„Heinrich Kruse ist ein Mensch, der sich nicht ins Rampenlicht drängt und es sind wenige, die derart viel Kraft, Zeit und auch eigene Mittel einsetzen, um für das Allgemeinwohl tätig zu sein. Aber genau diese Menschen sind es, die unser Gemeinwesen stärken und durch ihr Vorbild bleibende Werte vermitteln.“ Mit diesen Worten übergab Landrat Dr. Arnim Brux das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Schwelmer Kreishaus an den Sprockhöveler.
Seit fast 65 Jahren ist der Geehrte beim Turn- und Spielverein Hiddinghausen eine feste Größe. Bereits kurz nach der Vereingründung war Kruse als Jugendlicher 1947 5dem Verein beigetreten, später übernahm er als Leiter der Jugendabteilung, als Turnwart, als Frauenturnwart, als Geschäftsführer und als zweiter Vorsitzender mehr und mehr Verantwortung.
1967 wurde der heute 75-Jähirge zum 1. Vorsitzenden gewählt. Das Amt füllt er damit mittlerweile seit 43 Jahren aus.
„Für seinen TuS war Heinrich Kruse stets zur Stelle und die Frage, wo der Verein ohne ihn, ohne sein Engagement stehen würde, ist sicherlich mehr als berechtigt“, machte Brux in seiner Laudatio deutlich.
Mit seinen Angeboten zeige der Verein, dass das Motto „Sport für alle“ im wöchentlichen Übungsbetrieb gelebt werde. Dabei habe Kruse immer wieder die Zeichen der Zeit erkannt und angemessen agiert. „So wurde der Verein auch für Nicht-Mitglieder geöffnet, mit Nordic-Walking, Aqua Fitness oder Aikido wurden neue Sportarten ins Programm aufgenommen“, nannte der Landrat einige Beispiele.
Der Erfolg kann sich sehen lassen, aktuell hat der TuS mehr als 200 Mitglieder, gut die Hälfte sind Kinder und Jugendliche.
1970 stellte Kruse unter Beweis, dass Kirchturmdenken seine Sache nicht ist. „Als Gründungsmitglied des Stadtsportverbandes hat er den Blick über den Tellerrand des eigenen Vereins quasi institutionalisiert“, so Brux.
Bis heute koordiniere der Verband die Zusammenarbeit der 37 Sportvereine, organisiere Seminare sowie Stadtmeisterschaften und vertrete die Interessen aller Vereine gegenüber Behörden, Politik und Öffentlichkeit.
Neben der zeitintensiven Arbeit für den TuS und den Stadtsportverband setzte sich Kruse ab 1989 im Märkischen Turngau auch jenseits der Stadtgrenzen für den Sport, für mehr als 100 Vereine mit 40.000 Aktiven ein. Als Bezirksvorsitzender Ruhr und von 1997 bis 2009 als stellvertretender Gauvorsitzender stellte er wichtige Weichen für die Entwicklung des Turnens.
„Er ergriff vielfach die Initiative für Veranstaltungen, organisierte Bezirksturnfeste, Hallensportfeste und Turntage“, zählte Brux auf. Unter dem Strich habe Kruse einen großen Anteil daran, dass Sprockhövel heute vielfach als „Sporthövel“ bekannt sei.
Weggefährten schätzen Kruse, weil er das Ehrenamt lebt und sich in vielfältigster Weise in Hiddinghausen einbringt. So war er 1952 bis zum Erreichen der Altersgrenze 1994 aktives Mitglied im Löschzug Hiddinghausen, ist beim TTC Hiddinghausen und im Männergesangverein dabei.
Als Mitglied des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Hiddinghausen bringt er seine Vorstellungen ein, wenn es darum geht, das Zusammengehörigkeitsgefühl des Ortsteils zu stärken. Diesem Zweck dienten auch die Himmelfahrtswanderungen und Karnevalssitzungen des TuS.
„Egal von wem, überall wird Heinrich Kruse auch deshalb geschätzt, weil er kein ´Ja-Sager´, sondern eine positiv kritisch mitdenkende und handelnde Persönlichkeit ist“, schloss Brux seine Rede.
Hintergrund -
Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich verliehen.
Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden etwa 240.000 Menschen auf diese Weise für ihre Leistungen gewürdigt. Der Orden verfügt über acht verschiedene Stufen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen.
Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Das Schreiben ist formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Vorgeschlagene wohnt.
Die Anregung sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Bundespräsident Horst Köhler setzt sich sehr stark dafür ein, dass der Anteil der Frauen, die für den Verdienstorden vorgeschlagen werden, steigt.





