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EU-Krise. Wie viel Geld kann Deutschland noch abdrücken? Steinmeier: Euro-Rettung wird teurer, der deutsche Anteil wird steigen

Essen (ots) – Nach der Herabstufung des Euro-Rettungsschirms EFSF durch die Ratingagentur Standard & Poor´s warnt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier vor höheren Kosten der Euro-Rettung und fordert von der Koalition Konsequenzen für die Haushaltspolitik des Bundes.

“Die Euro-Rettung wird teurer, die Herabstufung des gemeinsamen Rettungsschirms lässt den deutschen Anteil sehr wahrscheinlich steigen”, sagte Steinmeier den Zeitungen der
WAZ-Mediengruppe (Mittwochausgaben vom 18.1.2012).

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dürfe dann aber nicht die Neuverschuldung nach oben treiben, sondern müsse die Koalitionspläne korrigieren: Schäuble solle zunächst “auf unsinnige Steuersenkungen und auf kontraproduktive Vorhaben wie das Betreuungsgeld verzichten. Dafür ist jetzt erst recht kein Spielraum mehr.”

Steinmeier forderte zugleich, den Start des dauerhaften Rettungsschirms ESM zu beschleunigen: “Der ESM muss so weit wie möglich nach vorn gezogen werden, weil er mit den notwendigen ökonomischen Instrumentarien ausgestattet ist. Je kürzer die Übergangszeit für den Rettungsschirm EFSF ist, desto besser.”

Zudem müsse es rasch zur Einrichtung einer europäischen Ratingagentur kommen: “Ich bin fest davon überzeugt, dass wir sie brauchen. Dass wir nicht die Kraft in Europa hatten, sie früher zu errichten, war ein Fehler”, sagte der SPD-Politiker.

Allerdings dürfe man sich keine “Wunderheilung” versprechen: “Auch eine europäische Ratingagentur arbeitet mit den gleichen Daten wie alle anderen Ratingagenturen weltweit.”

Der SPD-Fraktionschef kritisierte zugleich die “Leichtfertigkeit” mancher Ratings. So seien im zurückliegenden Jahr Abwertungen einzelner Länder regelmäßig mit mangelnder Spardisziplin begründet worden, die Abwertung Frankreichs nun aber mit mangelnden Wachstumsperspektiven. “Auch Ratingagenturen lernen offenbar, dass phantasieloser Kahlschlag allein auch noch kein Weg zur Wiedergewinnung von Stabilität ist. Ohne Wachstum geht es nicht, und wenn das die Ratingagenturen den europäischen Regierungen ins Stammbuch schreiben, ist das richtig”, so Steinmeier.

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Cyber-War. Wie sicher ist Deutschland vor Cyber-Attacken? Wo steht Deutschland im “Cyber Power Index”?

Bei SpaceDaily.com war über eine Studie zu lesen, die ausführt, welche Länder am besten gegen Cyberwar-Attacken gegen ihre Volkswirtschaften geschützt sind.

Der sog. Cyber Power Index ist eine Studie von Booz Allen Hamilton aus den USA und von der Economist Intelligence Unit. Erfreulich für Deutschland. Die Untersuchung listet Deutschland unter der Top-5 jener Länder auf, die sich gut gegen Cyber-Attacken schützen. Mit dabei auch Großbritannien.

Außerdem in der Top-5 vom Cyber Power Index: die USA, Australien und Kanada.

Cyber Power Index
Cyber Power Index [Screenshot bei www.cyberhub.com; aufgerufen am 16.1.2012]

Keine wesentlichen Cyber-Security Pläne haben nach der Studie Länder wie Argentinien, Indonesien, Russland und Saudi Arabien.

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War da nicht auch neulich mal etwas mit einem Stuxnet-Virus…? Irans Bushehr Atomreaktor durch Stuxnet-Virus kaputt?

Erfahrungsaustausch in Magdeburg: Existenzgründerstammtisch lädt junge Unternehmer ein

Am Mittwoch, dem 18. Januar 2012, findet um 18.00 Uhr der nächste thematische Stammtisch für Existenzgründer und junge Unternehmer in Magdeburg statt. Treffpunkt ist auch diesmal das einewelt-Haus in der Schellingstraße 3-4.

