Impressum/Datenschutz

Wake up. You must wake up, my dearest one.

Wake up. You must wake up, my love.
Wake up, my precious one. The dream is over.

Ich bin so müde. Und schau doch, all die Kratzer, all die schlimmen Schmerzen.
All die bösen Gedanken, die mir auf den Schultern sitzen und mich nicht losfliegen lassen wollen.

My dearest one, wake up. It’s only a dream. One of the bad kind.
Gshh, wake up, my love. Get out of this dream.

Ich weiß. Aber laß mich noch ein wenig schlafen.
Laß mich noch ein wenig weiter hier eingeschlossen sein
in dem, was sie mir als mein Leben andrehen.

Es waren die Riesen-Tage. Ein süßer, sanfte Wind streichelte meine Haut
und wollte ein wenig spielen.
Und so breitete ich die Arme aus und als Adler segelte ich in die Himmel.
Weit, weit raus. Und ganz, ganz hoch.
Aber dann sackte ich runter. Unaufhaltsam. Kilometer um Kilometer immer tiefer.
Rein ins dicke Eis. Und ich schmolz immer tiefer rein in die Eisschichten.
Als endlich das Absacken zu Ende war, waren über mir Kilometer kristallklares Eis,
durch das ich die weiten blauben Himmel sehen konnte,
durch die ich immer so gern und leicht gesegelt war,
aber die jetzt unerreichbar waren für mich hier unten eingeschlossen in dem Eis.

Wake up. You must wake up, my love.
Wake up, my precious one. The dream is over.

Noch einmal umdrehen, dann mach ich die Augen auf, versprochen.
Und dann hol ich die zwei, drei Zauber, die ich immer noch habe, raus
und wir laufen wieder frei und rein über die ungemachten Wolken
weit oben im blauen Himmel.


Anzeigen -

Sorglose Momente (an einem sonnigen Samstag-Nachmittag)

Wir denken, es geht ewig.
Aber die Uhren ticken die Sekunden unseres irdischen Lebens davon.
Und aus Stunden werden Tage. Und Tage sind schnell ganze Jahrzehnte.

Und unsere Träume will der Alltagswind davongetragen.
Und unsere Sehnsucht nach dem göttlichen Einssein
verbiegt sich viel zu oft in der fetten Zweisamkeit.
Hey, wir sind jung! Wir können den Preis doch locker zahlen!
Aber aus sorglosen Momenten werden Verzweiflungen
und ein Leben ohne all das, was wir doch so sehr haben wollen.

Wir drücken unsere Körper dorthin, wo wir die Liebe suchen
Und so guckst du mich an.
Und so guck ich dich an.
Und zwischen all den Blicken der achthundertfünfzig Menschen
an diesem sonnigen Sommer-Samstag
ist es das Funkeln unserer fragenden Augen,
das uns in eine stille Ecke führt.
Und unsere Hände suchen, was unsere küssenden Lippen vorgeben
und wir drücken unsere Körper dorthin, wo wir die Liebe suchen.

Du riechst so lecker.
Und du fühlst dich so frisch in meinen Armen an.
Und meine Lippen an deinem Hals treiben die Gänsehaut-Wellen
einmal rauf und runter. Und deine Lippen an meinem Hals
fragen mich, wie ich ertragen konnte, das so lange zu vermissen.

Und ich überlege, ob ich was sage,
aber ich sage nichts.
Stattdessen treiben uns unsere rasenden Herzschläge
rauf auf die Wolken im strahlend blauen Sommertag
und wir laufen mit dem Wind um die Wette
und springen im richtigen Moment weit
weit raus ins warme Blau
des Himmels um uns herum.

Als wir wieder auf der Holztribüne sitzen,
bringst du mit deinen Händen Ordnung in deine Haare.
Noch zwei, drei unsichere Blicke und ein Lächeln.
Sorglose Momente verabschieden sich aus der Hitze der Sehnsucht.
Und im Auto auf dem Weg nach Hause denk ich drüber nach,
daß wir noch nicht mal nach unseren Namen gefragt haben.

