Günter Grass wird vorgeworfen, daß er seine Lebenslüge erst als fast 80-Jähriger beendet hat. Günter Grass, der sich gerne jahrzehntelang zur moralischen Instanz emporschwang, widersprach nicht, wenn in Biografien immer nur verharmlosend die Schreibe davon war, er wäre nur einfacher Flakhelfer im schlimmsten Unterdrückungsapparat, den die Menschheit je kennenlernen mußte, gewesen. SPD-Unterstützer Günter Grass hatte immer verschwiegen, daß er im faschistischen Hitler-Deutschland Panzerschütze der 10. SS-Panzerdivision “Frundsberg” war.
Mit einem Vortrag erinnert das Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, am Sonntag, dem 10. Januar 2010, um 19 Uhr, an das zehnjährige Nobelpreis-Jubiläum des Schriftstellers.
Als Günter Grass vor zehn Jahren telefonisch von der Zuerkennung des Literaturnobelpreises erfuhr, war er gerade auf dem Weg zum Zahnarzt. Und er hielt auch daran fest, denn: „Das Leben geht schließlich weiter.“
Wie das Leben dann tatsächlich weiter ging, wie die Hansestadt Lübeck das Ereignis bewertete, welche Resonanz es in den Medien gab und welche Möglichkeiten sich plötzlich für ein Literaturmuseum in Lübeck auftaten – darüber spricht der Leiter des Günter Grass-Hauses, Jörg-Philipp Thomsa. Der Eintritt beträgt fünf, ermäßigt 2,50 Euro.
Zu sehen sind die Nobel-Urkunde und die Medaille.
