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Flensburg: Strandranger in Flensburg am Ostseebad und in Solitüde

Ranger in Flensburg? Ja klar, Denglisch wird überall gesprochen. Und warum soll denn bitteschön die Stadt Flensburg zurückstehen, wenn die IHK JobSearching betreibt (statt einfach nur Ausbildungsplätze zu vermitteln) oder sich die Phänomenta Flensburg vom “naturwissenschaftlichen Lernzentrum” zum denglischen Science Center verwandelt hat. Let’s schbiek Denglisch. Hermann Hesse, Bertolt Brecht oder Kurt Tucholsky sind schon lange tot… wahrscheinlich, weil sie kein Denglisch sprachen. Wer weiß.

Nun gut, es gibt so ein paar Spinner, die über die deutsche Sprache sagen: “Sie ist eine wunderbare Sprache, sie fördert das Denken und ermöglicht eine vielfältige Ausdrucksweise”. Und diese Sprachbegeisterten (mich würde es nicht wundern, wenn die Zuhause auch noch Goethe und Schiller im Regal rumstehen haben statt rund um die Uhr RTL zu gucken) gründeten den Verein Deutsche Sprache. Aber wen interessiert das denn bitteschön im Flensburger Rathaus? Und so nehmen die Texas Ranger ihren Dienst in der Fördestadt auf.

Ab dem 1. Mai 2008 sind sie im Ostseebad und in Solitüde im Einsatz, um täglich von 10 – 21 Uhr als Strandaufsicht (hm, wäre das nicht ein schönes Wort gewesen? “Strandaufsicht”. Ok, zugegeben, es ist deutsch) auf die Einhaltung der Regeln zu achten.

Wenn sie morgens an den Strand kommen, entfernen sie auch gefährlichen Abfall, wie beispielsweise Glasscherben, um allen Badegästen ungetrübte Badefreuden zu ermöglichen. Ich habe, als ich mit meinen Kindern am Strand war, auch schon mal eine Einwegspritze gefunden. “Guckt”, habe ich zu meinen Kindern pädagogisch gesagt, “So kann man sich AIDS einfangen.”

Als Ansprechpartner für die Belange der Badegäste kann die Strandaufsicht Ranger auch Erste-Hilfe Maßnahmen durchführen.

Polizeiliche Befugnisse stehen den Rangern nicht zu, sie können jedoch jederzeit auf die Hilfe der Polizei zurückgreifen. Die natürlich auch ein bedrängter Bürger schnell mit seinem Handy informieren kann, vorausgesetzt böse Burschen haben ihm nicht vorher die Birne eingeschlagen und sein Handy geklaut.

Unvergessen: Im Juli 2006 gab es damals wenige Tage vor den Schüssen auf eine Rentnerin in Mürwik einen Ruf von Badegästen an die Polizei: Jugendliche hatten am Solitüder Strand geschossen und Feuerwerkskörper gezündet. Aber selbst die vor Ort befindlichen Strandranger konnten dieser Personen nicht habhaft werden. Es liegt mir auf der Zunge zu fragen: Sprachen die jugendlichen Täter kein Denglisch und verstanden die Ranger nicht, als die immer nur “Freeze! Freeze!” riefen…?

Ansonsten wird es wohl ein schöner Sommer. Vielleicht nennen wir im Herbst dann das ach so deutsch-langweilige “Rathaus in Flensburg” nur noch City-Hall. Oder Politics-Center. Halt irgendwie Denglisch.


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