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WalMart goes blau. Neue Einkaufstüten

Alles ändert sich. Jetzt sind sogar die WalMart-Tüten anders bedruckt als vorher.

Plastik-Einkaufstüten bei WalMart
WalMart Tüten nun blau bedruckt (Aufnahme Juli 2008)

Statt Schwarz nun Blau. Übrigens WalMart: Umweltschutz bei Aldi & Co? GRÜNEN-Politiker Bütikofer lobt WalMart


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Schuhanprobe und dreiviertel lange Hose beim extreme Walmarting

Noch ist nicht ganz Vollmond. Aber der Bursche hängt jetzt schon satt und breit im Nachthimmel. Wir fahren am Lake Pend Oreille entlang, das Mondlicht taucht die Wasseroberfläche des Sees in ein schönes Glitzern.

Im Radio brabbelt Mike Harvey und hat die guten alten Hits der 60er Jahre auf dem Plattenteller. Meine Güte, wie viele Nächte im letzten Sommer hat Mike Harvey uns bei unseren ausgedehnten Nachtfahrten hier auf den Highways im Nordwesten der USA musikalisch begleitet.

Der Mond scheint noch ein wenig doller, als wir auf dem Interstate 90 am Lake Coeur d’Alene entlang brettern. Nicht übertrieben, wenn gesagt wird, daß dieser See zu den fünf schönsten Seen auf diesem Planeten gehört. Aber wir starten jetzt nicht den Turbo Burner, um in den nächtlichen Kosmos abzuheben, sondern kurven uns hier unten bis nach Smelterville.

Der WalMart in Smelterville gehört zu unseren Lieblings WalMarts. Der Grund: Der Supermarkt steht mehr oder weniger wirklich auf der grünen Wiese. Die paar Häuser in der Nähe… das kann es nicht sein. Man fragt sich jedesmal, wo kommen die Kunden hier in der Abgelegenheit eigentlich her? Dumme Frage, wir fahren ja auch 3 Stunden lang unsere 260 – 280 Kilometer, um hier einzukaufen.

Und was machen wir dort nachts um halb zwei? Eine Schuhanprobe und der versuchte Kauf einer dreiviertel langen Hose (denn es wird jetzt endlich doch noch Sommer). Aber die Hose mochte nicht ganz überzeugen. Und die Schuhe fühlten sich nicht wohlig an. War also diesmal nichts.

Zurück ins Auto und durch die schöne, mondbeschienene Nacht wieder nach Hause. Kaum was los. Weder auf dem Interstate-90 noch auf dem Highway 95. Mike Harvey redete auch weniger und spielte dafür mehr Songs hintereinander weg. Manchmal denk ich in solchen Momenten (und das ging mir schon damals bei den langen Nachtfahrten durch Dänemark so oder wenn es von Hamburg nach München ging), daß man jetzt einfach für immer nur noch fährt und fährt und irgendwann, wenn man an die Krümmung der Erde kommt, hebt das Auto ab, man schaltet auf AutoPiloten um und schwebt dann nur noch in den Kosmos rein auf NimmerWiedersehen.

Wandfarbe am Sonntag-Abend um 23.35 Uhr mischen lassen

WalMart-Parkplatz Ende März 2008 im SchneetreibenWir haben nachgelassen. Ich gebe es zu. Kein Wunder, daß andere den Ball spielen. Heute abend zum Beispiel fuhren wir auf dem Weg hoch zur kanadischen Grenze schnell noch bei Wal.Mart rein. Aber nicht, um was Ausgefallenes im Rahmen des Extreme Wal.Marting zu kaufen, ne, wir wollten einfach nur einen Satz hellerer Glühlampen für die Frontscheinwerfer unseres Jeeps Grand Cherokee kaufen, damit wir oben im Norden während der Nacht besser sehen können.

Und während wir von der Autoabteilung zur Kasse durch die ziemlich leeren Gänge gehen, was sehen wir da in der Heimwerker-Abteilung? Ein Ehepaar, das sich – am Sonntag-Abend um kurz nach halb zwölf! – eine Dose Wandfarbe mischen läßt. Respekt! Das fällt in die Kategorie Extreme Wal.Marting… natürlich erst Recht, wenn die beiden so 150 – 250 Kilometer gefahren sind, um sich die Farbe am Sonntag-Abend mischen zu lassen.

Apropos WalMart. Der Frühling soll jetzt endlich mal kommen. Kürzlich Ende März waren wir einkaufen; als wir wieder zum Auto rauskamen, hatte ein Schneesturm alles zugedeckt (siehe Foto).

