Die Lebensmittelversorgung der Viersener im Kriegswinter 1916/17, die Geschichte des Süchtelner Hafengeländes oder die Denkmalpflege in den Kapellen in Brempt und Overhetfeld – dies sind nur drei der Themen aus dem Heimatbuch Kreis Viersen 2012.
Kreisdirektor und Kulturdezernent Dr. Andreas Coenen hat gemeinsam mit Kreis-Archivar Dr. Gerhard Rehm das 360 Seiten starke Werk in der Burg Kempen vorgestellt.
Den 63. Jahrgang – das Kreis Viersener Heimatbuch gibt es seit 1950 – ist ab sofort für 12 Euro erhältlich im Buchhandel, beim Kreisarchiv in der Kempener Burg, im Viersener Kreishaus sowie im Online-Shop unter www.kreis-viersen.de Der Preis ist stabil geblieben.
Heimatbuch: Von der Antike bis in die Gegenwart
“Ein breites Themenspektrum zeichnet unser Heimatbuch auch in diesem Jahr aus”, sagt Kreisarchivar Dr. Rehm. “Zudem nehmen wir die Leser mit auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte.”
Und die startet dieses Mal schon in der Antike: Walter Tillmann, Leiter des Textilmuseums “Die Scheune von Alt-Kämpken” in Hinsbeck, spürte Nadel und Faden in der griechischen Mythologie auf. “Von göttlichen Textilern, von Helden und Anderen, der Kunstweberin Arachne, dem Purpurfärber Idmon und von damit Zusammenhängenden” ist sein Artikel überschrieben.
Zudem ist der Textilingenieur Tillmann mit einem aktuellen Beitrag im Heimatbuch vertreten. In “Bienenfleiß am Leinenacker” beschreibt der Viersener die Wirkung der Flachspflanze auf die heimische Honigbiene. Eine Flachsblüte auf dem Umschlag des Heimatbuchs wirbt für diesen Artikel.
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Heimatbuch: Banden, Kriegsopfer und ein Arzt
Das zweite Bild auf dem Umschlagtitel vom Heimatbuch 2012, ein historischer Schandbrief aus dem Staatsarchiv Detmold, gehört zum Beitrag von Peter Geuskens. Der Niederländer schreibt über “Die Brüder Hansen. Ein Beitrag zum Landstreicher- und Bandenunwesen im 18. Jahrhundert”. “Banden haben von Venlo bis Kempen Höfe überfallen sowie die Bauern erpresst und bedroht”, sagt Dr. Rehm.
Spürsinn bewies Autorin Vera Meyer-Rogmann. Die Mitarbeiterin des Kreisarchivs stieß in einem Archiv in Koblenz auf die Aufzeichnungen eines Kaldenkirchener Arztes. “Gute alte Zeit? – Aus den Sanitätsberichten des Dr. Eichmann in Kaldenkirchen 1847″ gibt einen Einblick in Krankheiten und Behandlungsmethoden des 19. Jahrhunderts.
Eine aktuelle Diskussion greift Dr. Hans Kaiser mit seinem Beitrag für das Heimatbuch auf: Der ehemalige Kempener Realschullehrer schreibt “‘Mit unseren Jungs haben wir alles verloren…’ Über das Gedenken an die Kempener Opfer des Zweiten Weltkriegs”. Der Historiker schildert grundsätzliche Phänomene anschaulich anhand einzelner Biografien.
24 Autoren schreiben im Heimatbuch 2012
Insgesamt haben 24 Autoren Aufsätze zu Lebensbildern, Geschichte, Kunst, Natur und Aktuellem geschrieben – darunter Kreisarchivar Dr. Gerhard Rehm, Landrat Peter Ottmann, Prof. Dr. Leo Peters, ehemaliger Schul- und Kulturdezernent des Kreises Viersen und langjähriger Herausgeber des Heimatbuches, sowie Anke Wielebski, Leiterin des Niederrheinischen Freilichtmuseums des Kreises Viersen in Grefrath.
Zudem haben einige Kreis Viersener über ihr Fachgebiet geforscht und im Heimatbuch geschrieben. “Es ist immer schön zu sehen, wenn sich Heimatverbundenheit auf diese Weise zeigt”, sagt Dr. Gerhard Rehm, der wie im Vorjahr die redaktionelle Leitung des Heimatbuches inne hatte.