Aber brauchen wir unsere Namen?
Du bist doch eh nur den einen oder anderen sehnsuchtsvollen Herzschlag entfernt.
Aber dann geht auf der Rückfahrt mein Auto kaputt, und ich habe ganz andere Sorgen.

Was soll ich mir noch wünschen?

Ich hatte dich gesehen.
Und du warst für mich weiter weg als Saturn und Jupiter zusammen.
Du, die tolle Frau, mit den tollen Typen.
Und ich der kleine Träumer.

Und weil ich nix anderes tun konnte, träumte ich von dir und mir.
Zog dir in meinen Phantasien den Rock hoch und den Slip zur Seite.
Und ich schlief mit dem Gedanken an dich ein.
Und als ich aufwachte, warst du auch schon wieder da.

Und ich schlief mit dem Gedanken an dich ein. Und als ich aufwachte, warst du auch schon wieder da.

Und wie das so mit dem Gesetz der Anziehung in diesem Universum funktioniert, zog jeder meiner sehnsuchtsvollen Gedanken dich immer näher an mich heran. Und dann standst du vor mir.

Ich hab in meinem Leben immer tun können, was ich wollte.
Und ich hatte immer alles, was ich mir wünschte.
So what? Es wird keine feuchteren Küsse als deine nassen Lippen an meinem Hals geben.
Es wird keine aufregenderen Streichler als unsere geben.
Und hinterher mehr als Uuuh! und Poah! kann es nicht geben.
Kann man weiter raus als bis ans Ende der Milchstraße fliegen? Wohl nicht.
Und all unsere Zeitungen und Gedichte und Fotos
und Gemälde und Radiosendungen und Lesungen und Reisen…
Und dennoch, dennoch, dennoch ist da immer noch was, was mir fehlte.

Manchmal denk ich, ich hätte dich lieber nicht getroffen.
Wäre lieber durch mein Leben gelaufen auf der Suche nach dir und uns.
Und dann hätten wir uns irgendwann viel, viel später getroffen,
und es wäre sowas wie ein Höhepunkt eines Lebens werden können.

Nichts ist für immer, sagen die Leute. Quatsch, denn meine Liebe für dich ist für immer. Und meine Verzweiflung wegen dir ist für immer. Und mein Schmerz wegen uns ist für immer.

So aber hatte ich alles sehr schnell. Und hechelte dann ein Leben lang hinterher
auf der Suche… tja, wonach? An das, was wir hatten? Ne, nix Altes aufwärmen.

Mit dir war ich angekommen und bin losgeflogen.
Mehr wollte ich eigentlich nicht in diesem Leben.
Aber danach wußte ich dann nicht, was ich eigentlich noch haben wollte.
Und statt durch die weiten Himmel mit ausgebreiteten Flügeln zu segeln
hoppelte ich durch das, was sie mir als mein Leben andrehten.

Und dann sagst du mir nach all den Ewigkeiten,
daß du sofort ins Flugzeug steigen würdest.
Klar, keine Frage. Du würdest um die halbe Welt zu mir fliegen.
Und natürlich weiß ich, daß es wieder fantastisch sein würde,
daß wir wieder raus auf die Himmelsozeane segeln würden
und hinterher wieder Uuuh! und Poah! sagen würden.
Und wir würden uns diesmal vielleicht wirklich nie wieder alleine lassen.

Das kleine Mädchen irgendwo in Südfrankreich
steht am späten Abend unter dem Walnusbaum auf ihrem Grundstück
und sagt zum Universum: “Schick mir doch meine fehlende Hälfte.”
Der kleine Junge steht irgendwo im Nordwesten der USA
in der Nacht auf seinem Lieblingsberg und sagt zu Gott:
“Schick mir doch endlich meine Liebste. Ich kann nicht mehr.”
Und dann rufst du mich an, und wir schicken uns Hunderte von eMails
und telefonieren bis zur körperlichen Erschöpfung.

Du bist stinksauer auf mich. Und meine Freunde sagen,
ich hätte jetzt den größten Fehler meines Lebens gemacht.
Aber ne, das, was ich suche, ist nicht das, was wir schon mal hatten.

