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Ausstellung in Neuwied: Puppenstuben

Sie faszinieren seit Jahrhunderten Generationen von Kindern und sind ein Spiegel des jeweils herrschenden Zeitgeistes. Fast jeder hat schon einmal mit einer Puppenstube oder einem Kaufladen gespielt. Viele von ihnen verschwanden während des Krieges, andere landeten auf dem Müllplatz, einige aber auch in privaten Sammlungen und Museen. Von dort holt sie die Galerie Mennonitenkirche der Stadt Neuwied jetzt hervor.

Annähernd 100 Puppenstuben und Kaufläden werden vom 22. November 2008 bis 18. Januar 2009 in der städtischen Galerie Mennonitenkirche präsentiert.

Einige dieser Exponate sind selbst gebaut, andere stammen von bekannten Herstellern wie den Firmen Moritz Gottschalk, Paul Leonhardt, Christian Hacker, Bodo Hennig, Modella und Playmobil.

In Glasvitrinen präsentiert die Ausstellung Puppenstuben und Kaufläden vom Biedermeier bis heute. In Mobiliar und Ausstattung dieser „kleinen Welten“ entdeckt der Betrachter immer wieder Typisches der jeweiligen Epoche.

Puppenhaus Biedermeier (Foto: Stadt Neuwied)

Da ist das Puppenhaus aus der Biedermeierzeit, erbaut um 1820, mit einer verspielten Einrichtung. Die „aktuelle“ Mode präsentiert ein Modeladen um etwa 1850.

Womit die Kinder an der Schwelle zum 20. Jahrhundert spielten, ist in einem Spielzeugladen von 1900 zu erkennen. Eine Küche aus den 30ern, Kaufläden aus den 50ern, ein Kiosk aus den 60ern und ein Puppenbungalow von 1974: Wie die Menschen lebten, wie sie sich kleideten, was zur jeweiligen Zeit in Mode war, das können die Ausstellungsbesucher beim Blick in die „kleinen Welten“ selbst entdecken.

Jugendstil Kaufladen (Foto: Stadt Neuwied)

Auch die technische Entwicklung wird anschaulich dokumentiert: Stehen im Biedermeierhaus noch Kerzen in der Wohnung, so gibt’s im Puppenhaus von 1900 schon elektrischen Strom. Und in den 50er-Jahren löst der Fernseher den Volksempfänger ab.

Besonders deutlich wird der Fortschritt der Technik in den Kücheneinrichtungen: In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt der Siegeszug der Einbauküche.

Puppenstuben gibt’s bei dieser Ausstellung nicht nur zum Ansehen, sondern auch zum Anfassen: Im Dachstudio der Galerie haben Kinder, natürlich auch die erwachsenen Besucher, während der gesamten Ausstellungsdauer die Möglichkeit, mit verschiedenen Puppenstuben zu spielen.

70er-Jahre, zerlegbares Puppenhaus (Foto: www.puppenhausmuseum.de)

Die Ausstellung „Als die Welt noch klein war – Puppenstuben und Kaufläden vom Biedermeier bis heute“ ist vom 22. November 2008 bis zum 18. Januar 2009 in der städtischen Galerie Mennonitenkirche (Schlossstraße 2, 56564 Neuwied) zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag von 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Donnerstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag/Feiertag 11 bis 17 Uhr.

Infos und Gruppenanmeldungen unter der Rufnummer (02631) 206 87, Email, www.neuwied.de

Internet: www.puppenhausmuseum.de


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