Auch in diesem Jahr schickte Bürgermeister Peter Nebelo zum kommenden Jahreswechsel wieder Grüße aus Bocholt an die ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens und ihre Angehörigen in aller Welt.
Insgesamt erhalten 19 Familien Post aus ihrer alten Heimat. 13 Briefe gehen in diesem Jahr in die USA, drei wurden nach Argentinien geschickt, einer nach Israel, einer nach Paraguay und einer nach Deutschland.
Diese Tradition geht auf eine Idee des verstorbenen Ehrenbürgers und Ehrenoberbürgermeisters Günther Hochgartz im Jahr 1979 zurück.
In jedem Jahr berichtet der Bürgermeister von Neuigkeiten aus der Stadt Bocholt oder auch wichtigen Ereignissen, die in den vergangenen 12 Monaten in Deutschland geschehen sind. So ging er z. B. kurz auf die Wahl des neuen Bundespräsidenten Christian Wulf nach dem Rücktritt von Horst Köhler ein.
Über die verschiedenen Veranstaltungen, die die Stadt Bocholt in Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlich Tätigen in diesem Jahr durchführte, um an die Gräuel in der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern, berichtete Nebelo ebenso.
Er erinnerte in seinem Schreiben z. B. an die Ausstellung “Zeichne, was du siehst”, die im Februar im hiesigen Stadtmuseum stattfand. Helga Weissova Hoskova hatte als Kind mit Bleistift und Wasserfarben auf Papier ihre traurigen Erlebnisse im Ghetto festgehalten.
Als Zeitzeugin besuchte sie Bocholt, um den nachfolgenden Generationen auf diesem Wege von ihren Erinnerungen aus Theresienstadt zu berichten.
Außerdem schickte der Bürgermeister einen aktuellen Stadtplan mit, der vom Arbeitskreis Synagogenlandschaft der Volkshochschule erarbeitet wurde und die Standorte aller 44 Bocholter “Stolpersteine” zeigt. Im vergangenen Jahr konnte der Künstler Gunter Dennig die letzten 12 “Stolpersteine” in Bocholt verlegen.
Abschließend wies Nebelo auf die Möglichkeit hin, dass die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie ihre Angehörigen bei Interesse sehr herzlich eingeladen sind, die Stadt Bocholt zu besuchen.
Dafür gilt auch weiterhin die Regelung, Besuche von ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürgern jüdischen Glaubens seitens der Stadt mit einer kleinen finanziellen Zuwendung zu unterstützen. Mit den besten Wünschen für den kommenden Jahreswechsel beschloss der Bürgermeister sein Schreiben.





