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Streitin Neumünster: Auseinandersetzung zwischen AJZ und Titanic

Am späten Samstag-Abend, dem 15. November 2008, gegen Mitternacht kam es in Neumünster, in der Friedrichstraße zu Auseinandersetzungen zwischen jungen Leuten aus dem AJZ (Aktion Jugendzentrum) und Gästen der Gaststätte Titanic.

Zunächst hatten 6 vermeintliche Gäste der ” Titanic ” das AJZ auf der gegenüberliegenden Straßenseite passiert und waren von einer Gruppe, die vor dem AJZ stand, angepöbelt worden. Es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf einer der 6 mit Pfefferspray besprüht und leicht verletzt wurde.

Etwa 40 Minuten später wurde der Polizei Rauchentwicklung in der Gaststätte Titanic mitgeteilt. Hier stellte sich heraus, dass unbekannte eine so genannte Rauchfackel durch ein Fenster in die Gaststätte geworfen hatten. Durch die Rauchentwicklung in dem Raum erlitten einige Gäste kurzzeitige Atembeschwerden.

Die Fackel verursachte einen leichten Sachschaden und konnte von einem Gast nach draußen befördert werden. Sie wurde von der Polizei sichergestellt.

Vor der Titanic standen nun etwa 10 Personen vor dem AJZ etwa 40. Eine Eskalation der Situation konnte von den Einsatzkräfte der Polizei gemeinsam mit Verantwortlichen es AJZ verhindert werden, so dass nach kurzer Zeit wieder Ruhe einkehrte.

Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie unerlaubten Umgangs mit pyrotechnischen Gegenständen.


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Selbstmord-Versuch in Bad Hersfeld: 75jährige Frau wollte in Fulda springen

Dem entschlossenem Handeln eines 61jährigen Mannes aus Bad Hersfeld ist es zu verdanken, der am Montag, dem 17. November 2008, kurz nach 14:00 Uhr, eine 75-jährige Frau, vor dem Sprung in die Fulda bewahren konnte. Der Vorfall ereignete sich in Höhe des Bad Hersfelder Fischereivereins.

Die Frau, die sich das Leben nehmen wollte, wurde in das Klinikum Bad Hersfeld eingeliefert.

Der 61jährige Mann war gerade mit seiner Frau unterwegs bei einem Spaziergang am Fuldaufer.

HOMER-Filmreihe in Mannheim: Singe den Zorn – Homers Ilias in Troia

In Kooperation mit dem Cinema Quadrat setzen die Reiss-Engelhorn-Museen ihre Homer-Filmreihe fort. Am Mittwoch, dem 19. November 2008, steht um 19.30 Uhr der Film “Singe den Zorn – Homers Ilias in Troia” auf dem Programm. Aufführungsort ist das Cinema Quadrat im Collini Center.

Die Verfilmung von Homers Epos in der berühmten deutschen Übertragung von Johann Heinrich Voß wurde im Sommer 2003 in den Ruinen von Troia (Türkei) gedreht. Sie ist eigensinnig, surreal, authentisch und poetisch.

Im Film verschmelzen dokumentarische Momente von Geschichte, Wissenschaft und aktueller gesellschaftspolitischer Brisanz mit einem seltenen Literatur-Erlebnis: 14 Darstellerinnen und Darsteller erzählen und verkörpern die Geschichte vom Streit zwischen Achill und Agamemnon bis zur Bestattung des troianischen Helden Hektor.

Die Sprache von Voß enthüllt dabei ihren ganzen Bilderreichtum, ihre Musikalität und ihre emotionale Lebendigkeit. Literatur in Hochform: sinnlicher als selbst gelesen, dramatischer als vorgetragen, epischer als Film, fesselnder als Theater.

Dieser seltene Filmgenuss ist die perfekte Ergänzung zu einem Besuch der Sonderausstellung “HOMER – Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst” im Museum Zeughaus C5 der Reiss-Engelhorn-Museen.

Stürze vermeiden: Training zur Sturzvorbeugung in Mannheim

Vorbeugen ist besser als heilen: Der Fachbereich Gesundheit der Stadt Mannheim bietet gemeinsam mit dem TSV Mannheim von 1846 e.V. ein besonderes Bewegungsprogramm für über 60-Jährige an, das schweren Stürzen vorbeugt. Die Kursteilnehmer trainieren zwölf Wochen lang Kraft, Gleichgewicht und Koordination, um das Hinfallen zu vermeiden.

