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Gedenktag in Dresden für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 2010 gedenken Dresdnerinnen und Dresdner der Opfer des Nationalsozialismus.

In der Gedenkstätte Münchner Platz findet dazu ab 18 Uhr eine Veranstaltung statt. Der Zweite Bürgermeister Detlef Sittel nimmt daran teil und legt im Namen der Stadt Dresden gemeinsam mit allen anderen Beteiligten Kränze und Blumengebinde nieder.

Der Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge liest aus Abschiedsbriefen polnischer Häftlinge, die am Münchner Platz hingerichtet wurden.

Eine weitere Veranstaltung ist im Plenarsaal im Sächsischen Landtag ab 10 Uhr.

Außerdem findet vor der Gedenktafel der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt die traditionelle Namenslesung der ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma statt. Beginn ist um 12 Uhr.

Es lesen Dresdner Schülerinnen und Schüler sowie Bürgerinnen und Bürger. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde spricht zum Abschluss das Kaddisch.

Die 1.953 Namen der ermordeten oder verschollenen Dresdner Jüdinnen und Juden sind dem im Jahr 2006 erschienen „Buch der Erinnerung“ entnommen. Das Buch liegt während der Lesung in der Kreuzkirche aus. Dort können Interessierte noch mehr über das Schicksal der Dresdner Juden nachlesen.

Die Regionalgruppe der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ergänzt die Namenslesung durch eine interaktive Kunst-Installation, den Dresdner Gedenkbaum.

Im Laufe der Namenslesung sind alle Teilnehmer eingeladen, an den Gedenkbaum Zettel oder Blätter anzubringen, auf denen ein Name eines Opfers steht.

Über die Blätter können eigene Gefühle, Gedanken, Fragen, Fürbitten und Wünsche schriftlich festgehalten und den Opfern mitgeteilt werden. Aus individuellen Erinnerungsperspektiven entsteht so eine zeichenhafte Dokumentation einer kollektiven Erinnerung.

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