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Hamaland-Museum in Vreden: Ausstellung Gesellschaftsspiele aus über 100 Jahren

Viele Kindheitserinnerungen werden sicherlich die zahlreichen Gesellschaftsspiele wecken, hier eine alte Ausgabe von 'Mensch ärgere dich nicht' (Foto: Presseamt Kreis Borken)
Viele Kindheitserinnerungen werden sicherlich die zahlreichen Gesellschaftsspiele wecken, hier eine alte Ausgabe von 'Mensch ärgere dich nicht' (Foto: Presseamt Kreis Borken)

Mit “Mensch ärgere dich nicht” oder “Mau Mau” lassen sich regnerische Nachmittage überbrücken. Welche Spiele wann in Mode waren, das zeigt ab dem kommenden Sonntag, dem 2. August 2009, die neue Sonderausstellung im kreiseigenen Hamaland-Museum in Vreden. Unter dem Titel “Spiel mit mir – Kinder und Gesellschaftsspiele” hat das Team um Museumsleiterin Dr. Annette Menke Exponate aus den vergangenen 120 Jahren zusammengetragen.

Auch viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Borken haben Schätze aus ihrer Kindheit beigesteuert.

“Spiele gehören seit Menschengedenken zum Leben dazu”, erklärt Dr. Annette Menke. “Dabei dienen sie meist keinem bestimmten Zweck, sondern allein der Freude am Miteinander.” So liege im Spiel auch ein Ursprung der Kultur. Die neue Ausstellung präsentiert einen kleinen Ausschnitt aus der großen Welt des Spiels. Zu sehen sind reine Denkspiele wie Schach, reine Glücksspiele mit dem Würfelbecher und viele Varianten, die zwischen diesen beiden Polen liegen. Dazu gehören Klassiker wie “Mensch ärgere dich nicht” und Karten- und Geschicklichkeitsspiele.

“Die Ausstellung zeigt die große Vielfalt dieser Spiele und belegt die modischen Strömungen, denen sie unterliegen”, betont Dr. Annette Menke. “Sicherlich werden bei vielen Gästen Kindheitserinnerungen wach”, ist sie überzeugt. Neben der Theorie kommt im Hamaland-Museum auch die Praxis nicht zu kurz. Spiele zum Ausprobieren stehen für kleine und große Gäste bereit.

Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung am kommenden Sonntag, dem 2. August 2009, um 11 Uhr im Hamaland-Museum sind alle Interessierten eingeladen. Dr. Annette Menke wird in die neue Schau einführen und mit den Besucherinnen und Besuchern in die Geschichte des Spiels eintauchen. Zu sehen ist die Ausstellung “Spiel mit mir” bis zum 15. November.

Das Hamaland-Museum am Butenwall 4 in Vreden ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende zahlen einen Euro, Familien vier Euro. Führungen durch die neue Sonderausstellung sind auf Anfrage möglich. Nähere Informationen gibt es im Museum unter der Telefonnummer 02564/39180 oder per Mail.


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Spannende Entdeckung in Bonn: Grab von Julius Tausch

Eine spannende Entdeckung im Vorfeld von Robert Schumanns 200. Geburtstag im Jahre 2010: Julius Tausch ist – wie Schumann fast vier Jahrzehnte vor ihm – auch in Bonn begraben.

Grab von Julius Tausch in Bonn (Foto: Presseamt Stadt Bonn)
Grab von Julius Tausch in Bonn (Foto: Presseamt Stadt Bonn)

Robert Schumann (geb. 1810 in Zwickau, gestorben am 29. Juli 1856 in Bonn) hätte sich sicher nichts weniger gewünscht, doch sein Düsseldorfer Widerpart, Vertreter und Nachfolger als städtischer Musikdirektor, Julius Tausch (geb. 1827 in Dessau; gestorben am 11. November 1895), folgte ihm nach Ende seiner Laufbahn nach Bonn. Er wurde auf dem Poppelsdorfer Friedhof beerdigt.

