Flensburg online

Virtueller Kinderschutzverein

Mal offen gesprochen

Es gibt viele Kaputtheiten und Deformierungen. Sein freier Wille und die Möglichkeit, sich sein Leben nach Gutdünken einzurichten, führt so manchen in immer düstere Regionen dessen, was sich ein menschlicher Geist an sexueller Betätigung ausmalen kann. Und die vermeintliche Freiheit endet früher als man denkt in zwanghaften Abhängigkeiten nach immer schlimmeren Kicks.

Hier ist nicht der Platz zu grundlegenden Überlegungen, was denn nun gesund und was krankhaft ist. Als grobe Richtschnur kann jedoch gelten: Wenn ein Mann und eine Frau was auch immer in gegenseitigem Einverständnis in ihrem Schlafzimmer treiben, dann soll es nicht groß irgendwelche Moralwächter auf den Plan rufen.

Zwar kann man der Meinung sein, und dieser Ansicht bin ich, daß Pornographie kein Zeichen von sexueller Freiheit ist - eher im Gegenteil, aber ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt, daß es innerhalb der im Kern zwangsmoralischen Gesellschaftsstrukturen stets zu pornographischen Erscheinungen als Ventilfunktion kam.

Ganz anders jedoch verhält es sich, wenn sexuelle Handlungen ohne das bejahende Einverständnis der Beteiligten erfolgen. Wer nicht völlig im Eimer ist, wird deshalb beispielsweise Vergewaltigungen ohne Wenn und Aber ablehnen. Oder ist hier jemand, der die Ansicht vertritt, daß Männer es im Grunde genommen mögen, wenn drei Schwule über einen Mann herfallen und ihn zu seinem vermeintlichen Glück zwingen? Sehen Sie, Frauen geht es ähnlich.

Kampf gegen die Kinderpornographie

Der Höhepunkt der Mißachtung des Gegenüber ist mit der Kinderpornographie erreicht. Unschuldige kleine Kinder zum sexuellen Mißbrauch anzubieten... da fehlt selbst mir Normalneurotiker die Sprache. Denn schließlich werden die schwächsten und wehrlosesten Menschen, die zu ihrer gesunden Entwicklung den Schutz und die begleitende Pflege der Erwachsenen benötigen, auf die Stufe von Konsum- und Sexobjekten reduziert.

Volker Borbe (eMail-Adresse Vborbe@aol.com) ist dabei, einen virtueller Kinderschutzbund aufzubauen, der in den Online-Netzen die Kinderpornographie eindämmen soll: "Verbreitung von Kinderpornographie ist wirklich kein Kavaliersdelikt. Bitte denken Sie daran, daß bei der Herstellung jedes Bildes ein Kind mißbraucht und eine fröhliche Kinderseele zerstört worden ist."

Derzeit arbeitet der Virtuelle Kinderschutzverein noch als Interessensgemeinschaft. Demnächst soll die Vereinsgründung erfolgen. Der Satzungsentwurf für den Verein kann von Interessierten bei Volker Borbe angefordert werden. Vereinszweck ist der Schutz von Jugendlichen vor Gewalt und Pornographie speziell im virtuellen Raum von vernetzten Computersystemen. Er bietet den Mitgliedern die Möglichkeit, sich öffentlich gegen Kinderpornographie einzusetzen.

Gegen die kaputten Auswüchse geht der Virtuelle Kinderschutzverein vor. "Wir wollen vor allem informieren, diskutieren und - wenn es wirklich nötig sein sollte -auch anzeigen. Unser Ziel ist es, immer mehr Menschen davon zu überzeugen, daß sie etwas Unrechtes tun, und daß sie damit für professionelle Händler einen Markt erzeugen, den unschuldige Kinder mit ihrer Jugend und/oder ihrem Lebenbezahlen müssen."