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Die Geschichte des Reisens im Hamaland-Museum. Mit der Isetta über die Alpen

Wer heute reist, will meist fremde Länder entdecken, andere Kulturen kennen lernen oder einfach die Seele baumeln lassen.

Die Isetta reichte für Reisen mit kleinem Gepäck (Foto: Pressestelle Kreis Borken)

Unter dem Titel “Auf Wiedersehn” gibt das kreiseigene Hamaland-Museum in Vreden ab Sonntag, dem 13. Juni 2010, Einblicke in die Geschichte des Reisens. Bis zum 1. August können Besucherinnen und Besucher erfahren, unter welchen Bedingungen früher Pilger, Kaufleute und Gelehrte auf Reisen gingen, wie Kuren in Mode kamen und was in den ersten Nachkriegsjahren zur Urlaubsausstattung gehörte.

“Unser Geschichtsbild wurde lange von der Ansicht geprägt, dass das Leben der Menschen, nachdem sie einmal sesshaft geworden waren, über Jahrhunderte sehr statisch war”, erklärt Museumsleiterin Dr. Annette Menke.

“Doch fehlende Verkehrswege und -mittel waren lange kein Grund, zu Hause zu bleiben. Im Gegenteil, es gab viele Anlässe und Lebenssituationen, die ganze Stände und Berufsgruppen zum Reisen zwangen.”

So regierte kein mittelalterlicher König sein Reich vom Palast oder von einer Burg in einer Hauptstadt aus. Im Grunde war er ständig unterwegs, um sich in seinem Herrschaftsgebiet zu zeigen, Recht zu sprechen, Verbindungen zu knüpfen und so seine Macht zu festigen.

Händler, ob als weltweit operierende Kaufleute oder regional wandernde Hausierer, waren ebenso auf Straßen und Flüssen unterwegs. Boten in Diensten von Politik und Wirtschaft hatten einen besonders gefährlichen Beruf. Magister und Scholaren suchten nach Arbeits- und bestmöglichen Ausbildungsbedingungen in Klöstern, an Universitäten oder bei großen Gelehrten, die sie an deren Heimatorten aufsuchten.

Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung werden zu verschiedenen Reisestationen geführt. Ihnen begegnen Pilger mit Stock, Jakobsmuschel und bescheidener Ausrüstung, Handwerksgesellen, die in der Fremde ihr Wissen vervollkommnen wollen, und auch Kiepenkerle, die mit Töpferwaren aus dem Westmünsterland Handel treiben.

Die Schau im Hamaland-Museum wird durch eine Wanderausstellung des Stadt- und Bädermuseums Bad Salzuflen ergänzt. Sie beleuchtet die Entwicklung des Bädertourismus.

Das Team um Museumsleiterin Dr. Annette Menke hat Leihgaben zusammengetragen und bestückt die Ausstellung zudem mit Exponaten aus dem Museumsfundus. Rustikale Reisekoffer sind ebenso zu sehen wie schriftliche Urlaubserinnerungen, kitschig-schöne Souvenirs aus der Nachkriegszeit und eine rot-weiße Isetta.

Zur Eröffnung am Sonntag um 11 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Dr. Annette Menke wird in die Ausstellung einführen.

Das Hamaland-Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Schüler und Studenten zahlen einen Euro, Familien vier Euro. Führungen sind auf Anfrage möglich. Nähere Informationen zur aktuellen Ausstellung gibt es im Museum unter der Telefonnummer 02564/39180 oder per Mail: hamaland-museum@kreis-borken.de

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