Dass Julius Tausch, dessen Rolle auch im Film “Geliebte Clara” von Helma Sanders-Brahms (2007) als der eines zwar fähigen Dirigenten, aber intriganten Gegenspielers Schumanns interpretiert wird, nach 37 Dienstjahren als Düsseldorfer Musikdirektor und zehnmaliger Leiter der berühmten Niederrheinischen Musikfeste als Ruheständler 1890 nach Bonn zog, ist nicht unbekannt.

Völlig vergessen war aber, dass Tausch, der laut alter Meldekartei am 1. September 1890 von Düsseldorf nach Bonn zugezogen ist und in der Hohenzollernstraße wohnte, auch in Bonn begraben ist.

Angeregt durch die eher zufällige Lektüre eines Aufsatzes von 1960 über die Gräber auf dem Poppelsdorfer Friedhof machte sich die Direktorin des Stadtmuseums Bonn und Projektleiterin des vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stadt Bonn geförderten Schumann-Netzwerks, auf die Suche nach diesem Grab, das nirgendwo in neueren Unterlagen mehr vermerkt war und unauffindbar schien.

Umso größer die Begeisterung, als die unermüdliche Suche dank des nicht nachlassenden Eifers zweier Mitglieder des Fördervereins Stadtmuseum Bonn nach vielen Tagen doch erfolgreich war. Es ist zwar nicht mehr “sein” Grab, doch die “neuen” Besitzer der Grabstelle, die offenbar nicht als Ehrengrab geführt wurde, haben Tauschs alten Grabstein behalten – und umgedreht. Auf der abgewandten Seite hat sich deshalb noch die alte Gravur erhalten und machte die Grabstelle identifizierbar.

War Beethoven der erste Jazzer? Kultur-Abend im Beethoven Center Vienna

Zu Ehren des Tondichters Ludwig van Beethoven wird am Montag, 27. Juli, im “Währinger Rathaus” (18., Martinstraße 100) eine Festveranstaltung abgehalten.

Das “Beethoven Center Vienna” richtet den Kultur-Abend in enger Kooperation mit der “Okinawa Beethoven Society” (Japan) aus. Der Bezirksvorsteher des 18. Bezirkes, Karl Homole, unterstützt das Projekt. Um 19 Uhr beginnt die Feier. Musikalische Darbietungen von Künstlern aus Japan, einführende Kommentare von Beethoven-Experten, eine Buch- Präsentation, die Vorstellung eines “Beethoven-Weines” und ein Vortrag zur Frage “War Beethoven der erste Jazzer?” stehen auf dem Programm. Der Eintritt ist frei (Spenden erbeten).

Der Festsaal ist über den Amtshaus-Eingang in der Währinger Straße 124 zu erreichen. Auskünfte und Reservierungen: Telefon 0664/43 121 43 (E-Mail: konzertkarten@gmx.at).

Kuss für die Welt – Schöpferischer Weg aus der Krise
Das Publikum hört an dem Abend letzte Sonaten Beethovens, die Lieder “An die ferne Geliebte” und einige andere Werke. Neben den Pianisten Keiko Nakai und Yuki Shinjo tritt der Tenor Kenji Kasai auf. In seinem Vortrag “Jazz is originated in Beethoven’s final Sonata Op. 111″ setzt sich Univ.-Prof. Dr. Masakuni Tako (Präsident der “Okinawa Beethoven Society”) mit Jazz-Elementen in Beethovens Schaffen auseinander.

Die Präsentation des neuen Buches “Diesen Kuss der ganzen Welt – Beethovens schöpferischer Weg aus der Krise” (von Univ.-Prof. Dr. Erika Schuchardt, BRD) zählt zu den Höhepunkten der Zusammenkunft. Mehrere Beethoven-Kenner, darunter die Präsidentin des “Beethoven Center Vienna”, Susanne Rittenauer, sprechen zu den Gästen.

Vom Repräsentanten des japanischen Kulturzentrums bis zu einem Mitglied der Wiener Philharmoniker nehmen verschiedenste Beethoven-Verehrer an der Feier teil. Bei dieser Festlichkeit arbeitet das “Beethoven Center Vienna” mit ehrenamtlichen Bezirkshistorikern aus dem Bezirksmuseum Währing zusammen.