Eingeladen sind junge Unternehmer, die erst vor kurzem den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben und zum Erfahrungsaustausch den Kontakt zu anderen Gründern suchen. An diesem Tag können in lockerer Atmosphäre Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden. Der Stammtisch wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsträger “megalearn – Die Akademie” organisiert.

Der Diplom-Wirtschaftsingenieur Rolf Kunsch, Niederlassungsleiter der Magdeburger IMA gGmbH, spricht über das Thema “Zeitmanagement – so machen Sie mehr aus Ihrer Zeit”. Die Teilnehmer erhalten dabei unter anderem interessante Anregungen und Tipps zur Effektivität im Umgang mit der Zeit und zur Reaktion bei Zeitdruck in der Selbständigkeit.

Interessierte Gründer aus Magdeburg werden gebeten, sich bei Jürgen Sack, dem ego.Piloten der Landeshauptstadt Magdeburg, unter der Telefonnummer 03 91/5 40 28 65 oder per E-Mail ego.pilot-md@magdeburg.de anzumelden.

Deutschland hat Energiewende und teuren Solarstrom… baut sich Holland das Atomkraftwerk Borssele in Zeeland für günstigen Atomstrom?

Düsseldorf (ots) – NRW protestiert gegen den Neubau eines Atomkraftwerks in der niederländischen Provinz Zeeland. “Die Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung ihre ablehnende Haltung zum Bau des niederländischen AKW Borssele zum Ausdruck gebracht und hofft auf eine Neubesinnung der Verantwortlichen bei unseren niederländischen Nachbarn”, sagte NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger (SPD) der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Mittwochausgabe vom 11.1.2012).

Karte: Provinz Zeeland


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Ein Sprecher von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) erklärte, die Landesregierung werde ihre Einwände im Rahmen einer nach EU-Recht vorgesehenen Umweltverträglichkeitsprüfung geltend machen. Sollte sich in Borssele ein Atomunfall ereignen, könnte eine radioaktive Wolke bereits nach sechs Stunden NRW erreichen, hieß es. “Nach den schweren Reaktorunfällen in Tschernobyl und Fukushima gehört die Energiewende in ganz Europa auf die Tagesordnung”, sagte Voigtsberger. Unfälle dieser Größenordnung zeigten, dass der atomare Fallout nicht an Landesgrenzen haltmache.

Neues Buch von Thilo Sarrazin. Diesmal über die Euro-Krise?

Düsseldorf (ots) – Der frühere Berliner SPD-Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin will sich im Sommer mit einem Buch in die Debatte über die Euro-Krise einmischen. Nach seinem umstrittenen Bestseller “Deutschland schafft sich ab” gehe es in dem
neuen Werk um eine kritische, ökonomische Analyse der europäischen
Schuldenkrise und die Zukunft des Euro, berichtet die in Düsseldorf
erscheinende “Rheinische Post” (Mittwochausgabe vom 11.1.2012) unter Berufung auf das Umfeld Sarrazins.

Das Buch von Thilo Sarrazin soll im Juni oder Juli im Verlag DVA erscheinen. Sarrazin werde eine kritische Bestandsaufnahme des Krisenmanagements der Bundesregierung vornehmen und ökonomische Vorschläge für eine stabile Währungsunion machen, heißt es.

Thilo Sarrazin bestätigte gestern auf Anfrage der Zeitung seine Buchpläne, gab aber keine Auskunft über den Inhalt. Es werde zu gegebener Zeit eine Presseankündigung geben. Das Werk soll ähnlich umfangreich sein wie Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab”.

Der Verlag DVA wollte auf Anfrage der Zeitung ebenfalls keine Auskunft über Inhalt und Auflage des neuen Buches geben.

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Strategiewechsel bei Wirtschaftsförderung in Sachsen-Anhalt

Die “Mitteldeutsche Zeitung” )E-Datum: 9.1.2012) kommentiert zur Wirtschaftsförderung Sachsen-Anhalt:

“Halle (ots) – Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff will die Wirtschaftsförderung in Sachsen-Anhalt grundsätzlich ändern: Statt die Zuschüsse weiterhin mit der Gießkanne zu verteilen, soll jetzt vor allem die Ansiedlung von innovativen und damit zukunftsfähigen Unternehmen unterstützt werden.