Apropos Jeep Grand Cherokee. Gestern fuhren wir am Kootenai River entlang und erkundeten links vom Weg den einen oder anderen Trail. Aber nicht alle sind zugänglich. Bei einem Weg standen wir traurig vor einer rot-weißen Sperre. Nur für Wanderer. Na ja, diesmal nix für uns. Umgedreht und weiter durch die nicht enden wollende Pampa gedüst.


So ziemlich an der Stelle, wo das Foto unseren Jeep Grand Cherokee Limited Edition 1998 zeigt (im Rücken des Betrachters der Kootenai River), schauten wir bestimmt für ne Viertelstunde einem Falken zu. Der Bursche saß, als wir kamen träge auf einem Baum am unteren Berghang rum. Dann flog er hoch in die Luft und bot uns Minute um Minute eine tolle Show seiner Flugeigenschaften.

Man soll als Mensch ja nichts ins Tierverhalten groß reininterpretieeren. Aber der Vogel drückte eine Lebensfreude aus, daß man neidisch werden konnte – und das nicht nur, weil er eine wesentlich höhere G-Belastung als jeder Flieger oder Astronaut aushalten kann.

Navigationsgeräte beim Walmarting?

Das war eine Enttäuschung. Wir fahren bei Wind & Wetter rund 250 Kilometer, weil wir ein TomTom-Navi-Gerät kaufen wollten… aber bei insgesamt 3 verschiedenen Wal.Marts war das Navigationsgerät (günstig für 148 Dollar) ausverkauft.

Traurig kehrten wir bei McDonald’s ein, mampften ein Big Mac-Meal. Aber trösteten uns damit, daß dies heute eh kein wirkliches extreme Walmarting gewesen wäre, weil wir das Navi-Gerät ja wirklich gebraucht hätten.

Damit wir aber doch noch ein wenig Spaß hatten, rutschten wir in der Innenstadt von Spokane mehrmals gefährlich auf der vereisten Hauptstraße. Verrückte Welt: Der Interstate war geradezu trocken und eisfrei; die Spokaner Innenstadt-Straßen weder geräumt noch gestreut. Einmal rutschten wir auf der festgefahrenen Eis-Schnee-Matsch Masse in Zeitlupe, obwohl schon so rund 20 Meter vor der Ampel vorsichtig abgebremst, bedrohlich in Richtung Kreuzung… so drei, vier Meter kamen wir vor dem über die Kreuzung fließenden Verkehr aus der Querstraße zum Stehen.

Soll jetzt schon der Sommer kommen? Ne, noch nicht. Wir haben dieses Jahr ja noch keinen Mr. Frosty in unserem Garten gebaut. Das soll nun die nächsten Tage nachgeholt werden.

Extreme Walmarting. Schon die ersten Konkurrenten?

Was war das denn? Wir waren vorhin bei Wal.Mart (so kurz vor 1.oo Uhr in der Früh), stehen an der Kasse und warten darauf, daß wir unseren dänischen Kuchen, 6 Muffins, 1 Tüte Haribo Gold-Bears und 1 Tüte Dove (Rich Dark Chocolate with Almonds – sehr lecker) bezahlen können. Vor uns zwei wild aussehende Typen. Die kauften 1 USA-Flagge und eine Leichtmetallstange (aus der Gartenabteilung). Wir kamen uns mit unserem Süßzeugs richtig blöd, weil so normal, vor.

Unsere USA Flagge im Garten

Raus auf den Parkplatz. Die zwei Typen, das konnten wir anhand des Nummernschildes sehen, waren rund 112 Kilometer gefahren, um nachts um 1 Uhr im tiefsten, eiskalten Winter eine Stange und eine USA-Flagge zu kaufen, die sie doch bei diesen nächtlichen Eistemperaturen niemals in dieser Nacht aufstellen werden. Das fällt doch eindeutig in die Kategorie Extreme Walmarting. Und wir? Wir kauften für das Spätfernsehen Süßmampf. Extrem nützlich und verweichlicht.

Auf dem Nachhauseweg war schnell klar, daß wir unbedingt etwas Verrücktes machen müssen, wenn wir unser Selbstwertgefühl der verrücktesten Extreme Walmarting’er vor uns selber aufrecht erhalten wollen. Was tun? Zwei Ideen kamen in der Not: Wir fahren morgen nacht los und kaufen dann um 4 Uhr in der Früh eine Ersatzklinge für einen Rasenmäher (wir haben unseren Gartenrasen seit fast 3 Monaten wegen all dem Schnee nicht mehr gesehen). Die andere Idee: Losfahren und mitten in der Nacht dann bei Wal.Mart ein Set Kleiderbügel kaufen. Auch nicht schlecht.

