Am Wochenende 14. – 15. Juni 2008 fand das 24. Ahrensburger Stadtfest statt.
Für die Polizeidirektion Ratzeburg war es ein verhältnismäßig ruhig verlaufenes Fest. Insgesamt mussten die Beamten dort 56 Einsätze (u.a. Diebstähle, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Randalierer, Hilflose Personen) wahrnehmen. Daraus resultierten vier Gewahrsamnahmen und 26 Strafanzeigen. Vier Anzeigen davon lagen im Bereich der Gewaltdelikte.
Jugendschutzkontrollen auf dem Stadtfest
Parallel dazu führte die Polizei zusammen mit Mitarbeitern des Jugendamtes Ahrensburg von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag in der Zeit zwischen 21.00 Uhr bis 02.00 Uhr (das Fest Ende war auf 00.00 Uhr festgesetzt) Jugendschutzkontrollen durch.
Bierflasche flog durch die Luft
Ein 29jähriger Ahrensburger musste im Sanitätszelt in der Großen Straße seine Platz- Schnittwunde über dem Auge behandeln lassen, weil er per Zufall gegen 22.15 Uhr eine “fliegende” Bierflasche abbekam. Die Flasche war an seinem Kopf auch noch zerbrochen. Hintergrund war, dass sich zwei junge Männer zunächst gestritten hatten. Im Verlauf dieses Streits warf ein 21jähriger Hamburger eine Bierflasche nach seinem Kontrahenten. Dieser reagierte schnell und bückte sich gerade noch rechtzeitig, so dass die Flasche an ihm vorbei flog und den 29jährigen Ahrensburger am Kopf traf. Zunächst tauchten die beiden Streithähne in der Menge unter. Der 21jährige Hamburger konnte jedoch
gegen 22.40 Uhr aufgrund seiner Beschreibung von der Polizei an der Kreuzung Hamburger Straße / An der Reitbahn angetroffen werden. Der junge Mann war offensichtlich stark alkoholisiert. Den freiwilligen
Atemalkoholtest lehnte er ab. Die Beamten ordneten die Entnahme einer Blutprobe an. Er beleidigte die Polizisten mehrfach und verhielt sich äußerst aggressiv und provozierend. Der 21jährige musste einige Zeit zur Verhinderung weiterer Straftaten und zur Ausnüchterung in der Gewahrsamszelle verbringen. Er wird sich nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung verantworten müssen. Sein Kontrahent blieb verschwunden.
Frauen stritten aus Eifersucht
Auch zwei junge Frauen bekamen sich in der Nacht zu Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes mächtig in die Haare. Die beiden 18 und 20 Jahre alten Frauen stritten sich offenbar aus Eifersucht um einen
Mann. Die 20jährige Hamburgerin, aktuelle Freundin eines 20jährigen Ahrensburgers, war offenbar in Rage geraten, als sie sah, dass die 18jährige Bargteheiderin sich mit ihm unterhielt. Die 20jährige war
dazwischen gegangen und hatte die 18jährige angegriffen und geschlagen. Der 20jährige Ahrensburger hatte Mühe die Auseinandersetzung der beiden Frauen zu beenden. Wie er sich die Platzwunde an der Stirn zu gezogen hatte, wusste er nicht mehr. Er musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus zur ambulanten Behandlung gebracht werden. Als kurz darauf die Polizei eintraf, weil ein Anrufer eine Schlägerei gemeldet hatte, kam ihnen die 20jährige mit einer großen Schwellung am Auge entgegen.
Plötzlich, als die 20jährige die 18jährige von weitem sah, rannte sie auf diese zu, griff ihr in die langen Haare und riss und zerrte heftig daran. Beide fingen an zu schreien, denn jetzt griff auch die 18jährige in die Haare der anderen. Die Beamten hatte einige Mühe, die Frauen zu trennen. Die 20jährige tobte und schrie. Angeblich war ihr von der Rivalin in den Bauch getreten worden. Um diese Aussage zu unterstützen, sackte sie zusammen. Die 20jährige wurde vorsorglich mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.
Die dazu parallel laufenden Jugendschutzkontrollen, die immer aus Teams von mehreren Mitarbeitern des Jugendamtes/ Jugendschutz und Polizei durchgeführt wurden, waren bedauerlicherweise notwendig. In beiden Nächten musste das Verhalten von 30 Jugendlichen und Kindern vornehmlich im Umgang mit Alkohol gerügt werden. Diese Jugendlichen und Kinder waren im Alter zwischen 12 und 17
Jahren. Ihr Alkoholpegel pendelte sich von 0,93 Promille bis 1,71 Promille ein! Das “Samstagsteam” traf gleich zu Beginn eine Gruppe von 12 bis 13jährigen an, die rauchten und eine Flasche Wodka dabei
hatten. Mit ihrem Einverständnis wurde der Alkohol an Ort und Stelle vernichtet. Den Wodka hatte den Kindern ein 18jähriger besorgt, den sie einfach auf der Straße angesprochen hatten. Alle Kinder und
Jugendliche konnten an die Eltern übergeben werden, da sich diese selbst auf dem Stadtfest aufhielten.
Nach Abschluss der Aktion und Aufarbeitung der Sachverhalte, werden seitens des Jugendamtes noch einige Gespräche mit den betroffenen Erziehungsberechtigten geführt. So wird es auch einer 15jährigen Ahrensburgerin ergehen, die um 00.15 Uhr mit 1,37 Promille von ihrem Vater auf der Polizeiwache abgeholt werden musste. Allerdings stand der Vater ebenfalls unter Alkoholeinfluss und trug noch sichtbar zwei Flaschen Alkohol in der Jacke herum. Die Beamten staunten sehr, als der Vater seine Tochter scharf rügte und sie fragte, woher sie denn den Alkohol hätte?!




