Am 27. Januar 2010, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, erinnerte Josef Niebur im Stadtmuseum Bocholt an den Bocholter Hermann Cohen, der am 27. April 1943 in Theresienstadt starb.
„Hermann Cohen starb an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto. Man sollte treffender sagen: Hermann Cohen wurde in Theresienstadt ermordet“, sichtlich bewegt setzte Dr. Werner Loock den Schlusssatz des Vortrags „Wir werden in den nächsten Tagen deportiert“, den er für seinen Freund Josef Niebur hielt.
Cohen, 1887 in Bocholt geboren, war an Kinderlähmung erkrankt und konnte sich nur mit Hilfe eines Rollstuhls fortbewegen. Nach dem Abitur 1907 am St.-Georg-Gymnasium hatte er in Berlin und Münster Neuphilologie studiert.
Später hatte er vielen jüdischen Freunden durch die Vermittlung der englischen Sprache zur Auswanderung aus Deutschland verholfen. Er selber konnte nicht ausreisen.
Zusammen mit den letzten Bocholter Juden wurde Hermann Cohen am 27. Juli 1942 aus Bocholt in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 27. April 1943 ermordet wurde.
Georg Ketteler, Leiter des Stadtmuseums, hatte zuvor die Monstrosität der Shoah betont und zu Zivilcourage gegen rechtes Gedankengut aufgerufen.




