Flensburg online: DATENSCHUTZ

Gefährliche digitale Krümel
auf Ihrer Festplatte

Die öffentliche Diskussion hinsichtlich des Internet ist von Kinderpornographie, Bombenbauanleitungen und frei zugänglichen Rezepten für Drogen geprägt. Alles wichtige Probleme.
Eher ein Schattendasein führt jedoch ein mindestens ebenso gewichtiges Problem, das sich mit der globalen Datenautobahn ergibt. Es geht dabei um nicht weniger als die grundlegenden Menschenrechte auf Privatsphäre und den Schutz der personenbezogenen Daten vor neugierigen Blicken staatlicher und wirtschaftlicher Stellen.

Längst ist die Gefahr des durch und durch gläsernen Menschen kein Horrorgespinst überbesorgter Datenschützer mehr. Das Internet macht's in dem Maße möglich, wie immer mehr Menschen die weltweite Vernetzung dazu benutzen, um sich zu unterhalten, mit anderen zu kommunizieren, Waren zu bestellen oder einfach nur so ein bißchen rum zu surfen. Sie hinterlassen Spuren. Und eine wachsende Zahl von Web-Servern protokolliert aktiv das Nutzerverhalten.

Warum arbeitet jetzt meine Festplatte?

Ohne daß es der Internet-Benutzer merkt, speichern verschiedene Online-Angebote personenbezogene Daten auf der Festplatte des Anrufers ab. Realisiert wird dieses Erstellen eines individuellen Benutzerprofils durch verharmlosend genannte Cookies (Kekse, Plätzchen). Ein Server, der mit Cookies arbeitet, hinterlegt auf der Festplatte des Anrufers verschiedene Angaben. Und zwar in der Datei COOKIES.TXT, die sich im Netscape SubDirectory befindet. Auch auf Ihrer Festplatte.
In COOKIES.TXT werden Daten über Aktivitäten und Vorlieben des Benutzers abgelegt. Durch eine interne Querverbindung auf eine Datenbank des jeweiligen Servers, den man anruft, können ohne Probleme individuelle Vorlieben, Aktivitäten und vieles mehr festgestellt werden.

So kann mit Hilfe der Cookies ausgelesen werden, welche Aktivitäten man beim letzten Besuch auf dem Server vornahm, welche Seiten man sich anschaute, wie viel Zeit zwischen den Besuchen verstrichen ist und und und. Man übertreibt nicht: Mit Hilfe der Cookies kann das individuelle Anwenderverhalten ohne großen Aufwand festgestellt werden. Denn Cookies sind Daten, Daten des Benutzerverhaltens. "Hallo Herr Meyer", könnte ein Server auf Ihren Bildschirm melden, "Finde ich nicht so gut, daß Sie vorhin auf dem Server xyz waren."

Richtig bedrohlich wird es, wenn sich mehrere Anbieter zusammenschließen und ihre durch die Cookies-Technik gesammelten Daten über das Benutzerverhalten austauschen. Da ist sehr schnell ein ziemlich genaues Persönlichkeitsprofil der einzelnen Anrufer entstanden.

An die Öffentlichkeit kam der Coockies-Mechanismus vor einigen Monaten durch einen Artikel im angesehenen "Wall Street Journal". Damals war es beim Netscape Browser für den Benutzer noch nicht einmal möglich einzustellen, ob er Cookies auf seinem Computererlaubt oder nicht. Mittlerweile kann man den Cookie-Mechanismus ausschalten, um sich vor allzu neugierigen Web-Anbietern zu schützen.

So schaltet man Cookies ab

Über die Hauptmenüleiste vom Netscape-Programm kann man einstellen, ob man automatisch das Erstellen von Cookies erlaubt, oder ob man eine Warnung auf dem Bildschirm erhalten möchte, wenn ein Web-Server ein Cookie setzen will.
Cookie Warnung einschalten So geht's: Wählen Sie "Options" aus der Hauptmenüleiste an und aus dem sich dann öffnenden Fenster "Network Preferences". Dort können Sie bei "Protocols" aktivieren, daß Netscape eine Warnmeldung ausgeben soll, wenn in die Cookie.Txt Datei auf Ihrer Festplatte geschrieben werden soll. Also das Kästchen "Accepting a Cookie" durch einen Mausklick aktivieren. Nun werden Sie zumindest gewarnt, wenn man Ihr individuelles Netzverhalten protokollieren will.