Internet:
www.wienmuseum.at
Beethoven Center Vienna: www.beethovencenter.at

Viersen im 1. Weltkrieg. Buchvorstellung in Mayersche Buchhandlung Viersen

Der Verein Geschichte für Alle e.V. Viersen präsentiert “Viersen im 1. Weltkrieg” am Samstag, dem 1. August 2009, um 11.00 Uhr, in der Mayersche Buchhandlung (Hauptstraße 12, 41747 Viersen) vor. Der Eintritt ist frei.

Das in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Viersen entstandene Werk gibt in 2 Bänden einen regionalen Einblick in die Ereignisse zwischen 1914 und 1918.

Während im ersten Band die Kriegsjahre einzeln aufgearbeitet und explizit die örtlichen Gegebenheiten in Viersen beleuchtet werden, enthält der zweite Band eine tabellarische Auflistung sämtlicher Gefallener des heutigen Stadtgebietes.

Kranzniederlegung am Grab von Kurt Landauer, ehemaliger Präsident des FC Bayern München

Zum 125. Geburtstag des ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München Kurt Landauer legt die Landeshauptstadt München am Dienstag, dem 28. Juli 2009, an seiner Grabstätte im jüdischen Friedhof, Garchinger Straße 37, einen Kranz mit Stadtschleife nieder.

Kurt Landauer, jüdischer Kaufmann, wurde am 28. Juli 1884 in Planegg geboren. Er war von 1913 bis 1914 und mit einjähriger Unterbrechnung (1922) zwischen 1919 und 1933 sowie von 1947 bis 1951 Präsident des FC Bayern München.

Während seiner Präsidentschaft konnte der FC Bayern München seinen ersten großen Erfolg erzielen, als er am 12. Juni 1932 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Finale Eintracht Frankfurt mit 2:0 besiegen konnte.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Kurt Landauer, da er Jude war, seine Arbeitsstelle als Leiter der Anzeigenabteilung bei den Münchener Neuesten Nachrichten und wurde am 22. März 1933 auch gezwungen, sein Amt als Bayern-Präsident abzugeben.

Später wurde er zwei Monate im Konzentrationslager Dachau interniert und konnte 1939 in die Schweiz flüchten. Nachdem er 1947 wieder nach München zurückkehrte, wurde er nochmals bis 1951 Präsident der Bayern. Kurt Landauer starb am 21. Dezember 1961 in München.

Noch bis 31. Juli 2009: Willy-Brandt-Ausstellung in Herten

“Willy Brandt – Ein politisches Leben 1913 – 1992″: Diese Ausstellung ist noch bis zum 31. Juli im Großen Sitzungssaal des Hertener Rathauses zu sehen. Auf 70 Stelltafeln werden Szenen aus dem Leben und Wirken des beliebten Politikers gezeigt.

Über 500 Fotos sowie Reproduktionen von persönlichen Notizen und Zeitungsartikeln erinnern an den Friedensnobelpreisträger, Regierenden Bürgermeister von Berlin, Bundeskanzler, Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden der SPD und Präsidenten der Sozialistischen Internationale, Willy Brandt.

Zu sehen ist die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung bis zum 31. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses: montags und dienstags von 8 bis 16 Uhr mittwochs und freitags von 8 bis 12.30 Uhr donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr.

Hitlers Blitzkrieg 1940. 4-stündige Dokumentation über den Westfeldzug bei VOX

Am 10. Mai 1940 starteten die Deutschen den Westfeldzug und griffen die Niederlande, Luxemburg und Nordfrankreich an. Die vierstündige Spiegel TV Dokumentation “Der seltsame Sieg – Hitlers Blitzkrieg 1940″ am 29. August um 20.15 Uhr bei VOX widmet sich diesem wichtigen Kapitel des zweiten Weltkriegs, das entscheidend für die folgenden Ereignisse war.

Deutsche und französische Zeitzeugen erinnern sich an die dramatischen Wochen im Mai und Juni 1940, die mit einem Triumph Adolf Hitlers endeten.

