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Die erste Liebe die beste? Oder lieber alte Sachen nicht wieder aufwärmen?

Mainz (ots) - Um die erste Liebe und ihre Bedeutung oft für das ganze Leben geht es in der Dokumentation “Erste Liebe – zweites Glück”, die das ZDF am Dienstag, dem 9. November 2010, 22.15 Uhr, in der Reihe “37°” ausstrahlt. Silvia Schmidt-Kahlert porträtiert darin Menschen, die nach vielen Jahren ihre erste Liebe wiederfinden.

Das erste Beziehungsglück ist für das ganze Leben entscheidend, erklärt die Mannheimer Psychologin Doris Wolf. Das bestätigt Susanne Panter von der Internet-Agentur “Wiedersehen macht Freude”: Ungefähr 40 Prozent aller dort eingehenden Suchanfragen beziehen sich auf die verflossene Liebe.

Gabi, 41, und Uwe, 44, begegnen sich nach 25 Jahren überraschend im Internet wieder. Schon bald ist alles wieder wie früher: die Schmetterlinge im Bauch und die Gewissheit, die Liebe des Lebens gefunden zu haben.

Sabine ist 16 Jahre alt, als sie Kemal zum ersten Mal in Düsseldorf auf der Kirmes sieht. Die beiden sind neun Monate zusammen, dann wird der junge Türke aus Deutschland ausgewiesen. Kurz darauf erfährt sie, dass sie schwanger ist. Die heute 42-Jährige konnte ihre erste Liebe, die von den Eltern boykottiert wurde, nie vergessen. Zusammen mit ihrem Sohn Sascha, mittlerweile 26, macht sie sich auf die Suche.

Susan (44), geschieden und alleinerziehend, erhält nach 24 Jahren einen Anruf von ihrer Jugendliebe Jean-Pierre per Internet. Der Brasilianer hatte monatelang nach ihr gefahndet und will sie nun unbedingt wiedertreffen. Ein reger Internet-Kontakt entsteht, und schließlich stimmt Susan einem Besuch ihrer großen Liebe von damals in Deutschland zu.

“Flensburg online”: Singles in Flensburg


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Hochzeitsmesse in Glücksburg: Dabei – Flensburger Fotograf Udo Fischer

Am 16. und 17. Oktober 2010 beginnt die traumhafte Hochzeitsmesse.  In diesem Jahr unter dem Motto “Herzklopfen”

In der Zeit von jeweils 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Schloss Glücksburg
Schlossallee
24960 Glücksburg

Eintritt: EUR 6,00 / Paarpreis EUR 10,00

Dieses Jahr wieder mit dabei:

Der Flensburger Fotograf Udo Fischer mit seinem Team.

Unter anderem stellt der Flensburger Fotograf auf der Hochzeitsmesse das neu gestaltete Fotobuch vor.

Natürlich gibt es auch wieder ausführliche Beratungen, die direkt vor Ort auch bildlich von über 30 Hochzeiten und Kulissen am PC vorgestellt werden.

Dem Flensburger Fotografen ist es sehr wichtig, dass jedes Brautpaar mit der richtigen Kulisse fotografiert wird und dieses immer mit einer vorhergehenden ausführlichen Beratung – damit diese  Stunden auch wirklich unvergesslich bleiben.

Falls Sie sich schon vorher informieren möchten:

Photo-Service-Center, Studio Fischer, Rathausstraße 20 in 24937 Flensburg

Telefon: 0461 / 182 53 61, www. psc-studio-f.de [Read more...]

Kampf um Raikja

Wikingertheater auf der Freilichtbühne in Haithabu bei Schleswig.

Die Theatergruppe Midgard Skalden präsentiert am 23.07.2010, um 19.30 Uhr mit „Kampf um Raikja“ die Uraufführung eines neuen Wikinger – Theaterstückes aus der Feder von Michael Wempner.

Wie in den vergangenen 2 Jahren übernahm der Autor auch dieses Jahr die Regie und will mit weit über 30 Darstellern für ein spannendes, wie auch humorvolles Theatererlebnis sorgen. Die Musik dazu stammt vom Schleswiger Kulturpreisträger Björn Mummert. Auf der Freilichtbühne in Haithabu entsteht derzeit ein aufwändiges Wikingerdorf mit Königsthron, Kampfplatz und Handwerkerhäusern.