In Deutschland ereignen sich Jahr für Jahr insgesamt etwa vier bis fünf Millionen Stürze. Schätzungsweise sind ein Drittel der 65-Jährigen mindestens einmal im Jahr davon betroffen und das Risiko nimmt mit steigendem Alter zu. Die gute Nachricht ist, dass jeder selbst etwas dafür tun kann, um das Sturzrisiko zu verringern. Ein ausgesprochen erfolgreiches Rezept ist Bewegung.

Kursbeginn ist am Donnerstag, dem 27. November 2008, um 17 Uhr. Das Training dauert zwölf Wochen, jeweils eine Stunde pro Woche. Stattfinden wird der Kurs in den Räumen des TSV Mannheim von 1846 e.V., Stresemannstr. 20. Die Eigenbeteiligung beträgt lediglich 40 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung vor Kursbeginn unbedingt erforderlich. Interessierte können sich beim TSV Mannheim von 1846 e.V. unter der Rufnummer (0621) 41 18 46 anmelden.

Schulprojekt in Mannheim: Mit MAUS ins Happy-Land

Bei der Geschichte von Mr. Happy in Happy-Land sind die neun Viertklässler der Schönau-Grundschule kaum zu bremsen. Eifrig zählen sie auf englisch all die glücklichen Tiere auf, die in Happy-Land wohnen – the dog, the cat, the worm – und halten dabei stolz die passenden bunten Bilder hoch. Ihr Englisch-Unterricht am Nachmittag ist Teil des “Mannheimer Unterstützungssystems Schule (MAUS) – 10.000 Stunden für Mannheims Schulen”, das jetzt gestartet ist: Dabei fördert die Stadt leistungsschwächere Schüler, indem sie jährlich 10.000 Förderstunden zur Verfügung stellt, umgerechnet 250.000 Euro. Acht Schulen wurden für das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt ausgewählt.

Sozusagen in Happy-Land lebt derzeit auch Rektorin Monika Fuchs, weil ihre Schule bei MAUS dabei ist: “Dieses Projekt stellt eine große Chance dar, die wir uns im Interesse unserer Schüler nicht entgehen lassen konnten. Wir mussten uns einfach bewerben, und zum Glück hat es ja auch geklappt.” Sehr genau hat sie aus dem “Baukasten” der Angebote ausgewählt, wovon ihre Kinder besonders profitieren und was am Besten zu ihrem Schulprofil passt.

So steht auf dem MAUS-Stundenplan der Schönauschule neben dem zusätzlichen Englisch-Unterricht beispielsweise ein so genannter LRS-Kurs, in dem Schüler mit speziellen Lese- und Rechtschreib-Problemen gefördert werden. In den Herbstferien gab es bereits “Deutsch für kleine Seeleute”, wobei die Kids spielerisch ihren Wortschatz erweiterten und ihre Grammatikkenntnisse festigten.

Wer will, kann künftig am normalerweise schulfreien Samstag Mathe-Textaufgaben ausknobeln oder sich in der Schreibwerkstatt lustige Geschichten ausdenken. “Endlich können wir mal aus dem Vollen schöpfen”, schwärmt Fuchs. Denn die Angebotspalette der Abendakademie, die den Großteil der zusätzlichen Lehrkräfte stellt, ist enorm. Außerdem sind noch die Stadtbibliothek und die Musikschule mit im Anbieter-Boot.

“Mit MAUS unterstützen wir als Kommune die Schulen gezielt bei ihrer inhaltlichen Arbeit, um bessere Bildungsergebnisse zu erreichen”, erklärt Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer. Konkret geht es ihr bei diesem Projekt vor allem um eine höhere Erfolgsquote beim Übergang von der Grundschule auf eine weiterführende Schule und beim Erreichen eines Hauptschulabschlusses. Außerdem soll MAUS dem “Sitzenbleiben” in Realschule und Gymnasium entgegenwirken.

