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Flensburg online: Flensburgerin Käte Lassen / Juli 2006

 

 

A N Z E I G E –


Künstlerin
Käte Lassen

Sie hat bereits in jungen Jahren Flensburg verlassen, um sich in der Welt umzuschauen und ihre künstlerischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Die Rede ist von der in Flensburg geborenen Künstlerin Käte Lassen.

Geboren wurde Barta Katharina "Käte" Lassen im Jahre 1880. Insgesamt hatte die nicht gerade arme Familie 8 Kinder. Der Vater, von Beruf Goldschmied, hatte an der Ostseite vom Flensburger Holm ein Ladengeschäft.
Im Jahre 1956, 76jährig, verstarb Käte Lassen.

Eine selbständige Frau,
die ihre Unabhängigkeit liebte

Käte Lassen war — und das war zu der damaligen Zeit mit ihrem Rollenbild der Frau nicht selbstverständlich – eine recht selbständige Frau, die ihre Unabhängigkeit liebte.
In dem Zusammenhang: schrecklich frauenverachtend, daß islamisch ausgerichtete Familien auch in Deutschland noch der Zwangsheirat anhängen oder daß im Namen einer falsch verstandene Religion Mädchen und junge Frauen genitalverstümmelt werden.

Die Lassen-Familie hatte internationale Kontakte von Flensburg nach Holland, England und Norwegen. Mit 16 Jahren verließ Kate Lassen Flensburg. Im Laufe der folgenden Jahre besuchte Käte Lassen die Gewerbeschule in Hamburg und eine Privatakademie in München. Einge Zeit verbrachte sie auch in Kopenhagen, um dann im Jahre 1905 wieder nach Flensburg zurückzukehren.

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Trotz ihrer Liebe zur Stadt Flensburg: Diesen Wandel mit der damit verbundenen Hektik und ständigen Veränderungen, die nicht nur die Gebäude und Straßen, sondern auch die Menschen erfassten, wollte sie nicht das ganze Jahr ertragen. Sie suchte nach einer Gegend, die ihr mehr zusagte und fand sie letztlich im Nordwesten Jütlands. In den Orten Klitmöller, Varupör und Stenbjaerg. Auf der Halbinsel Thy verbrachte sie in den nächsten 40 Jahren die meisten Sommer , immer auf der bildnerischen Suche nach Unverbrauchtem, nach ursprünglichen Gesten, nach dem Wesen von Menschen, die noch nicht durch Taktik und gesellschaftliche Strategie, durch die Jagd nach Wohlstand und Prestige verdorben waren.

Jahrzehntelang hat sie die dort entstandenen Bilder nicht in Dänemark ausgestellt, um zu verhindern, dass andere Maler ihre Landschaft und ihre Menschen entdecken. Was Maler wie Paul Gauguin in der fernen Südsee suchten, fand Käte Lassen offenbar am Rand Skandinaviens. Sie entdeckte , was viele auch heute noch an einfach entwickelten Kulturen fasziniert: Ohne den Überfluss an Geld und Gold, an Gesang, Tanz und Theater, an Essen und Trinken, an Abwechslung und Ablenkung, ohne diesen Überfluss wird das Tun und Streben der Menschen auf wirkliche Grundbedürfnisse ausgerichtet. Auf das Überleben. Auf den Partner. Auf den Nachwuchs. Auf die Familie. Auf das schutzbietende Heim. Auf die das Leben erleichternden Tiere.

So finden sich in ihrer Bilderwelt immer wieder Frauen, die auf ihren Mann warten, der auf See geblieben ist. Es finden sich Familiendarstellungen. Immer wieder zeigt sie die Untergruppen von Familie: Geschwister, Mütter mit ihren Kindern, und irgendwann begann sie, die Haustiere, vor allem Pferde mit in die Darstellungen der Funktionseinheiten des dörflichen Lebens einzubeziehen.

Zuerst als Einzelfall schlich sich eine bildnerische Darstellungsform in ihr Leben, die ihr einmal zu größerer Beachtung verhelfen sollte. Sie arbeitete ab 1910 an religiösen Themen, große Bilder und vor allem Glasfenster für öffentliche Räume und Kirchen. Es entstand ein Fresko für die Heilandskapelle in Weiche und ein religiöses Fresko für das Alte Gymnasium in Flensburg, das allerdings keine positive Aufnahme fand. Es wurde still und ohne Anwesenheit der Künstlerin übergeben.

Während der nationalsozialistischen Jahre wurde es zugehängt, weil es den christlichen Gehalt betonte und nicht so recht die Ideale der Zeit verherrlichte.

Leider ist der Abstand zwischen ihren Werken und den nationalsozialistischen Bilderwelten nicht immer klar erkennbar. Sie war keine politische Mitläuferin, sie war keine politische Künstlerin. Wie viele in der Zeit hat sie sich aber auch nicht klar distanziert. Aus Sicht der direkten Nachkriegsjahre hat sie zumindest in einer immer noch umstrittenen Auftragsarbeit die Grenzen überschritten. Ihr „Schwertertanz“ für die damalige Oberschule Eckernförde wurde 1945 auf Veranlassung der britischen Militärregierung übermalt.

Für Käte Lassen brachte der Ausgang des Krieges eine einengende Folge mit sich: Als Deutsche waren ihr Reisen ins geliebte Dänemark für 5 Jahre verboten.

Als nach der großen Munitionsexplosion im Hafen mehrere Glasfenster der Marienkirche zerstört waren, gab man ihr den Auftrag, neue zu entwerfen.

Sie konzentrierte sich auf Kirchenfenster für viele Gemeinden im Norden des Landes. Diese Arbeit war mittlerweile auch ein klares Bekenntnis zu christlichen Werten. So wurde sie zu einer Erneuerin des religiösen Figurenbildes in Schleswig-Holstein.

 

Sie galt als Skizzenfresser, also als jemand, der sehr viel zeichnet, jede Situation festhält und Hunderte von Blättern in der Woche verbraucht. Dabei entwickelte sie aus dem städtischen Nebeneinander von vielen Armen und wenigen Reichen ein soziales Gewissen, das sie zeitlebens an die Darstellung einfacher, armer, aber auch natürlicher, unverbildeter Menschen band. In der zeitgenössischen Kunstkritik wurde bemerkt, dass ihre Bilder einen gewissen Erdgeschmack hätten.

 

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Was bedeutet Käte Lassen für uns an „ihrer“ Schule heute? Oder anders gefragt: Was kann die Auseinandersetzung mit ihrem Leben und Werk heutigen Schülern vermitteln?

 

Dann: Suche dir deinen Sinn des Lebens, lasse das Leben nicht passiv an dir vorüberziehen, mach nicht nur Pläne, tu was, verwirkliche sie auch!

Aber auch einige ihrer Werke können durch die Konzentration auf wichtige menschliche Bedürfnisse durchaus Orientierung geben: Setz dich mit dem wirklich wichtigen auseinander! Was ist das heutzutage? Bei der Beantwortung dieser Frage muss Schule helfen, denn manchmal erscheint es doch, als ob der Rest der Welt Kindern und Jugendlichen nur noch zuruft: Kaufe ! Kaufe!

Und wenn die Schüler am Ende etwas von dem Erdgeschmack spüren, den Käte Lassen immer suchte, dann ist schon etwas gewonnen.

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