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Gut geplörrt Löwe

Schöfferhofer Grapefruit. Würg. Mehr muß man nicht sagen. Wäre aber langweilig. Und könnte das Mißverständnis wecken, ich hätte etwas gegen Mischgetränke. Keineswegs. Schließlich gibt es bei uns in Bayern eine Tradition sommerlicher Schaumgeburten wie Radler (Helles/Limo) oder Russ (Weißbier/Limo) – die aber grundsätzlich nicht flaschenfertig, sondern frisch vom Zapfhahn gemischt sein sollten. Überraschend gut war auch Tuborg-Cola, ein Geschmackserlebnis, das ich auf einen Frankfurter Buchmessenabend mit Nane zurückdatiere, wenn mich mein Gedächntnis nicht täuscht. Und das meiner Erfahrung nach auch nur mit Tuborg wirklich gut schmeckt. Andererseits sind Nachmittage im Biergarten oder nächtliche Saufeskapaden mit Nane Momente, die so ziemlich alles munden lassen.

Was bei Stehrumchen nicht unbedingt der Fall ist. Stehrumchen pflegte mein ehemaliger Redaktionsleiter Moritz Müller-Wirth all jene gesellschaftlichen Empfänge zu nennen, die er sich gern ersparte, wenn sie nicht gerade seiner Karriere förderlich waren, und unter anderem mich stattdessen hinschickte. Sozusagen die Sättigungsbeilage im Medienalltag, das Schlaraffenland unterbezahlter Freelancer: Häppchen, Alkohol und notdürftig bedeckte Entertainmentmuschis – nur eben jeden Abend die gleichen Schmankerl, Drinks und willigen Mädels. Nun sind meine Tage als allgegenwärtiger Gesellschaftskolumnist lange passé, weshalb ich gestern nach monatelanger Stehrumchenabstinenz eher zufällig auf die Geburtstagsparty von MGM Deutschland geriet und mich doch gleich heimisch fühlte: Das Büffet. Die Bar. Die Blondinen und Brünetten. Nur eins war neu: Schöfferhofer Grapefruit. Aber man muß ja nicht jeden neumodischen Unsinn goutieren.


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