Der Rhein schwemmt Jahr für Jahr Tonnen von Material an seine Ufer. Die einen nennen es Müll, für die Kölner Künstler Joachim Römer und Petra Supplie ist das Treibgut eine nicht versiegende Quelle des Stoffs, aus dem ihre Kunst ist. Sie stellen von Montag, 19. März, bis zum 22. April 2012 unter dem Titel “Rotraum” im Foyer der VHS in Bad Godesberg aus. Sie kann kostenfrei zu den Öffnungszeiten der VHS-Zweigstelle in den Cityterrassen besucht werden.
Im Inneren des Rotraums ist Treibgut wie Handfeger, Flaschen, Kanister, Feuerzeuge, Schläuche, Spielzeug und rund 100 Fahrradrückstrahler arrangiert. Das Besondere: All diese Stücke unterschiedlichster Form und Herkunft sind rot. Geschickt balancieren Joachim Römer und seine Lebensgefährtin Petra Supplie in ihrem Kunstwerk die Kritik an der modernen Kunststoffwegwerfkultur und den Blick auf deren kuriose Schönheit aus.
Mit dem Künstler Treibgut aus dem Rhein fischen
Die Ausstellung “Rotraum” ist Teil der Themenreihe “Müll”, welche die VHS in diesem Semester angelehnt an die Millenniumsentwicklungsziele anbietet. In einem Kunstkurs mit Joachim Römer, der am Samstag, dem 14. April 2012, beginnt, spazieren die Teilnehmer mit dem Künstler den Rhein entlang, um Treibgut zu sammeln.
Mit Lastwagen der SWB wird das gefundene Material in die technische Werkstatt der Müllverwertungsanlage gefahren, dort werden an den beiden folgenden Wochenenden unter Anleitung Römers Bilder, Assemblagen, Objekte oder Skulpturen geformt.
Für diesen Workshop soll ausschließlich von Menschen gemachtes Material gesammelt und verarbeitet werden wie Plastik, Glas, Metall und bearbeitetes Holz.
Die Arbeiten werden im Rahmen der 20-Jahr-Feier der Bonner Müllverwertungsanlage am 4. Mai 2012 auf dem Gelände der MVA ausgestellt.
Für den Kurs “Aus Mülle mach Kunst!” können sich Interessenten unter www.bonn.de/vhs anmelden. Bei Workshops im Rheinland und in Schottland hat Joachim Römer seine Arbeitsweise an Menschen von 8 bis 70 Jahren vermittelt.