Nachdem sie in nur drei Tagen durch Belgien und Luxemburg gestürmt waren, erreichten die deutschen Panzereinheiten am 13. Mai 1940 die französische Grenze bei Sedan. Die Franzosen wähnten sich hinter der Mignot-Linie mit zahlreichen Bunkern und Verteidigungsstellungen in Sicherheit – aber über 1000 Kilometer Grenzlinie lassen sich nicht gleichmäßig verteidigen.

29 Mal hatte die Deutschen den Angriffstermin verschoben und zunächst nicht mal ein schlüssiges Konzept. Erst während des Wartens auf den Angriff, dem neunmonatigen “Sitzkrieg”, reifte die von Erich von Manstein stammende Idee des “Sichelschnitts” heran. Der von ihm geplante überraschende Vorstoß der Deutschen über die Ardennen und der Durchbruch bei Sedan kamen für die Franzosen völlig überraschend. Selbst Hitler und die Wehrmachtsführung hatten mit diesem Tempo nie gerechnet und ließen in Sorge um die ungeschützten Flanken zweimal die Panzerspitze anhalten. Doch durch ihr starres Befehlssystem hatten die Franzosen keine Chance.

Um die Geschehnisse zu dokumentieren, hat Spiegel TV in deutschen, französischen und amerikanischen Archiven eine beispiellose Sammlung von Filmaufnahmen, darunter auch nie zuvor gezeigte Amateuraufnahmen, zusammengetragen und die wichtigsten Schauplätze des Dramas in Deutschland, Belgien und Frankreich aufgesucht und mit aufwändiger Filmtechnik gedreht.

Die vierstündigen Dokumentationen haben ihre Zuschauer gefunden: “Der seltsame Sieg – Hitlers Blitzkrieg 1940″ am 29. August um 20.15 Uhr bei VOX

Mittelalter in Bonn. Leben wie auf der Burg im Stadtmuseum Bonn

Wer wollte nicht Prinzessin oder Ritter auf der Godesburg sein? Wie das Leben auf der Burg im Mittelalter war, erfahren Kinder ab 6 Jahren in einem Ferienworkshop des Stadtmuseums Bonn.

Am Donnerstag, dem 30. Juli 2009, probieren sie Ritterrüstungen an, lernen Mittelaltertänze kennen und als Erinnerung basteln sie das Mittelalterspiel Alquerque. Der Workshop geht von 15 bis 16.30 Uhr. Weitere Infos gibt es immer vormittags bei Karin Hensel-Kleuver unter (0228) 77-24 14. Dort können Eltern ihre Kinder auch anmelden. Die Teilnahme kostet 8 Euro.

Flaggen am 20. Juli zur Erinnerung an den Widerstand gegen Hitler

Zur Erinnerung an den Widerstand gegen Hitler und an die Ereignisse des 20. Juli 1944 werden am Montag (20.7.) an öffentlichen Gebäuden die Flaggen aufgezogen.

Zum geschichtlichen Hintergrund: Nachdem bereits mehrere Attentatsversuche gescheitert waren, legte Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944 im “Führerhauptquartier Wolfsschanze” bei einer Lagebesprechung mit Hitler eine Bombe.

Als bekannt wurde, dass Hitler den Anschlag nur leicht verletzt überlebt hatte, zeichnete sich bereits frühzeitig das Scheitern des Umsturzversuches ab. Stauffenberg zahlte, wie viele Mitverschwörer, mit seinem Leben. Dennoch gilt diese Tat bis heute als Beweis dafür, dass es auch in Deutschland einen aktiven Widerstand gab.

Der Name Claus Schenk Graf von Stauffenberg steht wie kein anderer für den Widerstand gegen Hitler und somit für den Versuch, sich des verbrecherischen Nazi-Regimes zu entledigen.

Historischer Reiseführer von Bruno Fischer: “Ruhrgebiet 1933 -1945″

Bruno Fischer: Stadtführung und Buchpräsentation von “Ruhrgebiet 1933 -1945. Der historische Reiseführer” am Samstag, dem 19. September 2009, 16.00 Uhr, in der Mayersche Buchhandlung (Markt 5-6, 45127 Essen). Eintritt: 5 Euro. Eintrittskarten sind in der Mayerschen Buchhandlung erhältlich oder können unter der Rufnummer (0201) 365670 reserviert werden.

