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Ein Herz und eine Seele: Daheim bei den Tetzlaffs in Hamm auf der Theaterbühne

Am Mittwoch, dem 17. März 2010, heißt es um 20 Uhr im Kurhaus: Bühne frei für Ekel Alfred! Gegen ihn ist kein Kraut gewachsen, geschweige denn eine Ehefrau, eine Tochter, ein Schwiegersohn oder irgendwelche Nachbarn, Politiker, falsche Bundesligavereine oder der Rest der Welt.

Daheim bei den Tetzlaffs (Szenenfoto)

Die Familie Tetzlaff, zuhause „mitten im Pott“ – in Bochum – ist der Prototyp des deutschen Spießbürgertums. Angeführt werden sie vom zutiefst konservativen Familienvater Alfred, der mit seinen chauvinistischen, rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen seine Frau Else, Tochter Rita und Schwiegersohn Michael regelmäßig zur Weißglut bringt.

Doch auch diese drei tragen ihren Teil dazu bei, dass von Frieden innerhalb dieser Familie nie die Rede sein kann. Die Gesamtsituation ist eben extrem gefährlich: da lebt man mit einer „langhaarigen bolschewistischen Hyäne“ zusammen – Schwiegersohn Michael stammt aus der Ostzone und ist „Sozi“ – und die Frau ist eine „dusselige Kuh“.

Und dann noch diese seltsame Nachbarschaft und nicht zu vergessen Hertha BSC Berlin – ach je…! Die Tetzlaffs halten sich für ganz normal. Wenn es denn nur so einfach wäre.

1973 flimmerten die Tetzlaffs erstmal über die deutschen Fernsehbildschirme. „Ein Herz und eine Seele“ eroberte die Republik im Sturm, „Ekel Alfred“ wurde zu einem Schlagwort. Bis heute hat die WDR-Serie nichts von ihrem Charme und ihrer Popularität verloren.

Wolfgang Menge, bekannter Fernsehautor (u. a. entstammen die Krimi-Serie „Stahlnetz“ und der Film „Das Millionenspiel“ seiner Feder), hat die Serie nach dem englischen Vorbild „Till death do us part“ auf deutsche Verhältnisse übertragen und weiterentwickelt.

Heinz Schubert (Alfred), Elisabeth Wiedenmann (Else), Hildegard Krekel (Rita) und Diether Krebs (Michael) spielten die einzelnen Familienmitglieder.

Nun finden die Tetzlaffs ihren Weg auf die Theaterbühne. Das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel hat mit den Originaldrehbüchern einige Folgen der Kultserie produziert, lässt alte Erinnerungen wach werden und liefert dabei ein Stück bester Unterhaltungskunst ab. Das Familienquartett agiert ebenso überzeugend wie die Nebendarsteller.

In der Hauptrolle als Ekel Alfred tritt Jürgen Mikol die Nachfolge des legendären Heinz Schubert an. Mikol stammt aus Marl und ist mit Leib und Seele Theaterschauspieler. Seit 1967 ist er auf den deutschen Bühnen zu sehen, sein Debüt gab er an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Im Fernsehen ist Mikol in jüngerer Zeit auch gern gesehener Gast, sei es in verschiedenen TV-Filmen oder Serien – so überzeugte er u. a. als „Opa Pläte“ in der preisgekrönten Comedy-Serie „Alles Atze“ und als Partner von Markus Maria Profitlich in dessen Sendung „Mensch Markus“.

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