Dieser Strategiewechsel ist dem Sparzwang des Landes geschuldet. Und er kommt zum richtigen Zeitpunkt – ohne dass die bisherige Förderpolitik falsch gewesen wäre.

Lange Zeit war es die wichtigste Aufgabe, möglichst viele Firmen ins Land zu holen. Jetzt kann es aber nicht mehr darum gehen, beispielsweise die Ansiedlung einer weiteren Recyclinganlage mit Millionenbeträgen zu ermöglichen.”

Euro-Krise. Staatspleite von Griechenland jetzt unausweichlich?

Die “Märkische Oderzeitung” (Frankfurt/Oder) kommentiert zur Papademos-Drohung einer Staatspleite in Griechenland (E-Datum: 5.1.2012):

“Frankfurt/Oder (ots) – Kommt es zu keiner Einigung, ist die Staatspleite unausweichlich. Soviel zum warnenden Charakter der Papademos-Äußerungen. Zugleich jedoch hält er beiden Verhandlungspartnern, den Gewerkschaften zu Hause und der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, das Erwartbare drohend vor Augen.

Dies wäre, was immer über die Lenkbarkeit eines solchen Prozesses gesagt und über die angeblich befreiende Rückkehr zur Drachme phantasiert wird, ein unkontrollierbarer Zusammenbruch – und zwar im umfassendsten Sinne; mit Auswirkungen, die nicht auf Griechenland beschränkt blieben.

Das Drama der Griechen ist, dass sie über das, was zu tun ist, keinen Konsens finden.”

Arbeitslosigkeit in München: Arbeitslosenzahlen im Dezember 2011

Im Agenturbezirk München ist zum Jahresschluss 2011 die Arbeitslosigkeit geringfügig gestiegen. So waren insgesamt 46.572 Personen arbeitslos, das sind 132 mehr als im November 2011. Die Arbeitslosenquote (alle Erwerbspersonen) blieb stabil bei 3,8 Prozent.

Bayern:
Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist erwartungsgemäß im Dezember leicht angestiegen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 9.742 auf 229.800. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,4 Prozent (November 3,3 Prozent).

Bund:
Mit dem Einsetzen der Winterpause stieg die Arbeitslosigkeit um rund 67.000 auf 2,780 Millionen. In Westdeutschland waren es 1,887 Millionen bei einer Quote von 5,6 Prozent; in Ostdeutschland waren es 892.993 bei einer Quote von 10,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote steigerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent (November 6,4 Prozent).

Läßt Merkel in Neujahrsansprache die Katze aus dem Sack? Angela Merkel bereitet Deutsche auf “schwieriges Jahr vor”

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Menschen in Deutschland in ihrer Neujahrsansprache auf ein “schwieriges Jahr vorbereitet”.

Deutschland gehe es gut, “auch wenn das nächste Jahr ohne Zweifel schwieriger wird als dieses”, so Merkel. Europa wachse in der Krise zusammen. Der Weg, sie zu überwinden, bleibe lang und werde nicht ohne Rückschläge sein, “doch am Ende dieses Weges wird Europa stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist”.


• Flensburg online: Politiker erzählen viel. Politikerinnen auch. Was sagen aber die Experten wie eine der sog. Wirtschaftsweisen über die Zukunft vom T-Euro? Das Mitglied im Sachverständigenrat, Beatrice Weder die Mauro, hält angesichts der immer größeren Spannungen im Euroraum ein Auseinanderbrechen der Währung im nächsten Jahr nicht mehr für unmöglich.