Den einen oder anderen Zauber habe ich noch.
Und ich habe mit einer Handbewegung meine tiefe Sehnsucht raus in den Nachthimmel geschickt.
Und der Nachthimmel hat genickt und gesagt “Ok”.
Das ist der Anfang, würde ich gerne sagen. Wenn nicht Nena das schon gesagt hätte.

Und das ist dann die Liebe. Eifersucht.

Und du schreibst mir über meine Eifersucht damals, als wir zusammen waren:
“Habe ich Dich kennen gelernt und mit Dir allumfassende Einheit erfahren. Unsere Liebe war magisch und exklusiv. Kontakte mit alten Freunden oder Kumpels mussten ausgeschlossen werden, Du hattest an allen etwas auszusetzen.
Ich erinnere mich gut an Deine Eifersucht und ein gewisses Besitzergreifendes Gefühl. Du selbst hast das sicher nicht so empfunden, für Dich war es klar, dass in unsere Liebe keinerlei Außenstehende passten.”

Und du schreibst mir nach unseren Leben ohne uns über deine Eifersucht:

“Allein der Gedanke, dass Du jemals mit einer anderen Frau geschlafen hast als mit mir und dabei auch noch etwa Befriedigung erfahren haben könntest, macht mich, in kurzen Augenblicken, die meiner Wachsamkeit entgangen sind, völlig rasend!”

Und ich hab dir noch nicht mal alles erzählt, durch welche Sümpfe der Begierden und Perversionen ich gegangen bin, als ich nach dem suchte, was wir mal hatten und fürchterlich vom Weg abgekommen bin. Und du wirst mir noch nicht mal alles erzählt haben. Und so ist das dann mit der Liebe und der Eifersucht.

Nicht über dich und mich schrieb ich mal Als wir uns alles erzählt hatten.

Manchmal sollten wir einfach den Mund halten. Und nicht so viel reden. Und nicht alles erzählen.

Hau nur ab und komm nie wieder. Und das ist dann die Liebe.

Und wenn nachts das Telefon klingelt,
hoff ich manchmal, dass du es bist.
So wie früher, wenn du mich nachts um halb drei quer aus Europa angerufen hast. Und wir uns dann mal wieder zusammen taten, um uns doch nur wieder zu trennen.
“Du blödes Schwein.”
“Du miese Ratte.”
“Tschüs.”
“Ja, hau nur ab und komm nie wieder.”

Es ist so wie früher vor 100 Jahren. Nur unsere Telefonate gehen jetzt um die halbe Welt.
Und quer über die Satelliten in dunkler Höhe von 1.230 Kilometern hangelt sich unsere Sehnsucht aufeinander von Kontinent zu Kontinent. Und wir brauchen nur 2 Minuten, um wieder die Herzen in Brand zu setzen. Und jedes Wort legt noch mehr Kohle nach. Und wir planen schon wieder unser gemeinsames Leben.

Nichts ist für immer, sagen die Leute.
Quatsch, denn meine Liebe für dich ist für immer.
Und meine Verzweiflung wegen dir ist für immer.
Und mein Schmerz wegen uns ist für immer.

Und wir brauchen nur 2 Wochen, um uns wieder auseinander zu dividieren. Alles wie gehabt. Nur daß wir es jetzt schon von Kontinent zu Kontinent über 8.000 Kilometer am Telefon können.

“Ich bin bereit, Dir bis ans Ende der Welt zu folgen”, schreibst du mir.
Ja ich weiß. Aber das hatten wir alles schon mal, und es hat nicht gereicht.
Und das ist ja der Schmerz, den nichts und niemand vertreiben konnte,
und der mich mein Leben lang traurig zurückläßt:
Wenn das, was wir hatten, nicht reicht, was dann?!

“Du hast mir so extrem wehgetan heute,
dass ich das nur mit deinem grossen Leid erklären kann”, schreibst du mir.
Und mein größtes Leid in diesem Leben kam von dir und mir.
Und so ändert sich nichts.