Leverkusen Taler 2008 für Marcella Dorn und Muhamet Abazi

Sie seien die besten Beispiele für eine gelungene Integration hieß es unisono in den Laudationes, die am Sonntag, dem 16. November 2008, in der Musikschule Leverkusen auf Marcella Dorn und Muhamet Abazi gehalten wurden. Beide waren von der Jury, bestehend aus Mitgliedern der Ratsfraktionen, für ihr seit Jahren gezeigtes ehrenamtliches Engagement im Bereich des interkulturellen Dialogs mit dem Leverkusen-Taler ausgezeichnet worden.

Die Sparda-Bank West hatte mit ihrem Sponsoring dafür gesorgt, dass die Ehrung vor rund 100 geladenen Gästen in einem ansprechenden Rahmen stattfinden konnte. Vertriebsdirektor Franz-Josef Meuthen versicherte in einem vom Leverkusener Journalisten Ingo Schneider moderierten “Taler-Talk”, dass derartiges gesellschaftliches Engagement ganz bewusst unterstützt werde und stellte auch die Bereitschaft in Aussicht, hier als Sponsor weiterhin aktiv zu sein.

Oberbürgermeister Ernst Küchler unterstrich im Rahmen der Talkrunde, die grundsätzliche Bedeutung des Ehrenamtes in heutiger Zeit und verwies auf die erfolgreichen Aktivitäten der Stadt in diesem Bereich. Natürlich sei dabei auch wichtig, Vorbilder heraus zu stellen und eine Anerkennungskultur zu leben. Insofern sei, so Küchler, diese Auszeichnung wichtig und Unterstützung aus der Wirtschaft jederzeit willkommen.

Ratsfrau Irmgard von Styp-Rekowski war Laudatorin für Marcella Dorn. Oft wurde die aus Italien stammende Lehrerin, die mit 17 Jahren nach Deutschland kam, in den vergangenen mehr als 30 Jahren um Hilfe gebeten, wenn einem Kind wegen mangelnder Sprachkenntnisse der Weg in die Sonderschule drohte. Mit dem von ihr 1980 gegründeten “Italienischen Familienverein Leverkusen” konnte sie oftmals helfen. Allerdings bemängelte sie, angesichts der für die Integration unerlässlichen Kenntnisse der deutschen Sprache, wie viele junge Italiener der dritten Generation gerade hier ihre Defizite nach wie vor hätten.

Den Preis wollte sie, die eigentlich ungern im Mittelpunkt steht, nur stellvertretend für ihre Mitstreiter und Mitstreiterinnen annehmen. Gleiches galt auch für Muhamet Abazi, der die Auszeichnung nur zum Teil für sich reklamierte, ihn gleichwohl als große Ehre für sich und die in Leverkusen lebenden Muslime bezeichnete.

Ratsfrau Ingrid Nahl-Höfer hatte in ihrer Laudatio auf die besonderen Verdienste von Abazi als stellvertretender Sprecher im Rat der Religionen und seine integrative Rolle beim Moscheebau in Leverkusen-Küppersteg hingewiesen. Trotz der Auszeichnung will Abazi zunächst in seinem ehrenamtlichen Engagement etwas kürzer treten. “Der Akku ist leer, aber ich komme sicher wieder, versicherte er den Gästen.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Leverkusen blieb den Taler-Empfängern noch ausreichend Zeit zum Gespräch mit Familie und Freunden. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde mit begeisternden Gesangsvorführungen der Jolly Jabber Singers.

Dresden: Schacholympiade im Internet

550 miteinander vernetzte Bretter live im Internet – zum ersten Mal in der Geschichte der Schacholympiade konnten die Spiele weltweit reibungslos ab Beginn verfolgt werden.

Dr. Michael Breidung, IT-Direktor der Schacholympiade und Leiter des Eigenbetriebs IT der Landeshauptstadt Dresden: „Wir sind sehr stolz auf diese Leistung. Die Schacholympiade in Dresden verzeichnet die meisten Spieler, die meisten Schachbretter, und trotzdem hielt die Technik dem großen Interesse stand.“

In der ersten Stunde registrierten seine Mitarbeiter über eine Million Zugriffe auf die Live-Übertragungen. 32 Millionen Dateidownloads wurden am ersten Tag gezählt, 22-millionenmal Schachbretter angesehen, allein 10 Millionen Aufrufe entfielen auf die Homepage.

Am zweiten und dritten Tag gab es jeweils über 60 Millionen Dateidownloads. Zwischen 19 und 20 Uhr war der Andrang am stärksten.