Trotz aller Mühen dürfe man dabei nie vergessen, “dass die friedliche Vereinigung unseres Kontinents das historische Geschenk für uns ist”. Es habe uns über ein halbes Jahrhundert Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie gebracht. “Diese Werte können wir auch in unserer Zeit gar nicht hoch genug schätzen”, so die Bundeskanzlerin. Es sei unsere Pflicht, die Werte unserer offenen und freiheitlichen Gesellschaft entschlossen zu verteidigen jederzeit und gegen jede Form von Gewalt. “Das ist eine Daueraufgabe für die Politik wie für uns alle”, sagte Merkel und verwies auf die rechtsextremistische Terrorgruppe aus Zwickau: “In ihren Taten, die sie über mehr als ein Jahrzehnt unbehelligt begehen konnte, wurde ein unfassbares Maß an Hass und Fremdenfeindlichkeit sichtbar.”

Sie werde sich für eine umfassende Aufklärung einsetzen und alle Beteiligten zur Rechenschaft ziehen. Trotz allen Herausforderungen rief Merkel die Deutsche zu Zuversicht auf. Ihre Regierung wolle auch zukünftig “die Familien stärken, damit unser Land kinderfreundlicher wird. Wir werden die sozialen Sicherungssysteme so verändern, dass sie auch in Zukunft jedem die Hilfe und Leistung geben, die er braucht, zum Beispiel für die Pflege Alter und Kranker.” Zudem wolle man an einer erfolgreichen Wirtschaft und umweltfreundlichen Lebensweise arbeiten. “Wir tun all das, weil wir nicht weiter zulasten der nächsten Generation, zulasten der Umwelt, zulasten der Zukunft leben dürfen. Wir müssen an das Morgen denken”, so Merkel.

DAX verliert 2011 14,7 Prozent. Wird es in 2012 erst richtig schlimm?

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der DAX hat das Jahr 2011 mit 5.898,35 Punkten und einem Jahresminus von 14,7 Prozent beendet. Viele Wirtschaftsexperten hatten noch zu Beginn des Jahres satte Gewinne prognostiziert.

Vor allem die Verschärfung der Euro-Krise und die Abwertung der Spitzenbonität der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor`s Anfang August hatten dann aber für deutlich Kursverluste gesorgt.

Gegenüber dem Vortrag verbuchte der DAX am verkürzten Handelstag am Freitag leichte Gewinne von 0,85 Prozent. Den höchsten Schlussstand hatte der DAX am 2. Mai mit 7.527,64 Punkten.

Am 12. September beendete der DAX den Handel bei 5.072,33 Punkten. Der Verlust seit dem Höchststand betrug dabei 32,6 Prozent. In der Folge erholten sich die Kurse jedoch wieder ein wenig.

Das größte Kursplus verzeichneten 2011 die Aktien des Pharmakonzerns Merck, die mehr als 25 Prozent zulegten, gefolgt von Aktien von Fresenius Medical Care und Fresenius SE.

Mit einem Jahresminus von rund 70 Prozent bildet die Aktie der Commerzbank das Schlusslicht im DAX. Das Jahr 2010 hatte der DAX noch mit einem Indexstand von 6.914,19 Punkten abgeschlossen. Das entsprach damals einem Jahresplus von 16,1 Prozent.

2009 hatte der Jahresschlußstand 5.957,43 Punkte betragen.

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Nur ausgeben, was man vorher verdient hat. Auch Jamaika dramatisch verschuldet. Staatsschulden liegen bei 130% vom Bruttoinlandsprodukt

Kingston (dts Nachrichtenagentur) – Auf Jamaika steht ein Machtwechsel bevor. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am Donnerstag konnte die oppositionelle sozialdemokratische Peoples National Party (PNP) unter Portia Simpson Miller die deutliche Mehrheit im Parlament erringen. Das berichtet die Tageszeitung “Jamaica Gleaner” auf ihrer Internetseite.

Der erst seit zwei Monaten amtierende Ministerpräsident Andrew Holness und seine marktwirtschaftlich orientierte Jamaica Labour Party (JLP) unterlag. Holness, der mit 39 Jahren der bislang jüngste Regierungschef des Landes war, hatte Ende Oktober die Nachfolge des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Bruce Golding angetreten und die für Dezember 2012 geplanten Parlamentswahlen um ein Jahr vorgezogen.

Bis 2007 war die PNP 18 Jahre an der Macht gewesen.