Und das ist dann die Liebe. An dich denken

Oh ja, ich denk schon oft an dich.
An unsere wilde Woche in Paris.
An unsere wilde Woche in London.
An unsere wilde Woche in Kopenhagen.

An unsere Streits in Bonn.
An unsere Schlägereien in Hamburg.
An unsere Herzschmerzen in Dänemark.

An unsere Liebesschwüre für die Ewigkeit.
An unsere bösartigen Demütigungen.
An unser verzweifeltes Strampeln,
um zueinander zu finden.

Ja, ich denk schon oft an dich.
Und wenn nachts das Telefon klingelt,
hoff ich manchmal, dass du es bist.
So wie früher, wenn du mich nachts um halb drei
quer aus Europa angerufen hast.
Und wir uns dann mal wieder zusammen taten,
um uns doch nur wieder zu trennen.
“Du blödes Schwein.”
“Du miese Ratte.”
“Tschüs.”
“Ja, hau nur ab und komm nie wieder.”

Und es gibt viele Gründe,
warum ich dich so liebe wie ich dich liebte
und immer lieben werde.
Deine nassen Küsse.
Deine zarten Blicke.
Deine verrückten Ideen.
Deine weichen Schenkel.
Dein Lächeln, das mein Herz funkeln ließ.
Und diese so wohltuend schmelzende Lust,
wenn wir beide in guten Momenten zueinander fanden,
eins wurden und selbst nicht wußten,
was mit uns geschah
und wir vom süßen Strömen in unseren Körpern
weit, weit rausgetragen wurden in den Kosmos
und verstanden, was niemals in Worte zu fassen sein wird.
“Uuuh”, sagtest du dann hinterher.
“Poah”, sagte ich dann hinterher.
Und wir lächelten uns an und weinten,
weil wir uns so unvorstellbar tief liebten.
“Ich will dich nicht verlieren.”
“Ich sterbe, wenn du gehst.”

In Amsterdam
schloß ich dich
für immer in mein Herz

Aber weißt du,
warum ich dich wirklich so dolle liebte
und liebe und immer lieben werde?
Du wirst es vergessen haben.
Vielleicht hast du’s noch nicht mal bemerkt.
Aber ich schloß dich damals
für immer in mein Herz.

Wir standen in Amsterdam auf dem Hauptbahnhof.
Hatten uns den ganzen Vormittag gestritten,
ohne zu wissen, warum.
Wollten mit dem Zug bloß weg aus der Stadt.
Aber wußten nicht wohin.
Und dann sagst du in den ganzen nervigen Streit hinein:
“Siez mich wieder.”
Hm?
“Siez mich wieder. Da warst du viel netter zu mir als jetzt.”
Und ich wußte augenblicklich,
du bist eine der Frauen in meinem Leben,
auf die es ankommt.

Und das ist dann die Liebe. 12.775 Tage ohne dich

Seit 306.600 Stunden kann ich zusehen, wie ich klar komme.
Denn da hast du gelacht und bist losgezogen.

18 Millionen und 396.000 Minuten habe ich meinem Leben traurig zugeschaut.
Allein, mit Frauen, allein. Und fast immer mit dem Gedanken an uns.

1 Milliarde 103 Millionen und 760.000 Sekunden erzählten mir von uns.
Und stellten mir die Frage:
Wenn das, was wir hatten, nicht ausreicht, ja was dann?
Und wenn du dann kamst, wenn dann deine Briefe eintrudelten,
dann konnte ich mich nicht bewegen. Damit nicht wieder die Wunden aufbrechen.

Und dann schreibst du mir nach 12.775 Tagen von unseren Liebesräuschen, geistigen Höhenflügen und innigster Seelenverwandschaft: “Alle Worte sind zu eng, Unbeschreibliches zu nennen”.

“Wie kann ich Dich heilen, so dass Du nur noch das Wunderbare dieser aussergewöhnlichen Begegnung fühlst?”, fragst du.

Ich glaube, selbst du kannst mich nicht mehr heil machen.