Geschichte

Die erste Kamera im Internet

Computer sind toll. Fernsehen ist toll. Noch besser: Mit Hilfe des Computers in die Ferne sehen. Das Internet macht's möglich. Überall auf dieser Welt stehen Kameras, sind mit Computern verbunden und halten ihre Bilder über das World Wide Web bereit. Qualität und Geschwindigkeit lassen zwar noch zu wünschen übrig. Aber seit den Anfängen im Jahre 1991, als zum ersten Mal die Bilder einer Kaffeemaschine aus einem englischen Laboratorium ins Netzwerk eingespeist wurden, hat sich schon vieles verbessert. Und ein Ende der technischen Entwicklung ist nicht abzusehen. Ebensowenig wie die Anzahl von Live-Kameras, die angeboten werden.

Mit einer Kaffeemaschine fing alles an

Angefangen hat das alles mal 1991, als das WWW noch nicht viel mehr als nur ein Glitzern in den Augen einiger Visionäre war, mit einer Kaffeemaschine. Die stand und steht auch heute noch im Computer-Laboratorium der Universität von Cambridge, England.

Dort gab es für 15 Wissenschaftler nur eine Kaffeemaschine im Flur. Kein Wunder also, hatte man gerade frischen Kaffee gebraut, war die Kanne schnell wieder leer, und einige der Forscher bekamen nichts mehr ab, wenn sie mit ihren Tassen zur Maschine angerannt kamen.
Einer der Computer im Laboratorium, der über eine Videokarte verfügte, wurde seinerzeit nicht gebraucht. Und so entstand das Projekt Xcoffee.
Eine Kamera wurde genau auf die Kaffeemaschine gerichtet. Von der Kamera wurden Kabel zum Computer geführt. Und Paul Jardetzky, der mittlerweile für Sun arbeitet, schrieb ein kleines Programm, mit dem alle paar Sekunden eine Aufnahme der Kaffeemaschine geschossen und auf dem Server abgelegt wurde.
Mit einem zweiten kleinen Programm konnte sich dann jeder der Wissenschaftler die Aufnahme als kleines Icon auf seinem Monitor anzeigen lassen. So hatte jeder stets einen Überblick, wann es sich lohnte, seine Tasse zu schnappen, um sich frischen Kaffee zu holen.

Am 27. Januar 1992 erschien in der Zeitschrift "Comm Week" ein Artikel über die gefilmte Kaffeemaschine. Damit wurde ein neuer Trend in Gang gesetzt. Überall auf der Welt entstanden ähnliche Projekte. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Später überarbeiteten Daniel Gordon und Martyn Johnson das ganze System und machten die Bilder von der Kaffeemaschine im Word Wide Web bekannt. Eine Legende war geboren. Seitdem haben Hunderttausende nachgeschaut, wieviel Kaffee noch in der Kanne ist.
Aber eins hat sich seit den Anfängen nicht geändert: Der Kaffee dort soll immer noch schrecklich schmecken. Sie erreichen die Kaffeemaschine unter der Adresse http://www.cl.cam.ac.uk/coffee/coffee.html.

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