Das Celler Schützenfest begann am vergangenen Freitag, dem 17. Juli 2009. Gleich nach dem alljährlich stattfindenden Fackelumzug von der Celler Innenstadt zum Festplatz in der Hafenstraße kam es zum Teil zu heftigen Auseinandersetzungen von rivalisierenden Schützenfestbesuchern.
Gleich am ersten Abend mussten die Beamten des Celler Einsatz- und Streifendienstes drei Körperverletzungen, zwei gefährliche Körperverletzungen sowie zwei Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte registrieren. Am Samstag sowie der darauf folgenden Nacht ging es munter weiter. Ein doch eher beunruhigender Start ins Festwochenende.
Sehr zum Leidwesen der Celler Polizei kam es entweder direkt am Festzelt bzw. in direkter Umgebung zum Zelt zu diesen Schlägereien. Am Freitagabend begann der erste polizeiliche Einsatz gleich mit einer gefährlichen Körperverletzung.
1. Gegen 22.40 Uhr prügelte sich im Eingangsbereiches des Festzeltes ein alkoholisierter 18-jähriger Heranwachsender aus Celle mit einem 22-jährigen Celler. Um seine Stärke unter Beweis zu stellen, setzte der 18-jährige einen sogenannten Schlagring ein. Die eingesetzten Polizisten verbrachten den jungen Mann zur Wache. Dort kam es dann zum Widerstand. Der 18-jährige versuchte im Rahmen seiner Ingewahrsamnahme auf die Polizeibeamten einzutreten beziehungsweise mit geballten Fäusten einzuschlagen. Dieses Vorhaben wurde aber bereits im Keim erstickt. Eine Blutprobe wurde dem Heranwachsenden entnommen.
2. Zu einer weiteren gefährlichen Körperverletzung kam es kurz nach Mitternacht. Direkt neben dem Festzelt schlug ein amtsbekannter 19-jähriger Celler mehrfach mit der Faust ins Gesicht eines 26-jährigen Cellers und trat auf das später am Boden liegende Opfer ein. Auch dieser stark alkoholisierte Heranwachsende wurde zur Ausnüchterung sowie zur Verhinderung weiterer Straftaten ins Polizeigewahrsam eingeliefert. Hierbei leistete er Widerstand. Auch er versuchte auf die Polizisten einzuprügeln. Eine Blutprobe wurde entnommen sowie zwei Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wurden eingeleitet.
3. Bei den drei einfachen Körperverletzungen kam es “lediglich” zu Faustschlägen ins Gesicht der Kontrahenten. Täter und Opfer sind der Polizei bekannt. Entsprechende Ermittlungsverfahren sind eingeleitet worden.
4. Im Celler Innenstadtbereich randalierte gegen 22.00 Uhr ein ebenfalls der Polizei Celle hinreichend bekannter 24-jähriger Celler innerhalb einer Gaststätte in der Straße “Markt”. Nachdem der stark alkoholisierte Mann der Lokalität verwiesen wurde sollte er von einem Freund nach Hause gebracht werden. Im Bereich einer Celler Buchhandlung zeigte der Mann dann einer eingesetzten Polizeibeamtin sein entblößtes Geschlechtsteil. Da der Betrunkene auch nach mehrfacher Aufforderung sein Geschlechtsteil nicht wieder verdeckte wurde er ins Polizeigewahrsam gebracht. Dabei leistete auch er erheblichen Widerstand durch Tritte gegen die Polizeibeamten. Bei einer Überprüfung seiner Alkoholisierung wurde eine Atemalkoholkonzentration von 2,88 Promille festgestellt.
5. Aufgrund der Vorkommnisse auf dem Schützenplatz erhöhte die Celler Polizei die Anzahl der eingesetzten Beamten am Samstagabend. Dieses Verhalten zahlte sich rasch aus. Durch die erhöhte Streifentätigkeit kam es zu keinerlei Körperverletzungen auf dem Festplatz.
6. Vielmehr konnte am frühen Sonntagmorgen eine Vergewaltigung vereitelt werden. Gegen 01.00 Uhr begaben sich ein 28-jähriger Celler und eine 50-jährige Frau nach einem gemeinsamen Aufenthalt im Festzelt hinter dieses Objekt. Gegen den Willen seines Opfers begann dann der Mann damit, der Frau dessen Hose und Slip herunter zu ziehen. Die Frau schrie um Hilfe. Und hier machte sich die polizeiliche Verstärkung sofort bemerkbar. Nur wenige Meter vom Tatort entfernt hielten sich gerade Einsatzkräfte der Polizei auf und hörten die Hilferufe. Der 28-jährige wurde ergriffen und anschließend zur Polizeiwache verbracht. Im Rahmen seiner Durchsuchung fanden die Polizisten sogar noch eine geringe Menge von Marihuana beim Täter. Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung sowie des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde eingeleitet.
7. In der Hafenstraße und der angrenzenden Biermannstraße kam es am Schützenfestwochenende aber noch zu weiteren Randalen. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli wurde ein Renault Clio, der gegenüber des Schützenplatzes in der Hafenstraße abgestellt war, von bislang Unbekannten einfach umgekippt. Dabei wurde eine Seitenscheibe zerstört. Das gleiche Schicksal ereilte den Besitzer eines VW Golf. Dieses Auto war zur gleichen Zeit in der Biermannstraße geparkt worden. Ohne ersichtlichen Grund wurde auch dieser Pkw umgeworfen. Eine weitere Sachbeschädigung, ebenfalls im Bereich der Hafenstraße, wurde bei der Celler Polizei angezeigt. Dort hatten Unbekannte am Sonntagnachmittag mit einem Gegenstand durch die Seitenscheibe eines Opel Astra zerstört.