Zum Inhalt:

Der schwer erkrankte König Sigmund verfügt vor seinem Ableben, dass seine Tochter Raikja mit einem standesgemäßen Ehemann verheiratet werden soll.

Als Sigmund stirbt, ruft Askell, der Getreue des Königs, alle nicht verheiratenden Jarle aus den umliegenden Ländereien herbei, um unter ihnen den Tapfersten, Stärksten und Klügsten auszuwählen. Wer im Kampf Mann gegen Mann am Ende als Sieger hervorgeht, erhält Raikja zur Frau. Die jedoch liebt Thyrym, einen einfachen Knecht, dessen Familie bei einem Feuer umkam. Der machtgierige Askell macht gemeinsame Sache mit Sven dem Bärentöter und hilft ihm, seine Gegner durch Hinterlist zu besiegen. Sie haben ihr Ziel fast erreicht, als Thyrym sich ihnen in den Weg stellt…

Termine: Premiere 23.07.10, 19.00 Uhr

Weitere Vorstellungen 24./25.Juli, 31.Juli/01.Aug., 07./08.Aug, jeweils 14.00 und 16.00 Uhr.

Eintritt 5,- € Kinder unter 12 Jahren 3,- €.

Weitere Infos unter www.midgaard-skalden.de

(Fotos: Andreas Volkmar)

Flitterwochen in Hurghada – Ägypten

(Fotos: A. Baumann)

Schloss Glücksburg: Delikate Liebschaften – ein barockes Mantel-und Degen Dinnertheater

delikate-liebschaften-im-schloss-gluecksburg

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dinnertheater

(Fotos: Udo Fischer)

Heiraten in Bov / Dänemark

(Fotos: Udo Fischer)

Aabenraa Kommune (Bov Kommune)
Kirkestien 1, DK 6360 Padborg
Telefon: 0045 / 73 67 55 00
Telefax: 0045 / 73 67 55 99
www.bovkommune.dk/sw181.asp
www.bovkommune.dk

Magst du die, die dich mögen? Oder: Voilà, je m’en retourne aux autres

Und am 31. Mai hast du mir geschrieben: “Damit ist für mich dieser Kontakt ad acta gelegt, und auch ich fühle mich freier…. wirklich guten Menschen unvoreingenommen zu begegnen ohne immer wieder unser Ideal als Masstab anzulegen…. und mir Illusionen zu machen…. “ Und wir sind mal wieder für die eine oder andere Sternenzeit getrennt.

“Voilà, je m’en retourne aux autres
Qui m’aiment et que je n’aime pas
C’est comme ça
Et toi, vas retrouver cette autre
Tu l’aimes ou c’est ce que tu crois
C’est comme ça
Voilà, on n’a rien, rien de plus à se dire”

Magst du die, die dich mögen?
Oder liebst du mich, der dich liebt?

Mein AN1-Mädchen

Ich war so müde von all den nächtelangen Partys und Diskussionen.
Steck deine Koffein-Tabletten weg, sagtest du,
und gabst mir von deinen gelben Pillen.

Wir schossen uns durch die Tage und durch die Nächte.
Und einer Flipper-Kugel gleich flippten wir von den Sternen
zurück in die Discos und die Partys und unsere Betten
und wieder hoch zu den Sternen.
Kann es denn wirklich so toll sein?

Wir trampten nach Amsterdam. Und gleich weiter nach Paris.
Dann schnell wieder in die Apotheken. Wir brauchen mehr.
Wir standen auf den hohen Bergen
und der angenehm-kühle Wind blies uns das Hirn frei von allen Sorgen.

Als wir dann morgens schon 8 AN1 nahmen
und alle zwei Stunden nachfeuern mußten,
und ein Feuer in jeder Zelle brannte,
und wir nachts nicht schlafen konnten,
da hätten wir aufhören müssen,
aber es war viel zu schön, denn wir fliegen doch durch unser Leben.

Um wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu finden,
schluckten wir Valium.
Und waren morgens so kaputt, daß wir die AN1-Dosis verdoppeln mußten.
Schon längst hatte es uns an die Hand genommen
und weit, weit weg von uns geführt. Aber brav liefen wir mit.

“Wo sind wir?”, fragtest du mich manchmal,
wenn wir auf irgendeinem Bahnhof standen
und auf den Anschlußzug warteten.
Ich war froh, daß wir wenigstens wußten,
daß wir diesen Planeten noch nicht verlassen hatten.

