Und dann fiel ihr ihr Autoschlüssel runter.
Wir bückten uns gleichzeitig.
Und stießen leicht mit unseren Köpfen zusammen.
Und mein Blick konnte nicht von ihren ordentlich scheu
zur Seite gedrehten Beinen in ihrem engen Rock,
der auf ihren schönen Schenkeln hochgerutscht war, schauen.
Und wir lächelten,
jeder für uns,
ein wenig schüchtern und verlegen.
So wie es sich gehört,
wenn die Liebe zu einem gekommen ist und bleiben will.
Als wir die Wochen später ausgiebig von unseren Küssen getrunken hatten.
Und unsere Streichler sich an alle Orte unserer Körper getraut hatten.
Und wir wußten, wo wir uns in den Höhen unserer Lust treffen konnten.
Da fragte ich C., ob sie ihren Autoschlüssel absichtlicht habe runterfallen lassen.
Sie lachte. “Da hat mich ein Engel angestoßen, damit das mit uns endlich in die Gänge kam”.
Und nach einer Pause. “Meinst du, daß das stimmt?”
“Was ist?”, fragte ich, “Sag doch.”
Und sie lachte wieder. “Ich werd’s dir später erzählen. Versprochen.”
Aber dann gab es kein Später. Es gab nur irgendsoeinen Straßenkilometer auf Höhe der Autobahnabfahrt Wetzlar Stadtmitte. Und ihren diplomatenblau-farbenen Jaguar XJS, der mit uns durch die Luft in die dunkle Nacht flog.
“Auf ewig?”, hatte C. gefragt.
“Ja, auf ewig & immer”, hatte ich gesagt.
Aber dann endete unsere Ewigkeit,
als wir lachten und uns anfaßten und dachten,
wir könnten alles und alles könnte uns nichts.
Das Leben ist schon verrückt.
Du kannst mich hier nicht alleine zurücklassen, hatte ich zu ihr gesagt.
Aber sie war da schon auf dem Weg. Und mich wickelten sie in kalte Aluminiumdecken ein.
“Du gehst doch jetzt nicht”, hatte ich gefleht.
Aber sie hatte nicht geantwortet. Mir nochmal die Haare aus der Stirn gestrichen
und dann ganz traurig geguckt, so wie sie nie geguckt hatte.
Und mich spritzten sie in die Schmerzlosigkeit.
Aber es kam eine Welle an Schmerz, den kein Dolviran aufhalten kann.
