Am Sonnabend, dem 19. September 2009, wurde die Rettungsleitstelle des Landkreises Celle um 01.33 Uhr telefonisch informiert, dass eine
Person nach einer Schlägerei stark blutend und nicht ansprechbar auf
dem Gelände der CD-Kaserne beim dortigen autonomen Kommunikationszentrum “Buntes Haus” am Boden liege.
Daraufhin wurden zwei Funkstreifenwagen mit vier Beamten zum Ereignisort entsandt. Beim Eintreffen der Polizei hielten sich bei mildem Wetter ca. 50 Personen und dabei insbesondere Punker am Eingang auf.
Offensichtlich waren viele der jungen Leute, die zu einem Punkkonzert auch aus Hamburg und Hannover nach Celle gereist waren, erheblich angetrunken und reagierten sehr aggressiv auf das Erscheinen der Polizei. U. a. wurde gerufen, dass “die Bullen abhauen” sollten. Da sich die verletzte Person im “Bunten Haus” befinden sollte, gingen die Polizisten in den Eingangsbereich und sahen im Flur einen 26-jährigen Mann auf dem Boden liegen. Er blutete im Gesicht und war augenscheinlich bewusstlos.
Als die Beamten dem Verletzten helfen wollten, stießen mehrere Personen gemeinsam die Polizisten vor die Brust und zogen bzw. drückten sie mit Gewalt vom Flur und Eingang weg. Nach Aufforderung, den Weg frei zu machen, wurde geäußert, die “Polizei habe hier Hausverbot und werde nicht hineingelassen.”
Erst nach 10 Minuten kamen Rettungssanitäter und Notarzt, die dem immer noch bewusstlosen Mann halfen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Polizei dem Verletzten nicht helfen. Er war auf Grund von Schlägen ins Gesicht ohnmächtig geworden, da eine Vorverletzung bestand. Nach Behandlung wurde er aus dem Krankenhaus entlassen.
Zu dem Vorfall stellt die Polizei fest:
+ Der angetrunkene Mob hat über einen Zeitraum von 10 Minuten eine fachkundige Hilfe des Verletzten durch die Polizei verhindert. In dieser Zeit hätte der Mann schweren Schaden nehmen können.
+ Die Ermittlungen wurden vereitelt und Polizeibeamte tätlich angegriffen, ein entsprechendes Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte wird eingeleitet.
Der Celler Polizeichef und Kriminaldirektor Gerd Schomburg greift die Zustände im “Bunten Haus” auf:
“Hier wurde eine rote Linie überschritten. Es ist nicht das erste Mal, dass Polizeibeamte am “Bunten Haus” gehindert werden, ihre Arbeit zu machen.
Der Angriff auf die Beamten, die einem Bewusstlosen helfen wollten, ist völlig unakzeptabel. Die Haltung der Besucher, die offensichtlich von den Betreibern geduldet oder gefördert wird, ist nicht neu. In den letzten Jahren wurden dort Rechtsextremisten von Vermummten mit Stuhlbeinen und Pfefferspray zusammengeknüppelt, als sie über den Hof gingen, anlässlich einer Hippie-Party haben Zivilfahnder im Haus den ungenierten Handel mit illegalen Drogen beobachtet. Und Alkohol scheint in diesem Kommunikationszentrum ebenfalls hochwillkommen zu sein. Wir haben hier inzwischen einen Anlaufpunkt der Straßenkrawallszene.
Land auf Land ab wird gegen Alkohol und Drogen gepredigt und Präventionsprogramme werden gefahren – während im Bunten Haus ab und an gedealt und bei Konzerten reichlich Alkohol konsumiert wird. Das hier Linksextremisten Fuß gefasst haben, macht die Angelegenheit noch zwielichtiger. Die Sinnhaftigkeit der Existenz dieses Treffpunktes erkenne ich derzeit nicht. Die Förderung dieses Projekts mit staatlichen Geldern scheint überprüfenswert.
Ich hoffe, die Politiker in Celle befassen sich mit dem Thema: Entweder man diktiert dem Bunten Haus bei der anstehenden Entscheidung über die Verlängerung des Pachtvertrags Bedingungen, die Konsequenzen für solches Verhalten vorsehen oder man zieht in Betracht, Schluss zu machen. Polizisten sind kein Freiwild.”