Ach ja, mein Wodka-Mädchen… das war auch sowas.

Einer von uns beiden sollte jetzt was sagen, sagte C.

Ich kann nichts sagen. Denn sie, die, auf die es ankommt, sie ist da.

“Einer von uns beiden sollte jetzt was sagen”, hörte ich C. sagen. Und sie lächelte.
Habe ich auch gelächelt? Ich weiß es nicht mehr.
Die Ewigkeiten liefen wie Sand durch die Eieruhren, und ich stand da und schaute sie an und sagte nichts. Ich, der Meister der Worte.
Ich weiß nicht, wie viele Plastiktüten ich mit Gedichten gefüllt habe. Unzählige Artikel. Bücher. Radio-Features und Fernsehbeiträge. Milliarden von Buchstaben. Abermilliarden von Buchstaben, die zu Wörtern wurden, von hier bis hoch zum Mond und zurück.

Ich konnte jeden an die Wand reden. Ich konnte jede meiner Ängste mit Worten zudecken. Und jetzt stand ich hier und mir fiel kein einziges Wort ein. Nicht ein einziges. Nicht eins.

Denn ich hatte alle Worte aufgebraucht. Oh verdammt, warum habe ich nicht wenigstens eins für sie aufgehoben! Dann könnte ich es jetzt wie einen Schatz rausholen und es ihr, nur ihr sagen.

Könnte das eine ungesagte Wort wohlbehütet aus schmuddlig gewordenem Zeitungspapier rauskramen und es ihr anbieten. Aber nix da. Alle Wörter waren gesprochen. Achtlos hingesagt.
“Ich liebe dich” zu kalten Frauen mit unbeweglichen Becken und fast toten Lenden.
“Ich liebe dich”, hingesagt, um meine Ruhe zu haben, um sie rumzukriegen mit mir ins Bett zu kriechen oder auch einfach nur, um mir selber vorzumachen, da wäre mehr als nur das bisschen Verlangen nach körperlicher Befriedigung und dem Wunsch nicht alleine zu sein.

Ach, hätte ich doch noch ein einziges Wort. Wenigstens eins! Aufgespart für sie! Nur eins.
Ein ehrliches, nie ausgesprochenes, nie hingeworfenes, flüchtig missbrauchtes Wort.
Aber so sehr ich auch in meinem Hirn kramte, da war nichts, was ich für dich aufgehoben hatte.

Und so stand ich da. Schwieg und eine tiefe Traurigkeit kroch in mir hoch. Hatte ich mein Leben falsch gelebt? Hatte ich mich zu sehr darauf verlassen, dass es schon gut gehen würde? Dass ich mich irgendwie durchwurschteln würde? Und jetzt würde mir die Rechnung präsentiert? Jetzt käme die Abrechnung und ich würde durchfallen?

Autos lieben Shell. Waschmaschinen lieben Calgon. Politiker lieben ihre Wähler. Menschen lieben ihre Ruhe. Soll ich jetzt etwa sagen “Ich liebe dich”!

Also stand ich da in meiner Wortlosigkeit. Segelte über unendlich schweigende Gedanken und schaute sie an.

Ihre Schultern riefen zu mir rüber: Fass uns an! Leg deinen Arm um uns!
Ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln in den Winkeln ihrer Lippen sagte: Trau dich, ich werde es mögen. Ja, ja, ich sah es. Ich wusste es. Ich fühlte es. Aber hier steht ein kleiner Junge, bis oben hin voll mit Angst und Unsicherheit. Und mir gegenüber die Frau meines Lebens. Sollte ich das vielleicht sagen? “Du bist die Frau meines Lebens” – sollte ich das etwa sagen? Meine Güte, das sagt man doch nicht so dahin. Hier am frühen Abend, hinter mir auf der anderen Straßenseite der Café-Eingang, wo die Leute rein und raus liefen.

Und so stand ich da und schaute sie an. Und ich würde hier ewig stehen bleiben und sie anschauen. Das Café wurde irgendwann in der Nacht schließen. Die Leute würden rausgehen. Manche werden gucken, manche kichern. Der eine oder andere wird besorgt fragen, ob alles in Ordnung sei. Und ich würde hier einfach stehen und sie anschauen. Für immer. Bis in alle Ewigkeit. Nichts und niemand wird mich davon abhalten. Denn sie war die, die ich immer gesucht hatte. Und wenn die Welt untergeht, werde ich hier stehen bleiben und sie anschauen, denn ich kann nichts anderes mehr.