Eine Leitung von 10 Gigabit/Sekunde speist die Partien ins Internet. Das leisten fünf sogenannte Blade-Center mit jeweils mehreren Servern, sowie zweihundert weitere Rechner. Bis zu 50 Techniker der TU Dresden, des Eigenbetriebs IT, von PC-Ware, IBM, EMC, Comvenient, Sun, Sysback, der FIDE und des Deutschen Forschungsnetzes arbeiten hierfür zusammen.

Vorlesetag 2008 in Dresden

Am 20. November 2008 finden im Rahmen des diesjährigen bundesweiten Vorlesetages Veranstaltungen statt. Um 14 Uhr lesen im Hort der 68. Grundschule, Heiligenbornstraße 15, die ehemalige Erzieherin Gisela Teichmann, Eltern der Schülerinnen und Schüler, eine ehemalige Praktikantin, die ehemalige Schülerin der 68. Grundschule Sophia Sommer und Gloria Demme sowie der SZ-Redakteur Heinrich Löbbers.

Die Kindertagesstätte „Am Goldenen Reiter“ auf der Hauptstraße 18 a beteiligt sich auch am Vorlesetag.

Dort lesen ab 11 Uhr die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Christine Clauß, der Sozialbürgermeister Martin Seidel, der Schauspieler Daniel Minetti, der Künstler Fred van Eldijk sowie die Buchhändlerin Maike Beyer von Hugendubel.

Sammlung für Kriegsgräberpflege in Ratingen

Bei der diesjährigen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK) am vergangenen Samstag sind durch die fleißigen Helfer der Reservisten- und Marinekameradschaft Ratingen 570 Euro für die Kriegsgräberpflege zusammengekommen.

Bürgermeister Harald Birkenkamp (2.v.l.) war ebenfalls mit der Sammelbüche zugunsten der Kriegsgräberpflege unterwegs (Foto: Stadt Ratingen)

Unterstützt wurden sie dabei auch von Bürgermeister Harald Birkenkamp, der in seiner Funktion als Vorsitzender des VDK-Ortsverbandes Ratingen ebenfalls in der Innenstadt mit der Sammelbüchse unterwegs war.

Kreisjahrbuch 2009 vom Kreis Düren. Buffalo Bill an der Rur

Auf knapp 200 Seiten bietet das reich bebilderte Buch wieder Lesestoff satt. Zwei Dutzend Aufsätze enthält das jüngste Werk, das die Redaktionsmannschaft um Ludger Dowe und Bernd Hahne traditionell im November vorlegt. Zum Preis von 9,50 Euro ist das Kreisjahrbuch ein Geschenk, mit dem man sich und anderen eine große Freude machen kann.

“Sie haben wieder ein wunderbares Lesebuch über den Kreis Düren geschaffen”, würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn die Arbeit der zahlreichen Autoren im Pressegespräch.

Schwerpunktgemeinde ist diesmal Hürtgenwald. Sechs Beiträge sind der Höhengemeinde gewidmet. Dabei wird der Bogen weit gespannt. Während Bürgermeister Axel Buch seine wald- und wasserreiche Kommune als bevorzugtes Wohngebiet vorstellt, beleuchtet Günther Hieke die Geschichte des Waldes als Wirtschaftsfaktor.

Neben Holz wird im Hürtgenwald auch hochwertiges Papier produziert. So hat die Firma Renker, einziger Industriebetrieb im Kalltal, mit Zerkall-Bütten eine Weltmarke geschaffen.

Die Geschichte des Eifelbaumes in Vossenack, den der ehemalige Beuys-Schüler Pater Laurentius Englisch geschaffen hat, erzählt Bruno Linzenich. Die 40-jährige Geschichte der Franziskaner in Vossenack passiert vor den Augen der Leser ebenso Revue wie die Erfolgsstory der Moto-Cross-Piloten des MSC Kleinhau.

Den Reiz des Kreisjahrbuches macht seine thematische Vielfalt aus. Dabei wird häufig lange Vergangenes lebendig. So reist Achim Jaeger ins Düren des Jahres 1906 zurück, als niemand anderes als der legendäre Buffalo Bill mit seiner Wild-West-Show an der Rur gastierte. Zeitgenössische Reklame preist die “tollkühnsten Reiter der Welt” an, wobei die “Arena des Abends durch drei elektrische Spezialsysteme taghell beleuchtet ist”.

