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Flensburg online: Mount Everest in Nepal muß vom Müll gesäubert werden / Januar 2006

 

 

 

Abfall
Müll, Zelte, leere Sauerstoffflaschen und Lebensmittelverpackungen machen eine der interessantesten Landschaften unseres Planeten zur höchstgelegenen Mülldeponie.

 

 

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Lärm kann Ursache für Erkrankungen sein

 

 

 

Umwelt
Der höchste Müllplatz auf diesem Globus

Nepal verordnet Säuberung des Mount Everest.
Höchster Müllplatz der Erde als Umweltbombe

DIEItalienische Umwelttechnik hält Hochgebirge sauber
Erster Einsatz von Earth an Everest und K2


(Foto: actelios.it)

Mailand (pte/28.07.2006/13:55) - Der zur Mailänder Industriellenfamilie Falck gehörende Umwelttechnikhersteller Actelios http://www.actelios.it hat ein speziell für Hochgebirgsregionen entwickeltes Müllentsorgungsverfahren vorgestellt. Mit der Ecological Activity for Refuse Treatment at High-Altitude (Earth) kann der Abfall auch bei geringer Sauerstoffkonzentration und ohne die Zufuhr von elektrischer Energie um 97 Prozent reduziert werden. Das in Kooperation mit dem Nationalen Forschungsrat CNR http://www.cnr.it entwickelte Verfahren ist besonders für Gebiete mit hoher Bergsteiger- und Trekking- Frequenz geeignet. Der CNR betreibt seit 1990 ein Observatorium am K2.

"Herzstück der Anlage ist ein 1.400 Kilogramm schwerer, mit einem Partikelfilter der neuesten Generation ausgerüsteter Ofen", erklärt Actelios-Hauptgeschäftsführer Roberto Tellarini. Eine normale Campinggasflasche bewirkt die Entzündung, während ein Luftrad für die Sauerstoffkompression und Verbrennung sorgt. Von einem Kilogramm Müll bleiben zum Schluss nur 30 Gramm Asche übrig, die leicht nach dem Abstieg ins Tal entsorgt werden können."

Earth wird im September erstmals am Fuß des Mount Everest auf 4.300 Metern und im Central Karakorum National Park (K2) auf 3.400 Metern Höhe zum Einsatz kommen. Das Entsorgungssystem kann ohne fremde Hilfe von der Lokalbevölkerung betrieben werden. Dazu Tellarini: "Es handelt sich um eine Weltneuheit, die unseren großen Einsatz auf dem Gebiet der Entsorgungstechnik und umweltschonenden Wirtschaftsentwicklung bestätigt. Das weitgehend autonome Verfahren ist im Gletschergebiet des Mont-Blanc auf 3.480 m Höhe erfolgreich erprobt worden. Die Anlagen sind transportabel und leicht zu montieren, da keines der Bauteile mehr als 20 Kilogramm wiegt."

Eine Untersuchung des Sagarmatha Pollution Control Committee hat ergeben, dass allein am Basislager auf der Südseite des Mount Everest jährlich 12,8 Tonnen Müll entstehen. Das entspricht der Lademenge von vier Güterbahnwagen. Ähnlich sei trotz weitaus weniger Tourismus die Situation am K2. Auf der nepalesischen Seite des Himalaja-Gebirges seien allein in den letzten fünf Jahren 811 Expeditionen abgewickelt worden.

Actelios ist eine auf Umwelttechnik und erneuerbare Energien spezialisierte Tochter des Mailänder Stahlproduzenten Falck, die unter andrem eine Müllverbrennungsanlage in der Nähe von Reggio Emilia betreibt. Das 144 Mitarbeiter zählende Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 81,9 Mio. Euro und einen Reingewinn von 4,6 Mio. Euro erzielt. (Ende)

Foto: pixelquelle.de / pk
   Die höchste Müllkippe der Welt auf dem Mount Everest
   Foto: pixelio.de / pk

Schon Sir Edmund Hillary hat zugegeben bei seiner Erstbesteigung Abfall zurückgelassen zu haben. Doch was damals noch ein Einzelfall war, ist heute zu einem echten Problemfall geworden. Umweltaktivisten haben den Sagarmatha (so der lokale Name für den Mt. Everest) National Park im Himalaya auf die Liste der gefährdeten UNESCO Weltkulturerbe-Regionen gesetzt, da sich die globale Erwärmung dort besonders heftig auswirkt.

Unmengen von Müll.
Und jedes Jahr wird es schlimmer

Darüber hinaus sorgen die Mengen von Müll für ein echtes Umweltproblem, das jährlich schlimmer wird. Hunderte Bergsteiger versuchen Jahr für Jahr ihr Glück am Everest und hinterlassen ihre Spuren.

Die nepalesische Regierung hat auf das Umweltproblem reagiert und verlangt für jede Expedition eine Art "Pfandgebühr", die erst dann rückerstattet wird, wenn der Müll wieder zu Tal getragen wird. Hinzu kommen reine Expeditionen zur Reinigung der Berglandschaft. Träger werden dafür bezahlt den Abfall ins Tal zu schaffen. Waren es in den ersten 30 Jahren nur 150 Bergsteiger, die den Everest bezwungen haben, verzeichnete das Fremdenverkehrsamt im Jahr 2001 diese Zahl in einer einzigen Woche. Bisher haben 2.249 Menschen den höchsten Berg bestiegen. Vor wenigen Wochen schafften es 45 Bergsteiger an einem einzigen Tag.

Im Jahr 2005 landete erstmals ein Helikopter auf dem Mount Everest

Die nepalesische Regierung hat für Bergsteiger nun vorgeschlagen, auf Plastik und Glasgefäße zu verzichten und stattdessen Metallcontainer zu verwenden, die im Land selbst recycelt werden sollen. "Es sind aber nicht so sehr die Bergsteiger, die uns Kopfzerbrechen bereiten", so Summit Baral vom Nepalesischen Fremdenverkehrsamt. Auch die normalen Touristengruppen bringen Müll in die entlegenen Regionen. Allein im Vorjahr besuchten rund 379.000 Reisende das Himalaya-Gebiet in Nepal. Erst Anfang des Jahres 2005 landete erstmals ein Helikopter auf dem Dach der Welt. Der lokale Dharmapath Youth Club nannte das Unterfangen ein "Verbrechen gegen Nepal und einen Schlag ins Gesicht gegen die Werte des Bergsteigens".

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Geld oder Natur?

Für die Nepalesen stellt sich nun die Frage, dem zahlungskräftigen Publikum aus aller Welt zu widerstehen oder die Bergwelt zur Massentourismus-Destination werden zu lassen. "Der Everest ist immer noch nicht für jeden so einfach zu bezwingen: jedes Jahr lassen zwischen fünf und zehn Bergsteiger ihr Leben am höchste Berg", argumentiert George Martin von EverestNews.com. Dies sei zumindest ein Zeichen dafür, dass Ausdauer erforderlich ist, das Dach der Welt zu bezwingen.

Siehe auch Mülldeponie so groß wie Mitteleuropa im Pazifik


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"Die Kletterer haben den Mount Everest in die höchstgelegene Müllhalde der Welt verwandelt." sagte Edmund Hillary bereits im Jahre 1993

"Das Matterhorn stinkt, das kann sich niemand vorstellen. Es riecht nach der Pisse und dem Kot der vielen Leute, die da rumklettern."
Reinhold Messner am 22.8.1993 im "Express"

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   Mount Everest
Mount Everest - Todeszone