Oh Lieber Gott, Sie ist gekommen! Was soll ich machen? Die Berge werden zu Tälern. Die Täler werden zu Ozeanen. Oben am Himmel werden Super-Nova explodieren, auseinanderbrechen und wieder zusammenfinden. Ich werde hier einfach stehen bleiben. Vierhundertfünfzig Meter dicke Eisgletscher werden sich über mich schieben. Geröllmassen mich erdrücken. Gigantische Wassermassen mich umspülen. Aber ich werde hier einfach stehen bleiben. Bis die Zeit ihre sieben Sachen zusammenpackt und geht.

Und danach werde ich immer noch hier stehen und sie anschauen. Denn weißt du, nichts anderes wird jemals wieder Sinn machen.

Streichle uns!, riefen ihre Haare. Liebkose uns!, riefen ihre Wangen.
Nimm uns in deine Arme!, riefen ihre Schultern.

Ich würde so gerne. Ich würde so gerne. Ich würde alles, was ich habe, hergeben, um es zu tun, aber ich kann nicht. ICH KANN NICHT! Ganz tief in meinem Innern blubberte und gluckerte meine Sehnsucht nach ihr. Drückte, drängelte, schrie, schlug wie mit Fäusten und trat wie mit Füßen wild um sich, um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen… zu ihr! Zu ihr! Nur zu ihr. Nichts ist wichtiger. Nichts war jemals schöner. Nichts wird irgendwann noch einmal in dieser Schöpfung von Bedeutung sein. Zu ihr!

Ich weiß, ich weiß, aber ICH KANN NICHT!

Um meinen Körper legte sich ein Stahlmantel aus Furcht und Angst.
In meinem Brustkorb baute sich eine undurchdringliche Mauer aus schlechten Erfahrungen und vertanen Chancen auf. ICH KANN NICHT!

Zu Ihr!, rief es aus meinem Innern. Zu ihr!, quoll es voller Sehnsucht durch meinen Körper. Und es schlug gegen den lähmenden Panzer, der sich um mich gelegt hatte. Es schrie und heulte in meinem Innern. Aber ich kann nicht. “There ain’t no cure for the summertime blues”. Diese eine Nacht im Weißenthurmer Hilli Billi Keller, als alles raus wollte und die Leute ihre Bierflaschen an die Wand warfen, sich die Klamotten vom Körper rissen und wie verrückt in den Sound tanzten, das war alles nichts im Vergleich zu dem Gefühl, das sich in mir aufstaute und raus wollte. Aber ich konnte nichts raus lassen.

Noch nicht einmal mehr ein wahres Wort, ein unverbrauchtes Wort, ein reines Wort. Noch nicht mal mehr das. Das einzige, was ich dir geben kann, ist dieses Gefühl, das ich nie zuvor spürte. Ja, dieses Gefühl. Das kann ich dir geben. Einzig und allein dir. Das hat keine andere jemals bekommen. Und keine andere wird es jemals von mir bekommen. Nur du.

Ich wusste noch nicht einmal, dass dieses Gefühl wirklich existiert. Aber hier ist es jetzt. Zwischen uns. In mir für dich. Irgendwo aus dem Nirgendwo gekommen, um für immer uns miteinander zu verbinden. Magst du dieses Gefühl haben? Ja, lächeltest du. Und so schob ich es zu dir rüber und bekam dafür dein Gefühl.

Und so standen wir da. An diesem frühen Abend in München. Standen am Straßenrand auf dem kleinen Parkplatz und schauten uns an. Ich wahrscheinlich ein wenig blöder als sie.

Und dann sah ich C. und sagte nichts

Eine ganz ungute Unruhe hatte mich erfaßt. Ich konnte nicht schlafen. Ich konnte nicht arbeiten. Beim Draußen-rum-Laufen wollte ich nach Hause. Und zu Hause trieb es mich gleich wieder raus.

Ich hatte es nicht mehr ausgehalten. Ich war von Hamburg mit dem Zug nach München gefahren. Es konnte mir nicht schnell genug gehen, obwohl ich gar kein Ziel hatte. Wo ich war, war es nicht gut. Also weg.

