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Flensburg online: Kraniche und Klopfer von Axel Brauns. Eine Buchrezension / April 2005

 

 

 

 

 

 

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Ein Messie ist ein Mensch, der krankhaft besessen jede Art von Müll sammelt und aufbewahrt und langsam aber sicher in den Müllbergen "erstickt".
Internet –
Messie-Selbsthilfegruppe

Müll? Flensburg hat 921 Papierkörbe:
Papierkörbe in Flensburg

Müll-Messie
Sicherheit in den Dingen

Andrea Broszio stellt den Roman "Kraniche und Klopfer" von Axel Brauns vor. Der Autor schildert in seinem Werk das Leben einer müllsüchtigen Mutter, die es ihren Kindern mit ihren Ängsten nicht leicht macht.

   „Lass niemals Klopfer ins Haus. Das wäre das Ende“, ermahnt Carla Adelung ihre Tochter. Klopfer sind böse. Sie stehlen Kostbarkeiten und Kinder, wo sie sie finden können. Das Mädchen soll sich von ihnen fern halten. Leicht gesagt, wenn man 6 Jahre alt ist und in die Schule kommt, wo es von Klopferkindern nur so wimmelt.

Kraniche und Klopfer
Roman von Axel Brauns

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Ein kleines Mädchen wächst auf in einem Haus voller Müll. Adinas Mutter schafft ihn herbei, als handelte es sich um funkelnde Schätze.

Außenseiterin der Klasse

   Adina ist von Anfang an die Außenseiterin der Klasse, die mit den anderen Mädchen nicht Seilspringen darf und von den Jungs täglich verklopft wird. Sie ist schmutzig und riecht schlecht. Niemand weiß, dass sie zu Hause im Müll lebt, denn ihre müllsüchtige Mutter hält die gutbürgerliche Fassade nach außen hin aufrecht. Täglich schleppt sie neue Kisten und Tüten mit „Wie schön das ist“, „Das kann man doch nicht wegwerfen“ und „Das will ich mir noch ankucken“ an und stapelt sie im ganzen Haus. Im Kinderzimmer war sie schon seit Jahren nicht mehr, der Eingang wird fast vollständig von einer Kistenwand versperrt.

Auf dem Weg zu Müllcontainern

   Den ganzen Tag räumt die Mutter auf, doch allmählich dämmert es Adina, dass sie das gesamte Klopferland aufräumt, aber nicht das eigene Haus. Von nun an macht sie sich jede Nacht mit ihrem prall gefüllten Schulranzen auf den Weg zu den Müllcontainern.

   Das Leben der Adelungs war nicht immer so, sondern nahm erst mit dem Tod des Vaters diesen seltsamen Verlauf. Doch Adina lässt sich nicht unterkriegen. Sie hält sich abseits, beobachtet genau und gewinnt durch ihre unerschütterliche Art immer mehr Kraft. Und sogar Klopfer können nett sein, wie die Kranichfrau , die nebenan wohnt und sie regelmäßig mit ins Naturschutzgebiet nimmt, um die brütenden Kraniche zu beobachten und vor allzu vordringlichen Klopfern zu schützen.

Isoliert von anderen Menschen

   „Kraniche und Klopfer“ ist das zweite Buch von Axel Brauns, der als Kind an einer leichten Form des Autismus, dem Asperger Syndrom erkrankte. Wie schon in seinem autobiografischen Roman „Buntschatten und Fledermäuse“ gibt er dem Innenleben eines Menschen, dessen Verhaltensweisen den sogenannten Normalen unverständlich sind, Raum und Erklärung.
„Als Autist nimmt man alles anders wahr. Man weiß nicht, dass es andere Menschen gibt. Man lebt für sich und orientiert sich an Gegenständen.“ In gewisser Weise führt auch Adina das Leben einer Autistin. Isoliert von anderen Menschen, auch von der eigenen Mutter, ohne Berührungen, sucht sie Sicherheit in den Dingen, erforscht jedes einzelne genau und benennt es nach seinen Eigenschaften und den ihm innewohnenden Möglichkeiten. So entstehen poetische und klangvolle Wortschöpfungen: Hüpferstufen, Klackerwecker, bimssteinglücklich und wolkengut. Und wolkengut ist auch dieses Buch über das Anderssein und die Stärke, die darin wohnen kann.                                   Andrea Broszio

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Kraniche und Klopfer von Axel Brauns

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