Die ärztliche Versorgung in Wolfsburg auch für die Zukunft sicherzustellen, ist das Ziel des aktuell geschlossenen Weiterbildungsverbundes zur Förderung der Weiterbildung ärztlichen Nachwuchses im Bereich der Allgemeinmedizin.
Partner dieses Verbundes sind die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), das Klinikum Wolfsburg, die Ärztekammer Niedersachsen, die Stadt Wolfsburg (Gesundheitsamt) sowie die an der Weiterbildung beteiligten niedergelassenen Ärzte.
“Es ist eine große Aufgabe für uns, die Niederlassung für junge Allgemeinmediziner wieder Attraktiver zu gestalten. Diese werden wir mit hohem Engagement annehmen”, so Dr. Friedrich Habermann, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Wolfsburg.
Die Partner des Weiterbildungsverbundes wirken hiermit rechtzeitig einem sich abzeichnenden Mangel an Allgemeinmedizinern entgegen. 66 Hausärzte sind derzeit in Wolfsburg niedergelassen, 6 weitere befinden sich in einem Angestelltenverhältnis in Teilzeit.
Nach einer aktuellen Arztzahlprognose für das Jahr 2020 werden in Wolfsburg und Umgebung 53 Hausärzte ihre Tätigkeit altersbedingt beendet haben.
Es wird zunehmend schwieriger, einen Nachfolger für Hausarztpraxen zu finden.
Schon jetzt gibt es im Bereich der Stadt Wolfsburg über 16 freie Vertragsarztsitze für Hausärzte. Längere Wartezeiten auf einen Termin und volle Arztpraxis sind auch schon heute keine Seltenheit mehr.
Im Rahmen des Weiterbildungsverbundes soll die Weiterbildung von Ärzten zum Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin gefördert werden. Junge Ärzte mussten sich ursprünglich selbst darum bemühen, in den Kliniken und bei niedergelassenen Ärzten Plätze für eine Weiterbildung zu bekommen.
Die anspruchsvolle Ausbildung beginnt in der Regel im Klinikum, hier in der Inneren Abteilung, meist folgt ein Abschnitt in der Chirurgie.
Im Anschluss folgt dann ein 24-monatiger Abschnitt bei niedergelassenen Ärzten. Insgesamt dauert die Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin fünf Jahre.
Das Förderprogramm sieht vor, dass bereits zu Beginn der Weiterbildungszeit ein exakt definierter Weiterbildungsplan vorliegt und hierfür die finanzielle Förderung gesichert ist. Der zügige, nahtlose Verlauf steigert die Attraktivität der Weiterbildung gerade im Bereich der Allgemeinmedizin.
Habermann hat dabei zusammen mit der KVN und dem Klinikum der Stadt Wolfsburg ein regionales Konzept maßgeschneidert. Aufgrund der geplanten engen Zusammenarbeit haben die Nachwuchsmediziner mit dem Gesundheitsamt Wolfsburg einen festen Ansprechpartner.
Ein entsprechender Letter of Intent wird derzeit durch den Geschäftsführer der KVN- Bezirksstelle Braunschweig, Stefan Hofmann, den Krankenhausdirektor des Klinikums der Stadt Wolfsburg, Wilken Köster, die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker sowie Stadtrat Werner Borcherding unterzeichnet.
Ebenso wichtig ist die Gewährleistung einer finanziellen Förderung sowie einer angemessene Vergütung für den gesamten Zeitraum. Diese wird von der Kassenärztlichen Vereinigung, den Verbänden der Krankenkassen sowie durch die weiterbildenden Ärzte und Krankenhäuser übernommen.
Damit legt die KVN zusammen mit der Stadt und dem Klinikum der Stadt Wolfsburg bereits heute einen Grundstein dafür, dass die Patienten in und um Wolfsburg auch morgen noch einen Hausarzt vor Ort haben.
