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China ist Klasse und Kommunismus wirklich Menschenfreundlich, oder? Verwundete Tibeter von chinesischer Polizei erschossen

Frankfurt am Main / Drango (13. Februar 2012) – Wie erst jetzt bekannt wurde, erschossen am 9. Februar 2012 Mitglieder der chinesischen Polizei zwei verwundete Tibeter, Yeshi Rigsel, 40, und Yeshi Samdup, 38, nachdem sie von der Polizei aufgespürt worden waren.

Beide hatten bei Protesten am ersten Tag des chinesischen Neujahrs (23. Januar) in dem Bezirk Drango Schussverletzungen erlitten.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, stammen sie aus einer Nomadenfamilie aus Norpa, Bezirk Drango, und waren nach der gewalttätigen Niederschlagung der Proteste in die Berge geflohen.

Nach Tagen der Fahndung stellte sie die Polizei und erschoss die zwei wehrlosen und verwundeten Tibeter am 9. Februar 2012.

Die Proteste im Bezirk Drango, in der Präfektur Karcze / Provinz Sichuan gelegen, entwickelten sich, nachdem das ansässige chinesische Public Securtiy Bureau (PSB) wahllos Tibeter festgenommen hatte, so die IGFM. Die Festgenommenen wurden verdächtigt, Flugblätter in Umlauf gebracht zu haben. Die PSB machte bei der Niederschlagung der Proteste von ihren Schusswaffen Gebrauch. Zahlreiche Tibeter wurden verletzt. So auch Yeshi Rigsel, ein Mönch des dortigen Klosters, der am 23. Januar in Drango von einer Kugel getroffen worden war, als die Militärpolizei wahllos auf die unbewaffneten Tibeter schoss. Augenzeugen berichten, dass mindestens fünf Tibeter dabei ums Leben gekommen und über 30 – darunter auch Yeshi Samdup – gefährlich verletzt worden sein.

Die IGFM ist entsetzt, dass im Jahr 2012 von chinesischer Seite erneut gewaltsame Angriffe auf Tibeter ausgehen und fordert die Staaten der europäischen Union dringend auf – ungeachtet der Eurokrise – gegenüber der Pekinger Führung für die Menschenrechte der Tibeter einzutreten.

Hintergrund Tibet

Am 7. Oktober 1950 marschierte Chinas „Volksbefreiungsarmee” in den Nachbarstaat Tibet ein und setzte bis 1959 schrittweise die Souveränität Tibets außer Kraft. Im März 1959 schlug die „Volksbefreiungsarmee” einen Aufstand der Tibeter blutig nieder, nachdem diese gegen die chinesische Gewaltherrschaft und den Verlust ihrer Souveränität demonstriert hatten.

Nach Ende der Militäraktion waren schätzungsweise 80.000 Tote auf tibetischer Seite zu beklagen. Es folgten Jahrzehnte des Terrors, der bis heute anhält. Während der Kulturrevolution von 1966 bis etwa 1976 litt Tibet besonders hart: Bis zu 90 Prozent aller religiösen Einrichtungen wurden zerstört, sehr viele tibetische Mönche hingerichtet, misshandelt oder schikaniert.

Die Provinz „Autonome Region Tibet” (TAR) ist nur ein Teil des von der VR China annektierten Staates Tibet. Andere Teile Tibets schloss die Pekinger Führung verschiedenen Provinzen der VR China an. Angrenzende Provinzen wurden in der Vergangenheit schon immer von Tibetern bewohnt und bearbeitet, so auch die Provinz Sichuan.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in China


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