An das tragische Schicksal des Flugpioniers Erich Brammen aus Inden erinnert Helmut Scheuer. 1932 war der junge Mann in China bei einem Unglück ums Leben gekommen, wo er als Fluglehrer fürs Militär arbeitete. Welches Leid die Menschen an der Rur im 30-jährigen Krieg erlitten haben, schildert Peter Staatz. “Wer das liest, sieht unsere Welt mit anderen Augen”, berichtet Historiker Bernd Hahne.

Doch das Buch widmet sich auch erfreulicheren Themen: etwa der Landesgartenschau 1998 in Jülich oder der EuRegionale 2008.

Abgerundet wird das Werk traditionell durch den Rückblick auf die wesentlichen Ereignisse aus den 15 Städten und Gemeinden sowie die Chronik des Kreises Düren.

“Das Buch bietet einmal mehr reichlich spannenden Lesestoff”, empfiehlt Landrat Wolfgang Spelthahn die lehrreiche und kurzweilige Lektüre für lange Winterabende. Erhältlich ist es im Buchhandel sowie im Hürtgenwalder Rathaus und im Kreishaus Düren.

Ehrenamt in Bonn: Freiwilligenagentur

Seit einem Jahr ist die Bonner Freiwilligenagentur “am Netz”. Mit guter Resonanz und Akzeptanz bei den Freiwilligen und den Trägern. Bis zum Stichtag 1. Oktober 2008 wurden bereits 98 Freiwillige in 112 verschiedene Tätigkeiten vermittelt.

Für die Stadt Bonn sind die Bedeutung und der Wert bürgerschaftlichen Engagements besonders wichtig. Der Hauptausschuss hat die Verwaltung mit der Umsetzung eines Konzeptes zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements beauftragt.

Die fünf wesentlichen Bestandteile des Konzeptes sind:
+ Aufbau und Betrieb einer Freiwilligenagentur
+ Öffentlichkeitsarbeit
+ Qualitätssicherung, Supervision, Fort- und Weiterbildung, Projektförderung
+ Entwicklung und Pflege einer “Kultur der Anerkennung”
+ Förderung unternehmerischen bürgerschaftlichen Engagements.

“Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt ändern. Dieses alte afrikanische Sprichwort beschreibt meines Erachtens gut die Bedeutung und die
Wirkung von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement. Hier übernehmen Menschen freiwillig Aufgaben, die niemand von ihnen verlangt oder gar erwarten kann”, so Angelika Maria Wahrheit, Familiendezernentin der Stadt Bonn.

Dabei kann Bürgerschaftliches Engagement auf Ressourcen zurückgreifen, die weder dem Staat noch dem Markt zur Verfügung stehen: freie Zeiteinteilung, lokale Netzwerke, vertrauensvolle Beziehungen und vor allem anderen der Idealismus der Menschen, die sich einbringen.

Ehrenamt ist außerdem keine einseitige Beziehung. “Menschen, die helfen, leisten nicht nur Gutes für andere, sie tun auch sich gut, denn sie erfahren sich neu, fühlen sich gebraucht und geschätzt”, so die Familiendezernentin.

Zu den Bedingungen, unter denen heute Ehrenamt stattfindet, gehört beispielsweise, dass viele Menschen ganz bestimmte ehrenamtliche Arbeit leisten wollen und das in einem genau definierten Zeitrahmen. Und sie erwarten oft einen “Vermittlungsservice”. Hier kommt Freiwilligenagenturen eine wachsende Bedeutung zu. Sie schaffen den Marktplatz bürgerschaftlichen Engagements, den Marktplatz auf dem Angebot und Nachfrage zueinander finden.

Weitere Infos zur Freiwilligenagentur findet man in einem Flyer an den städtischen Informationsstellen oder im Internet der Freiwilligenagentur über www.freiwilligenagentur-bonn.de .

Beispiele für Vermittlungen
Die erste Vermittlung erfolgte an eine Organisation, die im Bereich des mobilen Mahlzeitendienstes tätig ist. Dorthin konnte im Dezember 2007 ein Pfarrer im Ruhestand vermittelt werden, der bis heute für die Organisation Essen an die Kunden liefert und dabei die persönlichen Kontakte zu den Kunden aufrecht hält.