Aber damit haben Sie noch nicht viel im Abwehren neugieriger Zeitgenossen gewonnen, denen es ein Bestreben möglichst, viel über Ihr Verhalten rauszubekommen. Denn was passiert mit eingeschalteter Warnung vor Cookie-Abfragen?
Cookie Abfrage
Jetzt kommt jedesmal, wenn Sie durchs Internet surfen und auf einer Seite landen, die mit Cookies arbeitet, die Netscape-Meldung, daß ein Cookie gesetzt werden soll. Und Sie müssen anklicken, ob Sie das erlauben oder nicht. Wenn Sie der Meinung sind, daß es einen Web-Anbieter überhaupt nichts angeht, auf welchem Server Sie vorher waren oder welche Seiten Sie sich besonders gerne anschauen, dann werden Sie also "Abbrechen" anklicken... und anklicken... und anklicken... und anklicken bis in alle Ewigkeit. Denn Sie werden sich wundern, wie viele Web-Seiten mit Cookies arbeiten, wenn Sie erst einmal wie oben beschrieben in den "Options" vom Netscape einschalten, daß Sie vor Cookies gewarnt werden wollen.

Machen Sie die Cookies dicht

Schutz vor den digitalen Krümeln erreichen Sie dadurch, daß Sie die Datei COOKIES.TXT auf read-only setzen. Damit ist sichergestellt, daß kein fremder Web-Server einfach auf Ihrer Festplatte in diese Datei personenbezogene Daten schreiben kann.
Auf DOS-Ebene können Sie dies mit dem Programm ATTRIB.EXE Ihres MS-DOS Betriebssystems bewerkstelligen. Wechseln Sie in Ihr Netscape Programmverzeichnis. Dort liegt die Datei COOKIES.TXT. Geben Sie den Befehl attrib +R cookies.txt ein (mit attrib /? erhalten Sie eine kleine Hilfe über die möglichen Befehle von ATTRIB.EXE angezeigt).

Innerhalb von Windows 95 können Sie mit Hilfe des Explorers die Attribute einer Datei ändern. Plazieren Sie den Maus-Cursor auf den "Start"-Button und drücken Sie dort dann die rechte (!) Maustaste. Aus dem sich öffnenden Fenster klicken Sie "Explorer" an.
Wandern Sie ins Programmverzeichnis von Netscape. Aktivieren Sie die Datei COOKIES.TXT durch einen einfachen Klick mit der linken Maustaste. Die Datei erscheint invers beziehungsweise hervorgehoben. Drücken Sie dann die rechte Maustaste. Ein Fenster mit den Eigenschaften der Datei öffnet sich. In diesem Fenster können Sie das Kästchen "Schreibgeschützt" durch Anklicken aktivieren. Verlassen Sie das Fenster mit "Ok". Cookie.Txt schreibschützen
In COOKIES.TXT kann nun niemand mehr etwas reinschreiben.

Um zu verhindern, daß die bereits in COOKIES.TXT abgelegten Daten über Ihr Verhalten im Internet ausgelesen werden können, laden Sie die Textdatei vor (!) der oben beschriebenen Änderung als read-only Datei in Ihren Texteditor und löschen alle Einträge. Fügen Sie einfach ein paar Leerzeichen ein und speichern Sie die "leere" COOKIES.TXT wieder als Textdatei ab. Dann setzen Sie COOKIES.TXT auf read-only und können sicher sein, daß damit nichts mehr über Ihr Verhalten gespeichert und ausgelesen werden kann.

Erläuterungen zu den technischen Belangen der Cookies finden Sie bei der Adresse http://home.netscape.com/newsref/std/cookie_spec.html.
Empfehlenswert ist auch noch http://www.ids.net/~oops/tech/make-cookie.html, um sich über Cookies umfassend zu informieren.