Lausitzer Rundschau: Keine Überraschung Nullrunde für Rentner
Cottbus (ots) – Nach den spürbaren Rentensteigerungen im
vergangenen Jahr werden sich die Ruheständler 2010 mit einer
Nullrunde begnügen müssen. Diese Nachricht kann nicht wirklich
überraschen. Seit Ende 2008 befindet sich das Land in der schwersten
Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Aufträge brachen massenhaft weg,
sodass sich viele Betriebe nur mit staatlich geförderter Kurzarbeit
über Wasser halten können. Was den Beschäftigten ein gewisser Trost
ist, – sie werden dadurch nicht erwerbslos -, drückt jedoch auf das
Lohnniveau. Und das ist die entscheidende Kennziffer für die
Rentenberechnung.
Eigentlich müssten die gesetzlichen Altersbezüge sogar sinken, denn
erstmals seit einem halben Jahrhundert brachen auch die
durchschnittlichen Bezüge der Beschäftigten ein. Eine schon in Zeiten
der Großen Koalition vorsorglich beschlossene Klausel verhindert
jedoch, dass es dazu kommt. So gesehen sind die Rentner in diesem
Jahr sogar privilegiert. Dass viele mit der Einfrierung ihrer Bezüge
immer noch hervorragend leben können, während es für viele andere
schon vorher kaum zum Leben reichte, steht dabei auf einem anderen
Blatt.
In Zeiten leerer Kassen noch Rentensteigerungen zu erwarten, hieße
aber, all jene zu überfordern, die die laufenden Altersbezüge mit
ihren Beiträgen erarbeiten. Das geltende Rentensystem basiert auf der
wechselseitigen Solidarität zwischen Alt und Jung. Durch die
Schutzklausel zur Verhinderung von Rentenkürzungen ist diese
Solidarität aus Sicht der Beschäftigten ohnehin schon arg
strapaziert.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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