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Planung von Radtouren mit Google

In den USA nennen rund 57 Millionen Menschen einen Drahtesel ihr eigen und treten mehr oder weniger regelmäßig in die Pedale.

Und weil Radtouren etwas Feines sind, zur Gesundheit beitragen, Erholung vom Alltagsstress bieten und eine Er-fahr-ung der Natur auf ganz besondere Art und Weise bereithalten, wundert es nicht, dass jetzt auch Google USA in seinem Maps-Dienst die Planung von Radtouren anbietet. Deutsche USA-Touristen haben jetzt noch eine Möglichkeit mehr, Land und Leute kennenzulernen.

Es war die von den Google-Benutzern meist gewünschte Erweiterung für Google Maps. Also her damit! Auf dem nationalen Fahrrad-Treffen in Washington, DC, kündigte Google im März 2010 als Erweiterung seiner Landkarten-Funktion die Möglichkeit an, dass sich die User bei Planung und Zusammenstellung ihrer Radtouren Google Maps bedienen können.

Amerika entdeckt das Fahrrad. Google USA bietet jetzt in seinem Maps-Dienst auch die Planung von Radtouren an

Somit können Amerikaner nicht nur den zeitsparendste Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad finden, sondern auch eine ausgedehnte Radtour für das Wochenende planen.

Aber der Routenplaner für Fahrradtouren via Google Maps, der derzeit nur in den USA verfügbar ist, bietet natürlich auch USA-Touristen für ihren Urlaub eine prima Möglichkeit der Freizeitplanung.

Wunschtraum aller grünen Sozialisten: Keine Autos; alle müssen auf dem Fahrrad strampeln. Alle? Na ja, die Politiker dürfen bestimmt doch noch Auto fahren, oder? [Foto: Hemera Archiv]

So wie man die Routenplanung für das Auto bei Google Maps kennt, funktioniert auch das neue Feature für die Benutzung eines Fahrrades: Man wählt ‘Route berechnen’ (Get directions), gibt seinen Startpunkt und das Ziel seiner geplanten Reise ein oder wahlweise in dem Suchfeld eine Stadt und entscheidet sich dann aus der Pickliste für ‘Bicycling’ und bei ‘More’ im Kartenfenster klickt man entsprechend ‘Bicycling’ an.

Die Karte zeigt dann, farblich hervorgehoben, Radtouren, Radwege und Fahrrad-freundliche Straßen auf dem Bildschirm an.

Haben Sie bei Google Maps eine bestimmte Stadt ausgewählt, sehen Sie die entsprechenden Fahrrad-relevanten Straßen. Gut geeignet, um ein wenig zu stöbern und sich für Kurztouren ein paar Anregungen zu holen.

Mit dem Rad zur Freiheitsstatue in New York? Google Maps verrät, ob das möglich ist [Screenshot]

Mit dem Fahrrad durch New York? Warum nicht? Google Maps zeigt Ihnen, welche Straßen dafür in Frage kommen. Nein, auf dem Drahtesel werden Sie nicht zur Freiheitsstatue kommen. Da müssen Sie noch warten, bis Google sein Maps-Angebot um Wasserstraßen und Wasserrouten erweitert.

Die Fahrradwege und Fahrrad-freundlichen Straßen in der Stadt werden in drei verschiedenen Farben angezeigt:
+ Fahrradwege in dunkelgrün.
+ Farradwege neben einer Straße erscheinen in hellgrün und
+ grün gepunktet werden die Straßen angezeigt, die zwar keinen direkten Fahrradweg haben, aber dennoch für den Radfahrer geeignet sind.

Wie wär's? Beim nächsten Urlaub in San Francisco die Stadt auf dem ausgeliehenen Fahrrad erkunden [Scrrenshot]

Wie sieht es aus, wenn man ganz konkret von A nach B will? Ganz einfach: Wie schon, wenn man sich eine Route für das Auto berechnen lässt, gibt man zunächst seinen gewünschten Startpunkt ein, gefolgt von dem Zielort.

Aus der Pickliste wählt man dann ‘Bicycling’. Google Maps stellt augenblicklich eine Route zusammen, die für die Benutzung des Fahrrads optimiert ist. Google Maps benutzt dafür, soweit vorhanden, Radwege und Fahrrad-freundliche Straßen.

Hohe, anstrengende Berge und Muskelkater-verdächtige Steigungen? Die werden von dem Programm bei Zusammenstellung der Route nach Möglichkeit vermieden… Google wird also keine bösen E-Mails von geplagten Radfahrern erhalten, wenn diese nach stundenlanger 15%iger Steigungsstrecke erschöpft aber wenigstens lebend in der Intensivstation auf ihrem Notebook das Mail-Programm starten.

Für die neuen Fahrrad-Möglichkeiten hat Google in den USA mit der Gruppe „Rails-to-Trails Conservancy“ zusammengearbeitet. Eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, frühere, nicht mehr genutzte Eisenbahnlinien in Radwege umzuwandeln.

