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Randale, Schlägereien und Angriffe auf Polizisten zu Karneval im Kreis Viersen

Zu 31 Schlägereien, acht Randalierern, mehreren Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und hilflosen alkoholisierten Personen mussten Polizeibeamte im Kreis Viersen zwischen Freitag- und Sonntagabend, dem 22. Februar 2009, ausrücken. In mehreren Fällen wurden auch Polizeibeamte durch gewalttätige Betrunkene attackiert und verletzt.

Auf der Große Bruchstraße in Viersen kam es am Sonntag gegen 16:50 Uhr zu einer Auseinandersetzung, bei der ein 55-jähriger Mann aus Viersen durch Schüsse aus einer Gaspistole und einen Schlag mit einer Rohrzange schwer verletzt wurde.

Während eines verbalen Streites kam ein 19-jähriger Mönchengladbacher hinzu, um seine in den Streit involvierte Mutter zu unterstützen. Er schubste den Kontrahenten seiner Mutter beiseite, zückte eine Pistole und schoss aus nächster Nähe dreimal in das Gesicht des Vierseners. In der Pistole steckten zwei Platz- eine Gaspatrone.

Ein anderer unbekannter Mann schlug dem Viersener noch eine Rohrzange auf den Kopf. Der Schläger konnte unerkannt flüchten, der Schütze bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Wenige Meter von diesem Tatort entfernt randalierte zur selben Zeit ein 29-jähriger Mönchengladbacher.

Einem der hinzukommenden Polizisten schlug der aufgebrachte Mann sofort mit der Faust ins Gesicht. Kollegen des verletzten Polizeibeamten konnten den Schläger zunächst überwältigen.

Plötzlich griff dann ein ebenfalls 29-jähriger Mönchengladbacher ein, um seinen Bekannten aus dem Griff der Polizisten zu befreien. Er attackierte die Beamten, konnte aber auch überwältigt werden. Einer der Polizisten musste seine Verletzungen im Krankenhaus behandeln lassen, die beiden Gladbacher Straftäter erlitten ebenfalls Verletzungen. Sie wurden zur Wache gebracht, wo ihnen eine Blutprobe entnommen wurde. Beide Beschuldigten standen unter Alkohol- und vermutlich auch Drogeneinfluss.

Gegen 21:40 Uhr wurden Beamte der Wache Viersen zu einem Fall von Häuslicher Gewalt in Viersen gerufen. (Straße wird aus Opferschutzgründen nicht veröffentlicht) Vor Ort angekommen hatten die Beamten zunächst keine Gelegenheit, das Haus zu betreten.

Als die von ihrem Mann drangsalierte Ehefrau ein Fenster öffnen konnte und einer der Beamten durch dieses Fenster ins Haus einsteigen wollte, kam der 52-jährige Ehemann hinzu und schlug das Fenster zu. Dadurch stürzte der Polizist zu Boden. Einen weiteren Versuch eines anderen Beamten, durch das Fenster einzusteigen, konnte der Beschuldigte ebenfalls noch verhindern. Der Beamte erlitt durch das Zudrücken des Fensters ebenfalls leichte Verletzungen.

Nachdem es den Polizisten gelang, durch eine Terrassentür in das Haus zu kommen, konnten sie den renitenten Mann in Gewahrsam nehmen und zur Wache bringen. Dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Neben einem 10-tägigen Rückkehrverbot in sein Haus erwartet den Beschuldigten ein Strafanzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Großen Andrang gab es am Samstag, dem 21. Februar 2009, auf dem Bischof-Dingelstadt-Platz in Brüggen-Bracht, an dem sich erfahrungsgemäß die Karnevalisten während und nach dem Karnevalszug zum Feiern treffen. Entsprechend waren Polizei und zeitweise Mitarbeiter der Gemeinde eingerichtet und achteten insbesondere darauf, dass es nicht zu Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche kam.

Bereits am Rande des Platzes konfiszierten die Beamten ca. 50 Flaschen mit Hochprozentigem, im Laufe der Veranstaltung weitere etwa 200 Flaschen. Der Inhalt der Flaschen wurde an Ort und Stelle vernichtet. Im Vergleich zu vorhergegangenen Jahren stellten die Polizisten eine deutliche Entspannung fest: Weniger alkoholisierte Jugendliche, weniger Gewalttätigkeiten.

Lediglich auf dem Weizer Platz kam es zu zwei Schlägereien, die durch hinzueilende Polizisten schnell beendet werden konnten.

In Tönisvorst-Vorst mussten am Samstag fünf Personen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden, weil sie so viel Alkohol getrunken hatten, dass sie nicht mehr Herr ihrer Sinne waren. Die fünf jungen Männer im Alter von 18-19 Jahren konnten nach Ausnüchterung wieder entlassen werden. Anlässlich des Tulpensonntagszugs in Tönisvorst-St. Tönis kam es auf dem Wilhelmplatz, der Hochstraße, dem Rathausplatz und der Krefelder Straße zu Schlägereien, die von der Polizei geschlichtet werden mussten.

Auf der Mühlenstraße kam es gegen 16:00 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 22-jährigen Krefelder und einer Frau, in dessen Verlauf der alkoholisierte Mann den Pkw der Frau demolierte. Der anschließenden Überprüfung durch Kempener Polizisten widersetzte er sich und wurde zur Entnahme einer Blutprobe zur Wache gebracht.

An der Corneliusstraße kamen sich zwei Gruppen alkoholisierter Personen ins Gehege und schlugen aufeinander ein. Bei dieser Auseinandersetzung wurde auch ein Pkw beschädigte. Einer der Rädelsführer, ein 22-jähriger Kempener, hatte mit einem Messer gedroht. Die Waffe wurde sichergestellt, der Verdächtige in Gewahrsam genommen.

In Nettetal fielen zwei junge Männer auf, die am frühen Montagmorgen gegen 00:30 Uhr auf der Spitalstraße mehrere Gullydeckel herausgehoben und Baustellenlampen gestohlen hatten. Die beiden 22 und 23 Jahre alten stark alkoholisierten Nettetaler erwartet eine Anzeige wegen Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Bei einer Karnevalsveranstaltung in Niederkrüchten fiel am Sonntagabend ein 22-jähriger Amerner negativ auf. Er randalierte und versuchte immer wieder, an den Sicherheitskräften vorbei in den Festsaal am Oberkrüchtener Weg zu gelangen. Als er zum wiederholen Male die Sperre durchbrochen hatte, nahmen ihn die privaten Sicherheitskräfte vorläufig fest und legten ihm bis zum Eintreffen der Polizei Handfesseln an. Dabei brach der Handfesselschlüssel ab. Um den renitenten Mann zu befreien, brachten die Polizisten ihn zur Feuerwehr, wo die Metallfesseln kurzerhand durchgesägt wurden.

Bei der Vorabi-Fete in der Kempener Köhlerhalle blieb es aus polizeilicher Sicht ruhig. Lediglich ein 17-Jähriger musste nach einem Körperverletzungsdelikt und Beleidigung von Polizeibeamten gegen 03:20 Uhr aus dem Verkehr gezogen. Nach abgeschlossener Ausnüchterung konnte er den Gewahrsam wieder verlassen.


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