Ok, wir werden sehen. Aber jetzt sieht man schon: Es gibt nichts auf der Welt, wo es doch nicht Mitbewerber gibt. Und das müssen wir unseren unbekannten Freunden zugeben: Nachts um 1 Uhr eine USA-Flagge nebst Leichtmetall-Fahnenstange zu kaufen, das hat schon Klasse.

Extreme Walmarting. 260 Kilometer für Babykarotten und ein T-Shirt unterwegs

Hin waren es gute 130 Kilometer. Nachts um halb vier auf dem Interstate 90 am Coeur d’Alene Lake (bei Tag ein Genuß! ist ja auch der Welt viertschönste See) vorbei bis hin nach Smelterville.

Wir kauften dort in der Autoabteilung ein Radio mit CD-Player. Ab ins Auto und wieder 130 Kilometer zurück gefahren.
Wir mußten übrigens in der nächsten Nacht nochmal hin, weil das Teil defekt war. Herrlich! Also nochmal 260 Kilometer gefahren, um das Teil umzutauschen. Natürlich wird so etwas bei Wal.Mart auch nachts um halb drei anstandslos und mit unerschütterlicher Kundenfreundlichkeit erledigt.

Ein paar Wochen später steuerten wir nochmal in der Nacht den Wal.Mart in Smelterville an. Diesmal wurde in den Nachtstunden ein Beutel Babykarotten und ein weißes T-Shirt gekauft.

Extreme Walmarting. Ein erster Versuch

Wenn ich mich recht entsinne, war unser erster Versuch vom extreme Walmarting, nachts um kurz nach Mitternacht zu Wal.Mart zu fahren und einfach nur ein Paket lecker-matschige Plunderteilchen zu kaufen. Cool.

Einkaufen. Extreme Walmarting. Die Idee

Die Idee kam nicht bei Wal.Mart, sondern im Safeway-Supermarkt. Nachts um halb eins. Wir waren unterwegs, um Essen und Wasser zu kaufen. Da begegnete uns in den Gängen ein Alt-Hippie. Der seit Woodstock vom Leben und der Welt nur noch enttäuschte bärtige Mann (was soll nach Jimi Hendrix auch noch groß kommen?!) trug RIESENkopfhörer, in die ein Radio eingebaut war, und lauschte irgendeinem Oldie-Sender. Vielleicht Mike Harvey auf Oldies 101.1? Wie auch immer, die RIESENkopfhörer schrien nur eins in die Gänge: QUATSCHT MICH NICHT AN. ICH WILL MEINE RUHE.

Aber was kaufte der Mann? Nachts um mittlerweile viertel vor eins? Einen Kugelschreiber und ein Haarshampoo. Wie cool ist das denn bitteschön? Sehr cool. Geradezu schon extrem cool.

Das Bild und der Gedanke ließen nicht mehr los. Suchten sich eine Ecke hinter den Hirnwindungen. Wer weiß, wofür das noch mal gut sein kann.

Ein dreiviertel Jahr später, irgendwo im Hochsommer auf einer der endlos langen Highways in Montana unterwegs, kroch der Gedanke wieder hervor. Ja, das wäre was. Einfach quer durch die USA fahren; es gibt ja genug Hybrid-Fahrer, die für uns alle schon die Welt retten. Nein, wir sagen ihnen auch nichts über die Klimalüge von der angeblich menschgemachten globaden Erwärmung. Hat es denn nicht über die Jahrmillionen immer wieder Eiszeiten und das Abschmelzen der Polkappen und Gletscher gegeben – ohne Auto fahrende Menschen? Eben. Da könnten wir also einfach durch die USA düsen und herrlich verrückte Dinge machen. Was wäre verrückt? Na, nachts in einen weit entfernten Wal.Mart fahren und etwas völlig überflüssiges kaufen. So wie der Alt-Hippie mit seinem Kugelschreiber und dem Haarshampoo nachts um viertel vor eins.

Und das machen wir dann, wenn wir unseren S65 AMG haben. Wie cool kommt das dann bitte schön?! Sehr cool. Geradezu extrem cool. Extreme Walmarting. So lange warten bei diesen Lieferzeiten. Na, dann machen wir das halt einfach jetzt schon mit dem Chevy. Ok, man kann halt nicht immer alles sofort haben. Eben.