Bad Homburg v.d. Höhe (ots) – Am Freitag, dem 3. Juni 2011, kam es gegen 16.50 Uhr in der Altstadt von Oberursel zu einem Wohnhaus- brand in einem 2,5-geschossigen Einfamilienhaus, das von einer 58-jährigen, alleinstehenden Frau bewohnt wurde.
Nach dem Ablöschen des Brandherdes wurde im Dachge- schoss die leblose Bewohnerin aufgefunden und durch die Rettungskräfte nach draußen verbracht.
Die daraufhin erfolgenden Reanimationsmaßnahmen führten nicht mehr zur Wiederbelebung der Frau. Den ersten Ermittlungen zufolge dürfte die
58-Jährige einer Rauchgasintoxikation erlegen sein. Die definitive
Todesursachenfeststellung erfolgt bei einer gerichtlichen Leichenöffnung im Laufe des 6.6.2011.
Im Zuge der Ermittlungen wurde von Anwohnern berichtet, dass sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs zwei männliche Jugendliche vor dem Haus aufgehalten hätten.
Ein Zeuge äußerte, er habe beide unmittelbar zuvor aus dem Hoftor kommen gesehen. Sie hätten zunächst noch eine Zigarette dort geraucht und seien dann, als Rauchwolken aus den Fenstern des Ober- und Dachgeschosses drangen und Anwohner auf den Brand aufmerksam wurden, in Richtung Innenstadt davon gerannt.
Einer der beiden habe eine auffällige Tätowierung an einem Arm getragen.
Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen führten in der Folge zur Fest- stellung einer Vielzahl von Jugendlichen im Stadtgebiet von Ober- ursel. Hierunter befand sich auch ein 14-jähriger Schüler mit auf dem Arm aufgemalten Schriftzeichen.
Zeugen bestätigten, dass er am Brandort gewesen sei, woraufhin er noch am 3.6.2011, gegen 23.00 Uhr, in der elterlichen Wohnung in Oberursel-Bommersheim festgenommen werden konnte.
Nach anfänglichem Leugnen räumte er schließlich ein, mit einem weiteren, gleichfalls 14-jährigen Freund aus Oberursel, im Brandhaus gewesen zu sein.
Sein Begleiter wurde noch in der Nacht zum Samstag zu Hause vor- läufig festgenommen.
In ihren Vernehmungen schilderten die beiden Jugendlichen, dass sie am Tag zuvor bereits zur Mittagszeit am Anwesen der Frau am Hollerberg waren, um Geld von ihr für den Kauf einer Wasserpfeife zu erlangen.
Die Verstorbene, die geistig erkrankt gewesen sein soll, soll in der Vergangenheit immer wieder von Jugendlichen aufgesucht worden sein, die von ihr Geld erhielten oder aber auch Geld von ihr nahmen.
So soll auch immer die Haustür zum Anwesen offen gestanden haben.
Als beide Jugendliche zur Mittagszeit am Grundstück waren, wurden sie von einer Nachbarin verscheucht. Beide kehrten aber geraume Zeit später wieder zum Anwesen zurück, konnten die Hoftür öffnen und das Haus betreten.
Im Haus sollen sie nach der Bewohnerin gesucht haben, um Geld für die Wasserpfeife zu erbitten. Die Frau soll im Dachgeschoss geschlafen und auf Weckversuche nicht reagiert haben.
Im weiteren Verlauf wurden zufällig aufgefundene Einwegtaschentücher angezündet aber wieder ausgetreten. Dann, im Wohnzimmer unterhalb des Dachgeschosses, wurde “plötzlich” Papier angezündet und auf den Teppich fallen gelassen.
Als sich Feuer entfachte, verließen sie das Haus.
Gegen die beiden Jugendlichen erging am Samstag, dem 4. Juni 2011, Haftbefehl durch das Amtsgericht Bad Homburg.