Zugfahren hat mich immer beruhigt. Das leichte Rütteln des Waggons. Das monotone Vorbeifliegen letztlich immer wieder gleicher Szenarien. Häuser. Der eine oder andere schnelle Blick in die Fenster. Irgendwo wird zu Abend gegessen. Irgendwo läuft ein Fernseher. Dann kommt der Abend. Dann die Dunkelheit. Die Welt reduziert sich auf irgendwelche Lichter, und ich kann mir aus diesen Lichtern zusammendenken, was ich will.

In München angekommen, bekam ich gleich eine U-Bahn zum Rotkreuzplatz. Nix hat sich wirklich verändert. Und so saß ich wieder im Café Freiheit vor meinem doppelten Myers’ Rum, dem Stück Käsekuchen, einem Kaffee und einer Cola. Es waren andere Gäste hier. Aber sie suchten so wie schon seit fünfundzwanzig Jahren alle Gäste suchten. Guckten links und guckten rechts. Einsame unter Einsamen.

Bei allem Gelache, Gerede und Gemache. Wir waren einsam. Und würden es für immer bleiben. Ganz gleich, wie oft wir zusammen ins Bett gehen würden oder wie viele gemeinsame Existenzen wir aufbauen würden. Wir würden einsam bleiben trotz aller Beteuerungen und Liebesschwüre. So war das Leben. Und so wird es auch zu Ende gehen. Einsam gehen wir in die Nacht.

Und dann kam sie. Als sich Einsamkeit und Verzweiflung schon bis in die letzten Winkel meiner Wohnung breit gemacht hatten, kam sie. Als die Hoffnungslosigkeit das Atmen schwer machte, kam sie.

Du kamst wie der 14. Juli über Paris, sang mal einst André Heller. Ja, so kam sie. Wie der Regen über die Wüste. Wie das rettende Feuer des Leuchtturms, das plötzlich in nebeltrunkener Nacht auftaucht und dem orientierungslosen Seemann den rettenden Weg über alle Untiefen und gefährliche Wasser zeigt, so kam sie. Was soll ich sagen? Welche Worte finden für etwas, wofür es keine Worte gibt, weil noch nicht einmal mein Herz es fassen kann.

War es schwer mich zu finden? Ne bestimmt nicht, ich habe doch jede Nacht mein verzweifeltes S.O.S. in die Dunkelheit gejammert. Und du hast mich gehört, nicht wahr? Bist von deinem Planeten aufgebrochen auf den Weg zu mir. Quer durchs Universum. Oder wo kommst du her?

Ich habe es sofort gespürt. Denn nichts war so wie sonst. Klar, Frauen haben mich angetörnt. Ihre Haare, ihre Augen, ihre Ausstrahlung haben mich angesprochen. Was weiß ich, tausend Signale.

Aber diesmal war es anders. Was sonst ein starkes Kitzeln war, ein tiefes Verlangen oder ein Blitzeinschlag, der mich von oben bis unten elektrifizierte, das alles war es diesmal nicht, als ich sie ansah.

Diesmal kam aus der Tiefe meines Wesens ein Seufzer.
Diesmal kam aus der Tiefe meines Herzens ein Ja!
und diesmal knallten alle Sicherungen durch, selbst die, von denen ich noch nichts wusste.

Ich musste tief einatmen, und es zerriss mir fast den Brustkorb.
Ich musste tief ausatmen und fast wäre all mein Schmerz der letzten fünf Jahrhunderte mit einem einzigen tiefen Heulen rausgerutscht. Oh, diesmal war alles anders.

Und ich wusste es sofort. Lieber Gott, bleib bei mir, verlass mich nicht. Ich brauch deine Hilfe. Denn sie, du weißt, SIE ist gekommen! Und der Liebe Gott lächelte, wie er immer lächelt, wenn er sieht, wie verdutzt wir ob seiner Gnade sind.

Das ist ja das Schlimme mit dir, ließ er mich fühlen, du glaubst nicht wirklich. Deine Seele brennt, deine Wünsche explodieren wer weiß wohin, aber du glaubst nicht, dass dir nach deinem Glauben geschieht. Nun hab keine Angst und genieße, was du dir gewünscht hast.

