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200 Jahre Oktoberfest in München: Ausstellung “Vorstadtstenz und Wiesnbraut. Literarische Oktoberfestporträts aus zwei Jahrhunderten”

Zum Jubiläum 200 Jahre Oktoberfest zeigt die Monacensia, das
Literaturarchiv der Stadt München, Maria-Theresia-Straße 23, vom 14. Juli bis 19. November 2010 die Ausstellung “Vorstadtstenz und Wiesnbraut. Literarische Oktoberfestporträts aus zwei Jahrhunderten”.

Das Oktoberfest zelebriert mit aller gebotenen Pracht und Festlichkeit den rauschhaften Ausnahmezustand schlechthin. Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy schreibt bereits im Jahr 1831 seiner Familie, dass sein Konzert wegen des Oktoberfestes verschoben werden musste. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als mit „80.000 anderen Leuten” die Theresienwiese zu besuchen, wo man, wie der Schriftsteller Friedrich Hebbel wenige Jahre später feststellt, beste Gelegenheit hat, „sich mit der Bevölkerung der Stadt und ihren Eigentümlichkeiten bekannt zu machen”.

Schriftsteller und Dichter tauchten immer wieder gerne ein in den Taumel des Oktoberfestes. Als „dramatische Chronisten” übersetzen sie die Freuden, Sehnsüchte, Leidenschaften, Abgründe und ewig-menschlichen Probleme, an denen sie auf dem Oktoberfest teilhaben, in die Sprache der Literatur.

Oskar Maria Graf zum Beispiel erinnert sich in seinen autobiografischen Schriften an seine Begegnung mit der „wunderbaren Isis” im Jahr 1908.

Ödön von Horváth findet 1930 auf dem Oktoberfest den Stoff für sein Stück „Kasimir und Karoline”. Der amerikanische Schriftsteller Thomas
Wolfe schildert seine Erlebnisse in seinem 1939 erschienenen Roman „Geweb und Fels”.

Der Volkssänger Karl Valentin unterhält nach dem Ersten Weltkrieg zusammen mit Bert Brecht eine Schaubude auf dem Oktoberfest und Herbert Achternbusch verarbeitete seine Erfahrungen als Zigarettenverkäufer auf der Wiesn in seinem ersten Erzählband „Hülle” und einige Jahre später in seinem legendären Film „Bierkampf”.

Die Ausstellung verbindet literarische Zitate mit historischen Fotografien
und Originaldokumenten von Menschen, denen diese und viele weitere Schriftsteller und Schriftstellerinnen auf dem Oktoberfest begegnet sein
könnten: Schausteller, Riesendamen, Vorstadtstenze, Wiesnbräute…

Die gezeigten Original-Dokumente und Abbildungen stammen größtenteils aus dem Besitz der Monacensia. Ergänzt werden sie durch historische Fotografien aus dem Verlag und Bildarchiv Sebastian Winkler und aus dem Karlstadt-Valentin-Musäum sowie durch historische Exponate aus dem Münchner Stadtmuseum.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung finden unter anderem eine Lesung und Führung „Von Löwenmenschen und Wiesnbräuten – Geschichten und literarische Schmankerl vom Oktoberfest” im Rahmen der parallel im
Münchner Stadtmuseum gezeigten Ausstellung „Das Oktoberfest 1810 –
2010” mit Dr. Elisabeth Tworek und Dr. Florian Dering (Sammlungsleiter und Kurator der Ausstellung im Münchner Stadtmuseum) statt (jeweils
Dienstag 20. Juli, 7. September, 26. Oktober, Eintritt 10 Euro/Karten an der Abendkasse Münchner Stadtmuseum).

Die Ausstellung ist vom 14. Juli bis 19. November 2010, Montag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 19 Uhr und Freitag von 9 bis 15 Uhr in der Monacensia, Maria-Theresia-Straße 23 zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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