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Ernährung

19-September 2002

Gen-Mais der Firma Syngenta außer Kontrolle –
Greenpeace deckt illegale Felder mit genmanipuliertem Mais in Hessen auf




KLICKS –

www.greenpeace.de

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Bundesgesundheitsministerium

 

Kurz, nachdem Greenpeace auf die Gen-Mais-Felder hinwies, teilte Syngenta mit:

"Das Unternehmen Syngenta betont, dass der Bt-Mais 176, der in der Nähe von Wölfersheim, Wetterau, angeblich illegal angebaut wird, offiziell für Nahrungs- und Futtermittelzwecke zugelassen ist. Dieser Mais ist auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft, der Anbau für die Jahre 2001 und 2002 grundsätzlich genehmigt. (…)
Dennoch nimmt das Unternehmen die Diskussion ernst und wird Vorschläge zur Verbesserung der bisher nicht eindeutig geregelten Prozesse unterbreiten und im Einvernehmen mit den Behörden umsetzen."

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Die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik. Ja und? Interessiert das wen?

Frankfurt a. M./Wölfersheim (ots)- Illegaler Gen-Mais wächst nach neuen Recherchen von Greenpeace auf mindestens drei Feldern in Wölfersheim (Wetteraukreis/Hessen).

   Der Gen-Mais Bt-176 des Saatgut-Konzerns Syngenta darf wegen Sicherheitsbedenken nach geltendem Recht nur in Verbindung mit begleitender Forschung angebaut werden. Syngenta und das zuständige Regierungspräsidium Gießen wussten jedoch nichts über die genmanipulierten Maisfelder, begleitende Forschung fand nicht statt. Insbesondere Syngenta versäumte zu kontrollieren, wo ihre Gen-Saat angebaut wurde. Damit sind die Felder illegal. Ende Juli spürte Greenpeace erstmals in der Region einen heimlichen und illegalen Acker mit Syngenta-Mais auf.

   "Die Gen-Industrie versagt bei der Kontrolle ihrer Gen-Pflanzen", sagt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Sie schert sich nicht einmal um gesetzliche Auflagen und wälzt das Risiko auf Landwirte, Verbraucher und die Umwelt ab.

Die illegalen Äcker zeigen erneut, dass Gen-Saatgut grundsätzlich nicht angebaut werden darf. Syngenta muss jetzt dafür sorgen, dass der Gen-Mais unschädlich gemacht wird und der Landwirt nicht auf dem Schaden sitzen bleibt."

Die Gen-Saat auf den hessischen Äckern ist Teil der 50 Tonnen Gen-Saatgut, die das Bundessortenamt (BSA) in Hannover zum Anbau in Deutschland zuließ. Der Gen-Mais Bt-176, der in Wölfersheim wächst, stammt vermutlich aus Restbeständen des Saatgutes von letztem Jahr. Bislang hat Syngenta nicht dafür gesorgt, die Bestände kontrolliert zu beseitigen. Erst nach dem letzten Skandal Ende Juli begann Syngenta, altes Saatgut zurückzurufen. Das Regierungspräsidium leitete inzwischen ein Verfahren gegen die Firma ein.

"Der Konzern Syngenta vernachlässigt seine Pflichten sträflich. Der illegale Gen-Mais breitet sich unkontrolliert aus und gelangt in Tierfutter und eventuell sogar in Lebensmittel", sagt Strodthoff.

"Obwohl die große Mehrheit der Verbraucher und Landwirte keine Gentechnik auf dem Acker und in Lebensmitteln will, wird sie ihnen von der Gen-Industrie fahrlässig untergeschoben."

Der Mais Bt-176 bildet durch Genveränderung ein Insektengift, das jedoch nicht nur unerwünschte Insekten wie den Maiszünsler tötet, sondern zum Beispiel auch die Raupen von Schmetterlingsarten gefährdet. Zudem enthält der Bt Mais ein Gen, das ihn gegen Antibiotika widerstandsfähig macht. Über Tierfutter und Lebensmittel kommen Antibiotika Resistenzgene im Darm in Kontakt mit Krankheitserregern, die ebenfalls immun gegen Antibiotika werden können. Ärzte warnen davor, dass die Behandlung von Patienten immer schwieriger wird, da die Antibiotika durch die zunehmende Resistenzen wirkungslos werden.

 

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