“Liebe Coburgerinnen und Coburger,
das Jahr 2009 neigt sich langsam aber unaufhaltsam seinem Ende entgegen. Es ist also traditionell die Zeit, Rückschau zu halten – aber auch nach vorne zu blicken.
Wir haben in diesem Jahr in Coburg viel bewegt und viele wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht.
Das Projekt „Soziale Stadt“ in Wüstenahorn nimmt konkrete Formen an. Die Bürgerinnen und Bürger in diesem Stadtteil beteiligen sich bereits rege an den Planungen und haben auch den einen oder anderen interessanten Vorschlag für die zukünftige Gestaltung ihres Stadtteils in die Diskussion eingebracht.
Der neue ZOB am Bahnhof konnte in Betrieb genommen werden. Zusammen mit dem neuen Anzeigensystem an den wichtigsten Haltestellen und in den Bussen haben wir die Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs erheblich verbessert.
Die Planungen für die Sanierungsmaßnahmen in der Ketschenvorstadt sind abgeschlossen und erste vorbereitende Maßnahmen für die in Kürze beginnenden Bauarbeiten sind beendet.
Der Spatenstich für die Ballsporthalle auf der Lauterer Höhe ist gemacht und die Fertigstellung bis zum Ende des nächsten Jahres ist vertraglich zugesichert.
Die Beiersdorfer Bürgerinnen und Bürger können seit einigen Wochen dank Glasfaseranbindung bis in jedes Haus die Vorteile modernster Kommunikationstechnik als Erste in Coburg ausprobieren. Die Testphase im Pilotstadtteil des Projekts „Fibre to the building“ – soviel kann man jetzt schon sagen – ist ein voller Erfolg. Somit werden wir jetzt an die weitere Planung gehen, um jedes Coburger Haus mittelfristig mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen.
Auch im Umweltschutz haben wir Zeichen gesetzt. So wurde beispielsweise ein Umweltschutzbeauftragter in der Stadtverwaltung installiert, der nun den Entscheidungsträgern aller Bereiche mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein integriertes Klimaschutzkonzept wurde verabschiedet. Und schließlich einigte sich der Stadtrat auf einen Grundsatzbeschluss, nach dem bei allen zukünftigen städtischen Bauvorhaben als erste Option mit dem so genannten Passivhaus-Standard geplant werden soll.
Im sozialen Bereich nähern wir uns mit großen Schritten unserem selbst gesteckten Ziel, bis 2013 für über die Hälfte aller unter dreijährigen Coburger Kinder einen Krippenplatz anzubieten. Die Förderung junger Familien beim Erwerb oder Bau eines Hauses wird hervorragend angenommen. Aber auch sonst sind wir im sozialen Bereich, dank der hervorragenden Arbeit unseres 2. Bürgermeisters Norbert Tessmer, sehr gut aufgestellt und in vielen Bereichen bundesweit spitze oder sogar beispielgebend für andere Kommunen.
In der heutigen Zeit sind solche Zukunftsinvestitionen für viele Kommunen landauf landab schlichtweg unvorstellbar. Insofern sind wir in Coburg in einer besonderen Lage, die wir vor allem unseren Gewerbesteuerzahlern und damit unseren Unternehmen verdanken. Für ihre Standort-Treue sage ich an dieser Stelle im Namen der Stadt herzlichen Dank.
Allerdings haben auch wir mit zurückgehenden Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten zu rechnen. Dank einer vorausschauenden Finanzpolitik verfügen wir aber noch über eine ansehnliche Rücklage, die es uns auch in den kommenden Jahren erlauben wird, wichtige Zukunftsinvestitionen zu tätigen.
Liebe Coburgerinnen und Coburger,
gerade die letzten Monate waren aber, vor allem auf politischer Ebene, auch geprägt von einer wenig konstruktiven Atmosphäre. Fast, so hat es den Anschein, fühlt man sich in die unschönen Zeiten des letzten Kommunalwahlkampfes zurück versetzt, in denen Coburg bundesweit eher negative denn positive Schlagzeilen machte.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin durchaus und uneingeschränkt für politische Diskussion und Auseinandersetzung. Davon lebt unsere Demokratie. Aber immer mit dem Ziel, dem Wohl der Stadt zu dienen. Stadtpolitik, die nur darauf ausgerichtet ist, Personen oder Institutionen zu beschädigen, und Fundamentalopposition haben nach meiner festen Überzeugung hier nichts verloren.
Als ich 1990 das Amt des Oberbürgermeisters in Coburg antrat, hatten wir gerade eine Phase in der Kommunalpolitik hinter uns gebracht, die der jetzigen frappierend ähnelte. Fast 20 Jahre lang haben wir es geschafft, genau diese Feindseeligkeiten außen vor zu lassen und das Wohl unserer Stadt über die eigenen Eitelkeiten zu stellen. Ich würde mir wünschen, dass wir es im Coburger Stadtrat – alle zusammen und über alle Parteigrenzen hinweg – wieder schaffen, zielorientiert und gewinnbringend zu arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass Sie uns als Wähler genau diesen Auftrag ins Stammbuch geschrieben haben.
Wenn wir dieses Ziel schnellstmöglich wieder erreichen, haben wir 2010 schon einen riesigen Schritt in die richtige Richtung getan.
Ihnen wünsche ich auf diesem Weg Gesundheit, Erfolg und persönliches Wohlergehen im neuen Jahr!”
Oberbürgermeister Norbert Kastner
Coburg, 21. Dezember 2009