Man hofft nun, dass durch die Einbindung der Fahrrad-Routen bei Google Maps sich mehr und mehr Menschen dem Fahrrad als Fortbewegungsmittel zuwenden.

Bei Zusammenstellung einer Radtour stehen bei Google Maps all die Möglichkeiten zur Verfügung,die man bereits von der Routen-Funktion für das Auto kennt.

So können Sie mit dem bequemen Click-und-Drag Feature Ihre Route individuell anpassen und verändern. Und auch Visuelles wie Street View steht zur Verfügung. Da ein Bild mehr als 1.000 Worte sagt, sind die Fotos von Street View sehr hilfreich, um sich einen Eindruck von der geplanten Route zu machen und schon bei der Planung zu sehen, wie breit beispielsweise der Fahrradweg ist.

Jede Menge Rastplätze
Auch nicht schlecht: Die lokale und regionale Suchfunktion von Google hält Imbisse, Restaurants und Cafés bereit, so dass man gut im Voraus planen kann, wo man gerne eine erholsame Rast einlegen möchte.

Und für den Notfall, wenn der Reifen platzt und man einen Platten hat oder die Kette gerissen ist, ist es nicht verkehrt, dass man über die lokale Suche sich nach einem hilfreichen Fahrradgeschäft umsehen kann.

Die Google Fahrradfunktion gibt auch an, wie lange man braucht, um die geplante Route zu fahren. Dabei setzt Google einen Algorithmus ein, der neben diversen anderen Variablen zur Berechnung der Zeit natürlich die Länge der geplanten Route miteinbezieht wie auch die Anzahl der Steigungen und Berge und die mit jedem gefahrenen Kilometer zunehmende Ermüdung.

Das neue Zweirad-Feature bei Google Maps, derzeit noch im Beta-Stadium, erreicht man online unter der Adresse http://maps.google.com/biking Google ergänzt kontinuierlich dieses Angebot und neue Radrouten werden regelmäßig aufgenommen.

Pedalritter sind aufgefordert, ihnen steht dafür ein eigener Menüpunkt („reporting tool“ am unteren Rand der Karte) zur Verfügung, ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps bezüglich der Radtouren zu melden, damit das Angebot beständig verbessert werden kann.

Der Härtetest
Auch wenn sich Googles Fahrrad-Feature erst im Beta-Stadium befindet, wollen wir das Ding ordentlich ran nehmen und einem wirklichen Härtetest unterziehen.

Also auf in die wilde Abgeschiedenheit des amerikanischen Nordwestens, wo Vierrad-Pick-up-Trucks in der Heavy Duty-Edition vor der Haustür stehen und ‘Bicycle’ ein Fremdwort verhasster französischer Intellektueller ist.

Aber noch härter: Genau dorthin, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Schauen wir also, was Google Maps einem Fahrrad-Fahrer empfiehlt, der von Bonners Ferry ganz weit oben am Ende der Welt in Nord-Idaho zu dem wunderschön gelegenen Robinson Lake gelangen möchte.

Ein kleiner, versteckt liegender See an der kanadisch-amerikanischen Grenze, der seinem Namen alle Ehre macht.

Gleich vorweg: Ich bin den Weg etliche Male mit unserem geländetauglichen Jeep Grand Cherokee gefahren. Manchmal habe ich dabei andere Menschen getroffen. Aber noch nie in fünf Jahren auch nur einen Radfahrer. Was wird Google Maps machen?

Google weiß irgendwie alles. Nicht nur, wann eine Grippewelle irgendwo ausbricht, sondern konnte auch vorhersagen, dass Stefan Raabs Lena in Oslo gewinnen wird.

Und auch bei unserem Test lag Google vollkommen richtig: Es gibt zwei Wege von dem kleinen Ort Bonners Ferry zum abgeschiedenen Robinson Lake. Der eine führt über den US Highway 95 hoch zur kanadischen Grenze, wobei es dann am Ende linke Hand ab zum einsamen Robinson Lake geht.

Der Highway 95 ist eine schöne Strecke, der sich wunderbar durch die Bergtäler nach Norden schlängelt. Aber mit dem Fahrrad? Ne, das ist nicht so doll, zumal man eine ewig lange Strecke immer bergauf fahren müsste.

Außerdem donnern hier auch immer wieder dicke LKWs, die ihre Waren nach Kanada liefern, vorbei. Natürlich ist die A40 von Duisburg bis Dortmund mit ihren 100.000 Besuchern pro Tag befahrener, aber wenn schon Einsamkeit, dann auch richtig.

Und so ist der bessere und angenehmere Weg nicht auf dem Highway 95, sondern der dazu parallel durch das herrliche Meadow Creek Tal vorbei am erfrischenden Dawson See verlaufende Weg.

Im herrlichen Meadow Creek Tal liegt der einsame Dawson Lake

Keine wirklichen Steigungen, kein Verkehr und eine atemberaubende Landschaft. Google Maps für Radfahrer bietet diesen Weg mit seinen 50 Kilometern, die man in guten 3 Stunden abstrampelt, auch an.

==> Der wild-schöne Nordwesten der USA

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