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Schon wieder ein Phallus-Symbol weniger. Sprengung von Schornstein auf ehemaligem Stibiox-Gelände in Braunschweig

Rund 7.500 Quadratmeter des mit Antimon belasteten Grundstücks der seit 2001 insolventen Firma Stibiox werden saniert sein, wenn der Schornstein auf dem Gelände Hungerkamp 2 am Mittwoch, dem 11. August 2010, 12 Uhr, gesprengt wird und seine Überreste abtransportiert sind.

Damit geht der städtische Part dieser aufwändigen Altlastensanierung zu Ende. Dann sind sowohl die mit Antimon belasteten Betriebsgebäude unter großen Vorsichtsmaßnahmen abgerissen und entsorgt worden.

Der belastete Boden wurde bis zum sauberen wasserundurchlässigen Ton ausgetauscht.

Der nachweislich nahezu unbelastete Schornstein fällt bei der Sprengung auf unbelasteten Boden. Daher können bei der Sprengung keine Schadstoffe freigesetzt werden.

Die Fallrichtung wird vom Sprengmeister so gewählt, dass größtmögliche Sicherheit für die nächstgelegene Bebauung besteht.

Ein Fallbett wird für den Schornstein errichtet, um die Erschütterungen zu dämpfen. Die Feuerwehr wird durch vorherige Befeuchtung des Fallbetts und den Einsatz eines Löschfahrzeugs die Staubverbreitung minimieren.

Gebäudeschäden in der Nachbarschaft werden nicht erwartet. Eine entsprechende Erschütterungsprognose liegt vor.

Aus Sicherheitsgründen müssen Anwohner der Straßen Hungerkamp und Pappelberg in einem Umkreis von 100 Metern um die Sprengstelle ihre Häuser von 11 bis voraussichtlich 12.15 Uhr aus Sicherheitsgründen verlassen.

Von der Evakuierung sind rund 50 Anwohner betroffen, die von der Baufirma benachrichtigt wurden. Für sie steht das Gemeindehaus der evangelischen Bugenhagen-Gemeinde, An der Bugenhagenkirche 4, in Gliesmarode als Aufenthaltsbereich zur Verfügung. Außerdem wird der Bereich großräumig von Feuerwehr und Polizei abgesperrt.

Die Sanierung der restlichen knapp 10.000 Quadratmeter des ehemaligen Firmengrundstücks erfolgt in Regie des Landes Niedersachsen und beginnt voraussichtlich im September. Sie ist weit weniger kompliziert, weil hier keine kontaminierten Betriebsgebäude stehen.

Zahlen Daten Fakten:
Höhe des Schornsteins: 51 Meter
Errichtung: 50er Jahre
Schornsteinsanierung: 1983: Austausch der schadstoffbelasteten Innenschale (“Futter”) gegen Edelstahlrohr.
Masse des Schornsteins: 380 Tonnen
Außendurchmesser (Fußbereich):3,65 Meter
Durchmesser Edelstahlrohr: 1,15 Meter
Schwerpunkthöhe: 17,9 Meter
Schadstoffuntersuchungen: 3 Kernbohrungen in 2, 12 und 25 Metern Höhe

Sicherheit:
Vollständige Evakuierung eines Sicherheitsbereichs von 100 Metern um den Schornstein.
Absperrung eines 200 Meter-Bereichs; In diesem Umkreis darf sich aus Sicherheitsgründen niemand unbefugt im Freien aufhalten.

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