Straftaten im Netz

Zwei Extreme markieren die Eckpunkte der Entwicklung des Info Highways. Entweder versinken wir ob der Möglichkeiten einer weltumspannenden ungehinderten Kommunikation im Chaos, weil jeder Kriminelle und Kranke seinen Kaputtheiten frönen kann, oder wir haben am Ende einen alles und jeden überwachenden Big Brother. Wie immer im Leben liegt der richtige Weg in der Mitte.

Die Menschheitsgeschichte ist nicht sonderlich reich an Beispielen, daß die Menschen sich engagiert und mutig für ihr Glück und ihre Freiheit einsetzen. Aber dennoch dürfen wir nicht müde werden, genau dies zu versuchen. Will heißen: Statt die freie Kommunikation, die das Internet bietet, mit dem Holzhammer Zensur von oben zu ersticken, weil Kriminelle sich auch dieser Möglichkeit bedienen, liegt es an der Nutzer-Gemeinde des Internet selber, für Einhaltung und Achtung der grundlegenden Regeln eines erträglichen Miteinander zu sorgen, in der die Freiheit eines jeden einzelnen nur dort seine Grenze findet, wo er die Freiheit, die Würde und ein glückliches Leben des anderen bedroht.

Selbstreinigung besser als Zensur

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat in seinem WWW-Angebot unter der Überschrift "Straftaten im Netz" das Problem sehr gut auf den Punkt gebracht: Der Mißbrauch des Internets für Straftaten und strafrechtlich relevante Kaputtheiten muß natürlich bestraft werden, aber gleichzeitig gilt es, die globalen freien Kommunikationsmöglichkeiten vor Beschränkungen zu schützen. Jeder einzelne Internet-Surfer sollte sich deshalb nicht scheuen, die Polizei zu informieren, wenn ihm fragwürdige beziehungsweise strafrechtlich relevante Dinge wie beispielsweise Angebote von Kinderpornographie über die Telefonleitung laufen. Das hat nichts mit Denunziation zu tun. Sondern es hilft mit, daß auch weiterhin die bislang in der Menschheitsgeschichte einmalige Kommunikationsmöglichkeit über alle Kontinente und Grenzen hinweg erhalten bleibt. Nichts wäre schlimmer, als wenn durch Desinteresse und Trägheit der Nutzer, es einige wenige Verbrecher schaffen würden, daß diese Kommunikationsmöglichkeiten staatlicherseits zensiert werden.

Die Ausführungen des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen zum Problem Straftaten im Netz finde ich äußerst lesenswert:

"Das Internet schafft Verbindungen zwischen Menschen aller Erdteile. Spezielle Verfahrensregeln oder Nutzungsbeschränkungen gibt es im Internet nicht. Eine Kontrolle der Datenwege oder der verfügbaren Daten findet nicht statt. Dies läßt den Nutzern Freiheiten, stellt aber auch Anforderungen an ihre Disziplin.

Nicht alle Nutzer des Internet gehen mit diesen Freiheiten verantwortungsvoll um. Neben speziellen Formen des wirtschaftlichen Betruges ergaben sich zum Teil auch Hinweise auf andere, besonders verwerfliche Straftaten. Hierzu gehören insbesondere das Anbieten von Kindern zum sexuellen Mißbrauch sowie die Verbreitung sogenannter Kinderpornographie, wobei die wehrlosesten und schutzwürdigsten Mitglieder unserer Gesellschaft – die Kinder – zur sexuellen Befriedigung und zur Bereicherung Weniger auf den Stellenwert von Waren und Konsumobjekten reduziert werden.

Tatsächlich stellen diese und andere Formen des strafrechtlich relevanten Mißbrauchs des Internet die Ausnahme dar. Dennoch gilt es, dies im Interesse der Opfer, aber auch des Schutzes freier internationaler Kommunikationsmöglichkeiten zu verhindern. Dies soll unser gemeinsames Ziel sein.

Wirksamer Schutz vor Straftaten und ihre Verhütung sind nicht allein Aufgabe der Polizei, sondern gehen uns alle an. Wie sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie fragwürdige Angebote im Internet festgestellt? Schreiben Sie uns! Lassen Sie uns Ihre Meinung wissen!"

Sie erreichen das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen unter der eMail-Adresse lka@nrw.de. Das WWW-Angebot hat die Adresse: http://www.nrw.de/im/lka