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50 Jahre Daniel Düsentrieb Ein genialer Erfinder feiert Geburtstag www.flensburg-online.de Text: Wolfgang J. Fuchs / April 2002 |
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Das Ausnahme-Genie Düsentrieb ist ein Ausnahmegenie. Er hat schon die kuriosesten Erfindungen gemacht, vom Dunkellicht über das Schwarzlicht bis hin zur schwebenden Hängematte, vom Materietransmitter über den Schalllöscher bis hin zum gnadenlos gründlichen Angelwurm. Dabei hat er nie Reichtümer angehäuft, sondern ist immer der bescheidene, ganz in seiner Arbeit aufgehende, geniale Tüftler geblieben, der er immer war. Anzeige – Düsentriebs Erfindergeist hat eine Sonderstellung im Kosmos von Entenhausen. Aber er überragt die Mitglieder der Familie Duck nicht nur an Geistes- sondern auch an Körpergröße. Denn er ist groß gewachsen und eher schlaksig, ein Hühnervogel eben. Da er kein Duck mit Entenfüßen ist, zählt er zudem zu den Bewohnern Entenhausens, die nicht barfuß durchs Leben gehen. Daniel Düsentriebs von einem Haarkranz umwölkter Kopf wird obendrein gekrönt von dem charakteristischen gelben Hut, den er vermutlich nicht einmal im Schlaf ablegt. Geburt dauerte 15 Jahre Düsentrieb trägt aber nicht nur Schuhe und Hut, sondern auch in aller Regel eine braune Hose, ein weißes oder hellblaues Hemd und eine schwarze Stoffweste. Das war nicht immer so: Bei seinen ersten Auftritten trug Düsentrieb noch ein rotes Hemd und eine blaue Hose. Düsentrieb ist nicht zuletzt wohl auch deshalb so genial, weil seine Geburt fast 15 Jahre gedauert hat. Für Düsentriebs Aussehen gab es nämlich schon lange vor seiner Zeit und eher zufällig ein Vorbild. 1937 wurde für den geplanten Duck-Film “Interior Decorators” ein Vetter vom Lande gesucht, der Donald nerven sollte. Barks steuerte zur Entwicklung von “Golly Goose” zwei Entwürfe bei, eine dünnere und eine dickere Figur. Der Dicke wurde zu Gus Goose, der bei uns Franz Gans heißt. Die dünnere Gestalt zog sich schmollend in einen Winkel in Barks’ Gedanken zurück und schlummerte dort, bis sie für eine Comic-Geschichte benötigt wurde. Barks hatte in seinen frühen Geschichten mit Donald Duck immer wieder einmal kleinere und größere Erfindungen und Tüfteleien vorgestellt, etwa wenn sich Donald und Nachbar Zorngiebel sehr einfallsreich mit Fußangeln und Selbstschussanlagen bekriegen. Das hatte seinen Grund darin, dass Barks selbst ein Tüftler war. Für die Geschichte "Wie gewonnen, so zerronnen" (in: Walt Disney’s Comics and Stories Nr. 104, Mai 1949) dachte sich Barks eine Möglichkeit aus, wie Donald und die Neffen ein versunkenes Schiffswrack kostengünstig heben könnten. Donald und die Neffen pumpen Pingpongbälle in das Wrack, bis dieses von den Bällen nach oben getragen wird. Jahre später setzte ein skandinavischer Ingenieur diese Methode in die Wirklichkeit um. Obwohl er statt der Pingpongbälle Styroporkugeln benützte, konnte er sich die Methode jedoch nicht patentieren lassen, weil sie ja dank des Erfindungsreichtums von Barks schon längst bekannt war. Als Barks für Heft 140 der Reihe Walt Disney's Comics and Stories im Mai 1952 jemanden benötigte, der Gustav Gans einen seiner glücklichen Zufälle bescherte, ließ er sehr zum Leidwesen von Tick, Trick und Track auf fünf Bildern Daniel Düsentrieb vorbeihopsen. Donalds Neffen erkennen ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn für sie ist er nur “a Guy on a pogo stick” oder auf Deutsch: “jemand auf einer Hüpfstelze.” Düsentrieb möchte hier, mit Hilfe eben dieser Hüpfstelze und eines umgeschnallten "Butterfasses", Sahne in Butter verwandeln, also sozusagen die herkömmliche Herstellungsmethode spielerisch abwandeln. Kein Wunder, dass diese Erfindung nicht funktionieren konnte und durfte. Die Erfindung der Denkkästen Aber
schon im folgenden Heft hatte Daniel dann seine erste Hauptrolle mit
der Erfindung der "Denkkästen", die Tieren das Reden ermöglichten. In
Deutschland erschienen die beiden ersten Geschichten mit Düsentrieb
zwar ebenfalls in zwei aufeinanderfolgenden Heften, nämlich in Micky
Maus Heft 1und 2 von 1953. Ursprünglich wollte Barks Daniel Düsentrieb
nur äußerst selten auftreten lassen. Verbilligte Postzustellgebühr Düsentriebs
Karriere als regelmäßig in eigenen Geschichten auftretende Gestalt begann
1956 in Uncle Scrooge Nr. 13 mit einer ersten eigenen vierseitigen Geschichte.
Von da an war er regelmäßig in Dagoberts Heft vertreten. Ab 1960 gab
es, beginnend mit Four Color Nr. 1047 auch Düsentrieb-Sonderhefte (Barks
Library Special Daniel Düsentrieb). Den Status als Zweitserie bei Dagobert
verdankt Düsentrieb aber nicht etwa einer Laune von Carl Barks, sondern
der amerikanischen Post. Dell Comics, der Verlag, bei dem damals die
Disney-Hefte erschienen, war vom Erfolg der ersten Uncle Scrooge-Hefte
(zum Teil über 1 Million Auflage!) so begeistert, dass Onkel Dagoberts
Erlebnisse regelmäßig erscheinen und auch im Abonnement verfügbar sein
sollten. Voraussetzung dafür war aber das Privileg der “second class
postage”, die verbilligte Portogebühr des Postzeitungsdienstes. Um dieses
vom Postmaster General zu bekommen, musste eine Zeitschrift laut einer
Postverordnung vom 3. März 1879 (!) bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
180 Erfindungen Daniel Düsentrieb ist eine Carl Barks sehr verwandte Seele. Denn fest steht, dass sich all die wunderlichen Erfindungen Düsentriebs letztlich der Tüftler Barks ausgedacht hat. 180 dieser Erfindungen sind allein in der Carl Barks Library aufgelistet. Die Liste geht von A bis Z: von abnehmbaren Wänden über Porträtierkameras und Telefonhörerhalter bis hin zur Zukunftskamera. Aber auch andere Autoren und Zeichner haben inzwischen zum Erfindungsreichtum Düsentriebs beigetragen. So machten etwa italienische Comicautoren Düsentrieb sogar zum Lieferanten von Masken, Flugstiefeln, einem Spezialfahrzeug und sonstigem superheldischem Schnickschnack für Donald Duck alias Phantomias.
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