Ich saß also in diesem Café.
Vier oder fünf Tische entfernt saß sie.
Ich könnte in meinem Hirn kramen wie ich wollte, aber ich habe keine Erinnerung mehr, ich könnte nicht sagen, ob sie allein war oder in Begleitung. Denn ich konnte nur noch sie sehen, weil ich nur noch sie fühlte. Und dann ging sie.
Stand einfach und ging raus. Wie kann das sein? Welcher Blödmann hat dieses schlechte Drehbuch geschrieben? Ich saß da und fühlte mich wie jemand, den man gerade eben von dem gemütlich über den Ozean dampfenden Luxus-Liner einfach über Bord in die eisigen Fluten des Nordmeeres geworfen hat. Und während ich noch hilflos mit Armen und Beinen um mich strample, dampft das Schiff weiter und zurück bleibe ich einsam und allein in der eisigen Unendlichkeit. Kein Mensch hielt in diesem Augenblick die Welt an. Niemand rief “Hey, Halt!”. Du bliebst nicht stehen. Du kamst nicht zurück. Nichts geschah. Die Leute redeten einfach weiter, als ob nichts geschehen sei. Die Bedienungen huschten weiter mit dampfenden Kaffees durch die Reihen der Tische, stellten dort was ab, kassierten hier, wischten und leerten volle Aschenbecher. Ja, halt! Hat denn niemand mitbekommen, was gerade passiert ist? Sie, ihr wisst, SIE ist gerade gegangen. Aber kein Verrückter drückte den roten Knopf, um dreihundert Interkontinental-Raketen mit Atomsprengköpfen auf ihren vernichtenden Weg zu schicken.

Sie ist gegangen, dann könnte doch wenigstens die Welt in einem riesigen Atomknall untergehen. Aber kein Mensch, weder in Moskau noch in Washington, drückte den roten Knopf. Mir fiel das Geld auf den Boden. Egal, stimmt schon. Bloß raus hier. Ich kann doch nicht hier sitzen bleiben, wo gerade sie rausgegangen ist. Ich stürmte los, riss noch ein Pärchen, das gerade ins Café reinging, fast um.

Stürmte raus auf den Gehweg. Meine Augen konnten nichts sehen. Gerade eben noch das grelle Neonlicht und jetzt die Dunkelheit. Und in dem Gewebe von Lichtfunken, Dunkelheit und Erinnerungsfetzen auf der Netzhaut tauchte auf der anderen Straßenseite auf, was ich gesucht hatte. Da stand sie. Ich hatte einen solchen Drive drauf, dass ich gar nicht anhalten konnte und schon stand ich vor ihr.

Achtundfünfzig Tage in der Wüste, und dann taucht die rettende Oase auf.

Drei Millionen vierhunderttausend Kilometer im dunklen All unterwegs, und dann taucht der blaue Planet schillernd in der Einsamkeit auf, und man weiß, man wird bald zu Hause sein.

Monatelang auf dem wilden Ozean gefahren und dann sieht man endlich das Leuchtfeuer.

Ein ganzes Leben gewartet und gesucht und gehofft und geträumt und gedacht, es muss doch diese Eine geben, diese Eine, auf die es ankommt, diese Eine, für die sich alles lohnt. Es muss sie doch geben, ein Leben lang nichts anderes gedacht. Und jetzt?
Draußen eisige Kälte wie in der Hölle, und man hat die rettende Hütte erreicht und taucht in die schützende Wärme ein. Aber ich, mir ging es ganz anders.

Ich stand da vor dir. Sagte kein Wort.
Hatte nicht für fünf Pfennig eine Idee, was ich tun oder machen sollte, stand da und war bereit, ausgelacht, weggeschickt, angeschrieen, fertig gemacht zu werden.
Ihr glaubt, ihr hättet mir in diesem Leben weh getan? Quatsch.
Ihr glaubt, ihr hättet mich in diesem Leben ausgelacht? Blödsinn.
Ich konnte noch so viel ab. Mir war alles egal.

Meist schaut man jemanden an und huscht dann doch schnell mit seinem Blick wieder weg, weil man die Nähe nicht erträgt.

Aber ich stand da und schaute sie an, und man hätte mich wegtragen können, ich hätte sie weiterhin angeschaut.

Sag jetzt was, dachte es in mir. Was soll ich sagen? Ich kann nichts sagen. Denn sie, die, auf die es ankommt, sie ist da. Sie ist gekommen. Sie hat meinen Weg gekreuzt.

Einer von uns beiden sollte jetzt was sagen, sagte C.

