Zur Eröffnung einer Tagung zur Zukunft der Fachärzte hat Manuela Schwesig, Ministerin für Soziales und Gesundheit, die hausärztliche Versorgung als “wesentliche Säule des Gesundheits-Systems” bezeichnet.
“Sie droht auf dem Land dadurch ins Wanken zu geraten, dass uns die Haus-ärzte ausgehen”, sagte Ministerin Schwesig in Greifswald. Die Lage verschärfe sich dadurch, dass der Bedarf an ärztlichen Leistungen steige, was der demografischen Entwicklung geschuldet sei.
“Der Anteil älterer und alter Menschen an der Bevölkerung nimmt zu, also nimmt auch der Bedarf an ärztlicher Betreuung zu”, sagte Schwesig. Dieser Trend werde dadurch verstärkt, dass in den kommenden Jahren viele niedergelassene Ärzte in den Ruhestand träten.
“In dieser Situation müssen besondere Anstrengungen unternommen werden, um die flächendeckende Versorgung sicherzustellen”, forderte Schwesig. “Die bisherige Bedarfsplanung reicht als Instrument nicht mehr aus.”
Sie rief die Kassenärztliche Vereinigung auf, die Bedarfsplanung der veränderten Situation anzupassen. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerium und das Bundesverkehrsministerium gingen mit gutem Beispiel voran, so Schwesig.
Ein Modellprojekt soll den medizinischen Versorgungsbedarf in einer ländlichen Region am Beispiel des Landkreises Mecklenburg-Strelitz feststellen. Die Ergebnisse des Projekts werden dem “Unterausschuss zur Neuordnung der Bedarfsplanung” vorgelegt, den der “Gemeinsame Bundesausschuss” eingerichtet hat.
Ministerin Manuela Schwesig zählte weitere Maßnahmen auf, die helfen sollen, die Lage bei den Hausärzten zu entspannen: “Die “Agnes”-Schwestern entlasten Ärzte, außerdem wird in Greifswald eine Professur für Allgemeinmedizin eingerichtet.”
Schwesig wies zudem darauf hin, dass die jüngste Honorarreform den Ärzten in Mecklenburg-Vorpommern ein Plus von 100 Mio. Euro eingebracht hat. In diesem Zusammenhang lehnte sie Bestrebungen ab, die Reform wieder zurückzudrehen.
Ein baden-württembergischer Ärzteverbund namens “Medi” wolle “nicht dulden, dass das Geld nach Ostdeutschland abwandert”, heißt es. “Solche Forderungen sind unseriös”, entgegnete Schwesig. “Die Behandlung von Patienten in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht weniger wert als die Behandlung von Patienten in Baden-Württemberg!”
Die Tagung “Facharzt für Allgemeinmedizin – Chancen und Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern” wurde vom Institut für Community Medicine der Universität Greifswald veranstaltet.




