Es ist kalt heute Nacht hier im Nord-Westen der USA. Eigentlich war am Nachmittag im Fernsehen nur von einer Wintersturm-Warnung die Rede. Dann wurde im Laufe des Abends daraus ein “Blizzard” (starker Schneesturm mit kräftigem Kaltlufteinbruchs aus den Polarregionen).
Nun ist es kurz nach halb drei in der Nacht. Und der örtliche Wetterbericht weiß von gefühlten minus 32 Grad Celsius zu berichten. Das kommt hin. Schon am Abend tickerte es im lokalen Fernsehen unten auf dem Bildschirm, daß morgen alle Schulen geschlossen bleiben. Hoffentlich frieren uns nicht die Wasserleitungen zu.
Ich hab den prasselnden Kamin schon vor rund 2 Stunden ausgehen lassen. Die Gas-Heizung unten im Keller springt immer wieder an und bollert warme Luft hoch. Aber das bekommt das Haus auch nicht wirklich warm. Ich sitze hier mit Schuhen, dickem Schal und Hausmantel… und frier trotzdem. Auch die vier Tassen heißen Tee, die ich in den letzten zwei Stunden aufgebrüht habe, haben nicht wirklich warm gemacht.
Draußen jagt ein starker Wind die Schneemassen von den Bergen hier runter an den See. Die hohen Bäume rund ums Haus biegen sich gefährlich ächzend hin und her. Erst kürzlich hat es einen dieser Prachtburschen bei einem Herbststurm umgehauen. Der Baum fiel der Länge nach hin; das Haus um vielleicht fünf Meter verfehlend. Hoffentlich kracht heute Nacht nicht ein Baum aufs Dach.
Unser neuer Hund hat noch nicht richtig kapiert, daß er nicht an die Mülltüten in der Küche gehen darf. Also lieber den Müll raus in die Mülltonnen bringen. Denn heute sind in den Mülltüten leckere Hühnchenreste drin. Da bring ich das trotz der eisigen Kälte und dem Schneesturm lieber jetzt noch raus, anstatt daß ich morgen früh die in Küche und Wohnzimmer verteilten Reste aufsammeln kann.
Die vielleicht 10 Meter hin zu den Mülltonnen und wieder zurück ins Haus haben einen sofort total ausgekühlt. Das ist wirklich arschkalt.
Die Auffahrt zum Haus bereits richtig zugeschneit. Der Wind pfeift und peitscht wütend durch die kalte Nacht.
Unten vom See rauschen die Wellen, als wenn ich oben in Dänemarks Skagen an der Nordsee stehen würde.
Die Hunde – sonst immer zu jeder Tages- und Nachtzeit sofort dabei, wenn ich rausgehe – blieben jetzt lieber auf ihren warmen, gemütlichen Decken liegen und ließen mich alleine gehen. Recht haben sie.
In Tel Aviv – las ich vorhin – sind es derzeit 24 Grad. Da wird man locker im Mittelmeer plantschen können. Hier bei uns soll es morgen noch einen Tick kälter werden. Aber wenn die Sonne scheint, werden wir einen herrlichen Wintertag genießen können.
Jetzt schnell ins Bett. Mit gefüttertem Schlafanzug. Meinen Bademantel behalte ich lieber die Nacht über an. ==> Endlich frei
Fotos ==> Sandpoint, Idaho