Und dann traf ich C. (Prolog)

Und dann traf ich C. (Prolog)

Und dann fiel ihr ihr Autoschlüssel runter.
Wir bückten uns gleichzeitig.
Und stießen leicht mit unseren Köpfen zusammen.
Und mein Blick konnte nicht von ihren ordentlich scheu
zur Seite gedrehten Beinen in ihrem engen Rock,
der auf ihren schönen Schenkeln hochgerutscht war, schauen.

Und wir lächelten,
jeder für uns,
ein wenig schüchtern und verlegen.
So wie es sich gehört,
wenn die Liebe zu einem gekommen ist und bleiben will.

Als wir die Wochen später ausgiebig von unseren Küssen getrunken hatten.
Und unsere Streichler sich an alle Orte unserer Körper getraut hatten.
Und wir wußten, wo wir uns in den Höhen unserer Lust treffen konnten.
Da fragte ich C., ob sie ihren Autoschlüssel absichtlicht habe runterfallen lassen.

Sie lachte. “Da hat mich ein Engel angestoßen, damit das mit uns endlich in die Gänge kam”.
Und nach einer Pause. “Meinst du, daß das stimmt?”
“Was ist?”, fragte ich, “Sag doch.”
Und sie lachte wieder. “Ich werd’s dir später erzählen. Versprochen.”

Aber dann gab es kein Später. Es gab nur irgendsoeinen Straßenkilometer auf Höhe der Autobahnabfahrt Wetzlar Stadtmitte. Und ihren diplomatenblau-farbenen Jaguar XJS, der mit uns durch die Luft in die dunkle Nacht flog.

“Auf ewig?”, hatte C. gefragt.
“Ja, auf ewig & immer”, hatte ich gesagt.
Aber dann endete unsere Ewigkeit,
als wir lachten und uns anfaßten und dachten,
wir könnten alles und alles könnte uns nichts.
Das Leben ist schon verrückt.

Du kannst mich hier nicht alleine zurücklassen, hatte ich zu ihr gesagt.
Aber sie war da schon auf dem Weg. Und mich wickelten sie in kalte Aluminiumdecken ein.
“Du gehst doch jetzt nicht”, hatte ich gefleht.
Aber sie hatte nicht geantwortet. Mir nochmal die Haare aus der Stirn gestrichen
und dann ganz traurig geguckt, so wie sie nie geguckt hatte.
Und mich spritzten sie in die Schmerzlosigkeit.
Aber es kam eine Welle an Schmerz, den kein Dolviran aufhalten kann.

Und dann sah ich C. und sagte nichts

Kosmische Orgasmusangst

Oh nein, guck mich nicht so an.
Nicht mit diesem Strahlen in deinen Augen,
sonst kommt ein Gefühl aus meinem Herz,
das mir Angst macht, weil es zu schön ist
und mich davontragen wird.

Und nimm deine Hände weg.
Sonst lassen mich deine Streichler
noch in 1.000 Stücke explodieren.
Und selbst du wirst mich dann nie wieder zusammengesetzt bekommen.

Flüster mir nichts ins Ohr,
sonst treibt der Hauch deines Atems
mein Segelschiff raus aus diesem Universum.
Und ich werde vielleicht nie wieder zu dir zurückfinden.

Drück dich nicht noch fester an mich ran.
Sonst werd ich noch mit dir zu Eins zusammenschmelzen und nie mehr wieder
ich selber sein.

Küß mich jetzt nicht mit deinen nassen Lippen.
Leg keinen Zauber über uns beide
hier auf diesem Wolkenbett.
Setz kein lustiges Kribbeln an meinen Hals,
das sich runter bis in meine Fußspitzen verliert,
wieder zurückkommt und mir das Hirn
weit, weit raus in die Nacht reiten wird.

Komm, gib uns das billige Vergnügen.
Das Ficken und Bumsen.
Halt das bißchen Gefühl, das sich auf die Schenkel beschränkt.
Aber doch nicht diese gewaltigen Kosmosexplosionen,
die sich zwischen unseren Körpern aufbauen und uns vergessen lassen,
wo wir herkommen und wo wir hinwollen.

Oh nein, treib mich nicht in diesen Rhythmus
der mich und dich nehmen wird
der mit einem süßen Strömen
dich und mich hinaus tragen wird
hinaus in diese Nacht,
dorthin wo es keine Worte mehr gibt.

Denn Worte, Worte sind das einzige
was ich habe.

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