nur ganz nach oben zu kommen, sondern dort auch zu bleiben. Ich mein, ein derart gelungenes Album wie „Nena featuring Nena“ rauszubringen… das muß ihr erst mal eine Madonna oder wer auch immer nachmachen.

In meinem Leben bin ich oft umgezogen. Und ich hab immer alles weggeworfen, um Platz für Neues zu haben. Ich hab kaum Bilder, keine Briefe, keine Zettelchen, die man sich in verspielter Liebe schrieb und zusteckte. Und so bin ich auch in die USA mit so gut wie nichts.

Nicht ganz, ich steh hier morgens immer am See vor meinem Haus. Und aus dem MP3-Player laß ich ab und an Nena mir was vorsingen. Wo bist du? Was machst du mit mir? Und jetzt fang’ ich erst an. Das ist erst der Anfang, denn jetzt fang’ ich erst an.          


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