Wichtig war das Ruhrgebiet für das NS-Regime als Industrieregion, geprägt von Kohle und Stahl. Montanindustrielle wie Thyssen, Vögler und Krupp gehörten zu den Wegbereitern von Hitlers Machtübernahme. Ihnen stand eine sozialdemokratisch und kommunistisch beeinflusste Arbeiterschaft gegenüber.

Vor diesem Hintergrund führt Bruno Fischers Buch zu so unterschiedlichen Orten wie den Rüstungsfabriken, den Villen der Stahlbarone, aber auch den Stätten des Terrors gegen Arbeiter-organisationen, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen. Nationalsozialistische Gedenkkultur wird ebenso verortet wie der Vernichtungsfeldzug gegen Juden, Geisteskranke, Sinti und Roma.

Man erfährt, wo Helmut Horten jüdische Kaufhäuser arisierte und wo die Nazis Jagd auf als »entartet « geltende Kunst machten. Und es fehlen natürlich auch nicht die Meisterfeiern von Schalke 04, bei denen die Gauleitung das Drehbuch schrieb.

Erstmals gibt dieser historische Reiseführer einen Überblick über die in der NS-Zeit bedeutsamen Orte im gesamten Ruhrgebiet, schildert, was dort geschehen ist und was aus ihnen geworden ist. Etwa 150 Stationen quer durch das Revier werden in Text und Bild vorgestellt – ergänzt durch praktische Informationen und ausführliches Kartenmaterial.

Bruno Fischer, Jahrgang 1948, studierte Geschichte, Soziologie und Pädagogik in Köln und Freiburg im Breigau. In Dinslaken und Köln übte er seine Tätigkeit als Lehrer aus. Seit 1985 leitet er regionalgeschichtlicher Exkursionen, u. a. durch das Ruhrgebiet, nach Frankfurt und Amsterdam. Es folgten Veröffentlichungen u. a. über Köln in der Französischen Revolution, über das jüdische Köln und zuletzt über Spuren und Symptome der nationalsozialistischen Herrschaft im Köln der Gegenwart.

Die St.-Georg-Notkirche 1945 in Bocholt

In einer Pressemitteilung von Montag, dem 29. Juni 2009, präsentierte die Stadt Bocholt mit der St.-Georg-Notkirche 1945 das Foto des Monats Juli 2009.

Als in der Mittagszeit des 22. März 1945 viele Spreng- und Tausende von Brandbomben Bocholts Innenstadt zu mehr als 84 Prozent zerstörten, war auch die St.-Georg-Kirche mit ihrer “Päperbüsse”, dem barocken Turmhelm, in Schutt und Asche gelegt worden. Wer sein Leben nach diesem verheerenden Bombenangriff gerettet hatte, suchte vergeblich nach einem Platz der Andacht und Einkehr in der Bocholter Hauptkirche.

Pfarrer Josef Kruse, der nicht wie viele die Stadt tagsüber zur eigenen Sicherheit verlassen hatte, war im Bombenhagel umgekommen.
Die Ende März 1945 in Bocholt einmarschierten britischen Soldaten hatten in der Stadt das Kommando übernommen und ließen den Pfarrverwalter Kaplan Josef Schmitz von St. Georg schon im April 1945 die Seelsorge der Pfarrei St. Georg wieder aufnehmen, bevor Pfarrer Hermann Aertker im Juni 1945 von Bischof Clemens August Kardinal von Galen seine Ordination als neuer Pfarrer von St. Georg in Bocholt erhielt.

Notkirche St. Georg 1945 (Foto: Presseamt Stadt Bocholt)
Notkirche St. Georg 1945 (Foto: Presseamt Stadt Bocholt)

Kaplan Josef Schmitz errichtete in einem von der Möbelfabrik/Schreinerei Johann Böwing (später Bocholter Laborbau) auf der Weidenstraße 42 unentgeltlich zur Verfügung gestellten Lagerraum eine Notkirche für die Pfarrei St. Georg, in der auch der neue Pfarrer Aertker am 19. August 1945 eingeführt wurde.

