Von Dienstag, dem 16. September, bis Sonntag, dem 28. September 2008, wird bei den Köhlertagen im Freilichtmuseum Beuren das alte Gewerbe der Köhlerei wieder aufleben.
Einer der letzten Köhler Süddeutschlands, Georg Geiselhart aus Hayingen-Münzdorf, wird im Museum einen Meiler errichten und ihn etwa 10 Tage und Nächte betreuen.
Man kann dem Köhler während der Öffnungszeiten des Museums über die Schulter zu schauen (täglich 9.00 -18.00 Uhr außer montags). Er wird dabei über sein Handwerk und den Fortschritt des Abbrandes informieren.
So sollen die Köhlertage ablaufen:
Dienstag, 16. September 2008
Aufbau des Meilers: Auf die Kohlplatte, eine 10 – 15 cm dicke Lehmschicht, wird zuerst ein Rost aus Holzstangen gelegt, damit vorhandenes und eintretendes Wasser ablaufen kann.
20 Raummeter Buchenholz von etwa 1 Meter Länge wird fast senkrecht um den Mittelpunkt der Platte gestellt – in mehreren Etagen wird so, möglichst eng, ein Kegelstumpf gebildet, im Zentrum wird der Quandelschacht vorerst freigelassen.
Nun wird alles mit Heu abgedeckt, der Tragschicht.
Darüber kommt ein 8 Zentimeter dicker Mantel aus Lösche, einer Mischung aus Kohleresten, Asche, Sand und Erde, diese Schicht schließt den Meiler Luftdicht ab.
Mittwoch, 17. September 2008
Der Meiler wird entzündet: Ist der Meiler fertig errichtet, wird auf dem Füllloch ein Feuer entzündet. Hat das Meilerholz Feuer gefangen, wird auch das Loch mit Lösche geschlossen.
Kegelförmig von oben nach unten, von der Mitte zur Peripherie, breitet sich der Abbrand aus.
17. – 27. September 2008
Der Meiler “brennt” und wird rund um die Uhr betreut: Der Köhler öffnet und schließt Löcher im Mantel, die so genannten Pfeifen, um den Verkohlungsprozess zu steuern. An der Farbe des Rauches liest er ab, wie weit der Vorgang fortgeschritten ist und wo, wie viel Sauerstoffzufuhr benötigt wird oder auch Gase und Wasserdampf entweichen müssen.
Sonntag, 28. September 2008
Jetzt soll die Kohle geerntet werden: Ist das Holz genügend verkohlt, muss der Meiler auseinandergenommen werden. Die Kohle wird nun abgelöscht. Nach dieser sehr staubigen und hitzigen Arbeit muss die Kohle mehrere Stunden abkühlen. Dann wird die Holzkohle in Papiersäcke verpackt und kann von Museumsbesuchern erworben, um schließlich auf dem heimischen Grilll erneut entfacht zu werden. Die Holz hat etwa die Hälfte seines Volumens verloren aber seine doppelte Brennkraft gewonnen.
Internet: www.freilichtmuseum-beuren.de