Das Land steckt seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Staatsverschuldung liegt mit 18,6 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) bei 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Geschönte Arbeitslosenstatistik? Wo sind 100.000 Erwerbslose über 58?

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In Deutschland sind mehr als 100.000 Menschen, die mindestens 58 Jahre alt sind, bei der Bundesagentur für Arbeit registriert, ohne in der Arbeitslosenstatistik mitgezählt zu werden. Das hat das Bundesarbeitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen eingeräumt, die der “Süddeutschen Zeitung” vorliegt.

Die Grünen werfen der Bundesregierung deshalb vor, bei den Arbeitslosenzahlen von Älteren vor der Einführung der Rente mit 67 zu “tricksen”.

Im November 2011 waren etwa 514.500 Menschen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren als arbeitslos gemeldet. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen bezog die staatliche Grundsicherung Hartz IV.

Aus der Statistik der Bundesagentur verschwinden aber viele Jobsuchende, die den 58. Geburtstag bereits hinter sich haben. Das liegt an einer Sonderregelung, die 2008 von der großen Koalition eingeführt wurde:

Wer mindestens 58 Jahre alt ist und wenigstens zwölf Monate Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezieht, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben, gilt nicht als arbeitslos.
Im November 2011 waren dies bereits knapp 105.000 Personen, wie das Arbeitsministerium im Dezember in seiner Antwort auf die Grünen-Anfrage mitteilt. Das sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) 16 Prozent mehr als vor einem Jahr – und so viele wie noch nie.

Würde man diese Gruppe in die Arbeitslosenstatistik einrechnen, erhöhte sich die Arbeitslosenrate der Älteren erheblich. Dann ergäbe sich eine Arbeitslosenquote der 55- bis 64-Jährigen von 9,7 und nicht von 8,0 Prozent, rechnet das Ministerium vor.


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Wie viele Langzeitarbeitslose gibt es denn nun?

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen würde weniger erfreulich aussehen: Statt den ausgewiesenen 933.000 wären es mehr als eine Million.

Bislang tauchten die knapp 105.000 Arbeitslosen lediglich in der sogenannten “Unterbeschäftigtenstatistik” der BA auf, in der alle offiziell bekannten Erwerbslosen addiert werden.

Brigitte Pothmer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, fordert deshalb eine “ehrliche Arbeitslosenstatistik, die nicht länger die Probleme verschleiert”.

Ohnehin sei die Lage der Älteren schwierig, weil sie häufiger als Jüngere langzeitarbeitslos seien und bei Neueinstellungen kaum Chancen hätten. Diese Probleme könnten noch zunehmen, “da die Erwerbsbevölkerung altert”, sagte sie der SZ. Ältere Arbeitslose dürften nicht aus dem Blick geraten, nur weil sie nicht in der Statistik sind.

Eine BA-Sprecherin erwiderte, dass “wir die Älteren nicht links liegen lassen, auch wenn sie aus der Statistik gefallen sind”. Sie bekämen “weiter Vermittlungsvorschläge”. Auch das Arbeitsministerium wies die Vorwürfe zurück: Es erinnerte daran, dass früher viel mehr Ältere in der Arbeitslosenstatistik nicht erfasst wurden.

Dies galt für Arbeitslose jenseits des 58. Lebensjahres, sofern sie erklärten, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Auf Grund dieser Regelung seien Anfang 2008 sogar “rund 620000 Personen nicht als arbeitslos” gezählt worden, erklärt das Ministerium.

Diese Regelung läuft nun langsam aus. Deshalb würden
mehr Personen in der Statistik als arbeitslos mitgezählt werden als früher. Das Ministerium ist deshalb überzeugt, dass die Statistik transparenter geworden ist. Entscheidend sei “nicht die Art der statistischen Erfassung, sondern die Beschäftigungssituation der Älteren”, sagte ein Sprecher. Und diese habe sich sogar “deutlich besser entwickelt als für die Bevölkerung insgesamt”.

So sei der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung bei den 55- bis 64-Jährigen von 37,4 Prozent im Jahr 2000 auf 57,7 Prozent 2010 gestiegen.