Im Rahmen von Baumaßnahmen im Bereich des früheren, jetzt stillgelegten Rangiergeländes des Hauptbahnhofes Aschaffenburg wurde am späten Donnerstagnachmittag (28. Mai 2009) eine 130 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg freigelegt.
Für die Entschärfung der Bombe am Freitagabend mussten mehrere Straßenzüge evakuiert werden. Etwa 2.000 Menschen waren davon betroffen. Sie alle konnten kurz nach 20.00 Uhr wieder in ihre Häuser zurückkehren. Insgesamt waren auf Seiten der Polizei, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr etwa 200 Mann im Einsatz.
Die Bombe war auf freiem Gelände zwischen der Lange Straße und dem Bahnhof entdeckt worden. Da von dem Blindgänger, der in lediglich 20 cm Tiefe lag, keine konkrete Gefahr ausging, wurde der Fundort abgesperrt und wird von der Polizei gesichert. Die Einsatzkräfte kamen überein, dass die Fliegerbombe am Freitagabend um 20.00 Uhr von einem Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Nürnberg vor Ort entschärft wird.
Aus Sicherheitsgründen hatte die Polizei am Freitagnachmittag gegen 17.00 Uhr damit begonnen, den Bereich um den Auffindeort der Bombe zu evakuieren. Die Beamten forderten die betroffene Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen auf, ihre Häuser zu verlassen. Die Polizisten waren aber auch von Haus zu Haus unterwegs, um sicher zu gehen, dass sich wirklich niemand mehr in den Gebäuden aufhält. In den Sicherheitsbereich fiel auch der Aschaffenburger Hauptbahnhof, der von Kräften der Bundespolizei bis 19.30 Uhr geräumt wurde.
Die Beamten machten die erfreuliche Feststellung, dass die Menschen den notwendigen Maßnahmen sehr viel Verständnis entgegen brachten und sich sehr kooperativ und zugänglich zeigten. Viele hatten bereits während des Tages über die Medien davon erfahren, dass sie ihre Häuser verlassen müssen. Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes halfen mit, ältere, gehbehinderte Menschen aus ihren Wohnungen zu bringen
Sehr gut angenommen wurde das Angebot der Stadt Aschaffenburg, Menschen, die keine Ausweichmöglichkeit hatten, eine Räumlichkeit zur Verfügung zu stellen. In der Dalbergschule hielten sich etwa 80 Personen jeden Alters auf, die dort vom Malteser Hilfsdienst mit kalten und warmen Getränken versorgt wurden. Auch für ärztliche Betreuung war gesorgt.
Wenige Minuten nach 20.00 Uhr gab es dann bei allen Beteiligten großes Aufatmen. Genau sieben Minuten hatte es gedauert, bis der Leiter des Sprengkommandos Feucht, Karl-Heinz Wolfram, die Bombe entschärft hatte. Die etwa 2.000 Menschen, die im Vorfeld von Evakuierungsmaßnahmen betroffen waren, konnten anschließend wieder in die Häuser zurückkehren. Die entschärfte 180-kg-Fliegerbombe nahmen die Mitarbeiter des Sprengkommandos Feucht zu ihrer Dienststelle mit. Dort wird die Fliegerbombe zerlegt.
Die Aschaffenburger Polizei, die den stundenlangen Einsatz geleitet hatte, bedankt sich bei der Bevölkerung, die unglaublich viel Verständnis für die durchzuführenden Maßnahmen gezeigt brachte. Gerade die Tatsache, dass die Menschen ausnahmslos kooperativ waren, machte es den Einsatzkräften leichter, für die erforderliche Sicherheit vor und während der Bombenentschärfung zu sorgen.
Ein besonderer Dank geht auch an den Rettungsdienst, insbesondere den Malteser Hilfsdienst, die Feuerwehr und auch an die Medien, die durch ihre Vorabberichterstattung dafür gesorgt hatten, dass viele der Betroffenen über die Evakuierungsmaßnahmen rechtzeitig unterrichtet waren.