Diese Notkirche wurde Ende Oktober 1945 als Ort des Gottesdienstes von St. Georg in die Turnhalle des erhaltenen St.-Georg-Gymnasiums verlegt, wo am 11. November 1945 wieder Gottesdienst gehalten werden konnte. Von dort kam sie am 19. Mai 1946 in die Aula des Gymnasiums.

Die erste Notkirche in der Schreinerei Böwing wurde auch nach dem Wiederauszug der Pfarrgemeinde St. Georg von Katholiken im Westen der Stadt bis 1950 für Gottesdienste mit Priestern von St. Georg genutzt. Das von der Familie Böwing/König/Schmeing dem Stadtarchiv übermittelte Foto zeigt den Innenraum der Notkirche St. Georg vor 1950.

Zauberkünstler Alexander Heimbürger aus Münster

Ab sofort geht es im Stadtmuseum Münster zauberhaft zu. Erinnert wird bis zum 20. September 2009 anlässlich seines 100. Todestages an den “weltberühmten ‘Herrn Alexander’. Der Zauberkünstler Alexander Heimbürger aus Münster”. Der in Münster geborene Johann Friedrich Alexander Heimbürger (1819-1909) gehörte zu den berühmtesten Magiern des 19. Jahrhunderts.

Alexander Heimbürger im Jahr 1846 (Foto: Presseamt Stadt Münster)
Alexander Heimbürger im Jahr 1846 (Foto: Presseamt Stadt Münster)

Der Auftritt des Wiener Zauberkünstlers Ludwig Döbler im münsterschen Theater beeindruckte den damals 16-Jährigen so sehr, dass er beschloss das “Zauberhandwerk” zu erlernen. Bei seinem Debütauftritt in Hannover nahm er sicherheitshalber den Künstlernamen “Herr Alexander” an.

In Hamburg feierte er 1840 erst mäßige, dann grandiose Erfolge und machte sich, nun finanziell abgesichert, selbständig. In den 1840er und 1850er Jahren tourte Heimbürger durch ganz Amerika, um dort “reich und berühmt” zu werden.

Mit seiner Zauberei beeindruckte er nicht nur den damaligen Präsidenten der USA, James Polk (1795-1849), sondern auch Herman Melville, der den “Herrn Alexander” 1851 in seinem Roman “Moby Dick” erwähnte.

Heimbürger lernte Spanisch und Portugiesisch und reiste weiter nach Mexiko, Guatemala, Panama, Argentinien, Chile und 1852 nach Brasilien, wo er mehrfach vor dem Kaiser auftrat.

Er experimentierte mit Elektrizität, perfektionierte seine Auftritte und erfand immer spektakulärere Programmpunkte. “Das Wunder von Hindustan oder Das in der Luft schwebende Kind” war weltweit die erste “Schwebe”-(Levitations-)Nummer.

Im Haus Krummer Timpen 16 setzte sich Heimbürger im Alter von 35 Jahren zur Ruhe (Foto: Presseamt Stadt Münster)
Im Haus Krummer Timpen 16 setzte sich Heimbürger im Alter von 35 Jahren zur Ruhe (Foto: Presseamt Stadt Münster)

Auch die “Hervorbringung eines wunderschönen kleinen Mädchens aus einem Ei”, das “Erscheinen von Wasserschalen und Blumen aus dem Nichts” oder “Die Geisterglocke” führten dazu, dass sein Name auf dem amerikanischen Kontinent bekannt wurde und er enorme Einnahmen verzeichnete.

Zurück in seiner Heimat Münster setzte sich Heimbürger im Alter von nur 35 Jahren mit einem stattlichen Vermögen zur Ruhe. Gelegentlich trat er nun noch bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf. Er war Mitglied im Zivilclub, organisierte Feste und Aufführungen und nahm am gesellschaftlichen Leben Münsters teil. Im Alter von 89 Jahren verstarb er am 25. Juli 1909.

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