Für einen Schiffsausflug mit sehbehinderten Menschen wurden 14 Freiwillige vermittelt, die durch ihre Begleitung den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Ausflug ermöglicht haben.

Eine Freiwillige mit Erfahrung im Garten- und Landschaftsbau hat bei der Gestaltung eines Spielplatzgeländes mitgewirkt und durch die fachliche Anleitung anderer Beteiligter das Projekt mit umgesetzt.

Die Ehrenamtskarte
Ein erster Schritt zum Aufbau einer Kultur der Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement ist die Teilnahme der Stadt Bonn am Pilotprojekt einer Ehrenamtskarte in Nordrhein-Westfalen. Die Inhaberinnen und Inhaber einer Ehrenamtskarte können Leistungen öffentlicher oder privater Träger in ganz NRW kostenlos oder verbilligt in Anspruch nehmen.
Im Vordergrund steht dabei der Dank für geleistetes Engagement und nicht der Anreiz etwas zu tun.

Um diesen Charakter der Anerkennungskultur hervorzuheben, will auch die Stadt Bonn für die Inhaber der Karten besondere Bonner Angebote bieten. So könnten beispielsweise Karten für Events verlost werden oder Bonn-spezifische Veranstaltung (Empfänge, Ehrungen, Veranstaltungen) in die Angebotspalette aufgenommen werden.

Der Ratsbeschluss wurde in der Sitzung des Rates am 23. Oktober 2008 gefasst. Die vorbereitenden
Arbeiten hat die Verwaltung aufgenommen. Dazu gehören vor allem die Information aller künftig Beteiligten und die Akquise von Einrichtungen, die Vergünstigungen bieten können und wollen.

Hamaland Museum in Vreden: Restaurator Edgar Jetter

Goldene Zeiten können am kommenden Sonntag, 23. November, die Besucherinnen und Besucher des kreiseigenen Hamaland-Museums in Vreden erleben. Der Restaurator Edgar Jetter zeigt am Sonntag, dem 23. November 2008, von 14 bis 17 Uhr, welche Arbeitsschritte beim Vergolden erforderlich sind. Die Vorführung findet im Rahmen der Ausstellung “GRENZENLOS – Zwillbrock und die Missionsstationen an der Grenze” statt, die noch bis zum 11. Januar zu sehen ist.

Die aktuelle Ausstellung rückt die Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Fokus. Zur Zeit von Reformation und Gegenreformation hatte der katholische Glaube in den Niederlanden einen schweren Stand. Um die Katholiken im Nachbarland zu unterstützen, richtete das Bistum Münster direkt an der Grenze mehrere Klöster und Missionsstationen ein, bis heute ist Zwillbrock die bekannteste. Die Ausstellung beleuchtet die historischen Hintergründe und die Geschichte der Stationen zwischen Anholt und Glane, zu denen auch einige auf niederländischen Boden gehören. Als zentrales Beispiel steht das Kloster Bethlehem in Zwillbrock im Mittelpunkt.

Edgar Jetter hat zur Zwillbrocker Barockkirche eine ganz besondere Beziehung. Nach seinem Studium in Stuttgart arbeitete er als akademischer Restaurator am Landesmuseum in Münster und wollte anschließend eigentlich in seine süddeutsche Heimat zurückkehren. Doch dann kam der Auftrag zur Restaurierung der Zwillbrocker Kirche dazwischen und Jetter “blieb in Vreden hängen”. Zwischen 1958 und 1961 lernte er jedes Detail der Barockkirche an der Grenze kennen und sorgte auch an vielen Stellen für neuen goldenen Glanz.

Am Sonntag wird er an zwei Beispielflächen zeigen, wie man Blattgold fachgerecht auftragen kann und wie die Exponate anschließend poliert werden müssen. Außerdem erklärt er, wie sich die Technik des Vergoldens über die Jahrhunderte entwickelt hat und steht natürlich bei Fragen zur Zwillbrocker Kirche Rede und Antwort.

Das Hamaland-Museum in Vreden ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Schüler und Studenten zahlen einen Euro, Familien vier Euro. Führungen sind auf Anfrage möglich. Nähere Informationen zur neuen Ausstellung gibt es im Museum unter der Telefonnummer 02564/39180 oder per Mail.

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