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Flensburg online: Deutschlands bekanntester Räuber: Schinderhannes / Dezember 2003

Schinderhannes

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Als Schinderhannes und seine Bande vor Gericht stehen, dauert das Verlesen der Anklageschrift 2 volle Tage.

Schinderhannes stirbt am 21. November 1803 durch die Guillotine in Mainz. Insgesamt 40.000 Menschen kamen zur Hinrichtung.

Verfilmt wurde der Stoff 1958 mit Curd Jürgens in der Rolle des Schinderhannes und Maria Schell unter der Regie von Helmut Käutner.

Der Film basiert auf dem Bühnenstück "Der Schinderhannes" von Carl Zuckmayer (1896-1977) - Uraufführung des Schauspiels: 1927 in Berlin

 

Der Mythos Schinderhannes bis in unsere heutige Zeit rührt wohl vor allem daher, weil es der Schinderhannes verstand, die einfache Bevölkerung in seinen Bann zu ziehen.

So nutzte er beispielsweise den Antisemitismus aus, indem er vorgab, nur reiche Juden auszurauben, der einfache Bauer aber habe von ihm nichts zu befürchten.
Tatsache ist aber, dass auch einfache Bauern vor ihm und seiner Bande nicht sicher waren.

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Sein Haß gegen die Juden mit einer Legende begründet

Als Begründung, warum meist Juden die Opfer der Schinderhannes-Bande waren, gab Schinderhannes an, dass seine Eltern von einem Juden um ihr ganzes Vermögen gebracht worden seien.
Vermögen? Der Vater von Schinderhannes war Abdecker (damals Schinder genannt). Der Beruf des Abdeckers hatte keinen guten Ruf. Ein Abdecker mußte totes Vieh "abdecken" (= vergraben), nachdem er dem Tier die Haut abgezogen hatte. Der Vater galt als arbeitsscheuer Mensch.
Die Mutter vom Schinderhannes war ein Bauernmädchen.

Vermögen? Die Familie mußte Ende 1783 wegziehen. Eine Art Flucht. Denn seine Mutter hatte einen Leinwand-Diebstahl begangen. Da sie bereits wegen Brennholzdiebstahl vorbestraft war, hatte sie eine harte Bestrafung zu erwarten.
Wir können also die Behauptung von Schinderhannes, seine Familie sei durch Wucher eines Juden um ihr ganzes Vermögen gekommen, als Legendenbildung einstufen, mit dem Schinderhannes seinen Haß gegen Juden zu begründen versuchte.

Weil sie ihr eigenes Leben nicht im Griff hatten, mußte der Zorn und die Enttäuschung auf andere projiziert werden. Die Juden waren das Opfer.

Für Juden werden keine Kirchenglocken geläutet

In dem Zusammenhang ein trauriger Vorfall, der die Nächstenliebe der Christen beleuchtet: Als in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1800 Schinderhannes den jüdischen Händler Wolf Wiener in Hottenbach überfiel, ausraubte und mißhandelte, weigerte sich der Bürgermeister des Dorfes, der durch einen Nachbar über den Überfall informiert worden war, die Sturmglocke zu läuten. Seine Begründung: Die Kirchenglocke wird nur für Christen, nicht aber für Juden geläutet.

 

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Räuberhauptmann
Schinderhannes

England hat seinen Robin Hood.
Ihn kennt die ganze Welt.
Deutschland hat seinen Schinderhannes. Unser Räuberhauptmann raubte. Aber er war weder ein Wohltäter für die Armen noch ein wirklicher Freiheitskämpfer. Der Räuberhauptmann wollte die politischen Verhältnisse nicht ändern, sondern sich nur persönlich bereichern.

Am 21. November 1803 um 13.oo Uhr wird Deutschlands bekanntester Räuber, der Schinderhannes, in Mainz öffentlich hingerichtet. Zu der Hinrichtung des in der Bevölkerung beliebten Räuberhauptmannes kommen nach zeitgenössischen Schilderungen 40.000 Menschen.

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In dem Prozeß, der im damals französischen Mainz am 24. Oktober 1803 vor einem Spezialgericht gegen 68 Angeklagte begonnen hatte, wurden allein dem Schinderhannes insgesamt 53 Verbrechen zur Last gelegt. Die Verlesung der Anklageschrift dauert ganze zwei Tage.

Das Gericht verurteilt den Schinderhannes ebenso wie 19 seiner Komplizen zum Tode. Die Richter halten Schinderhannes für 3 Morde, 20 Raubüberfälle und 30 Diebstähle überführt.

"Krieg den Palästen. Friede den Hütten"

Vor diesem tödlichen Ende unter der Guillotine in Mainz hatte JOHANNES BÜCKLER, den man Schinderhannes nannte, zur Zeit Napoleons mit seiner Räuberbande gegen Ausbeuter und Franzosen-Freunde im Hunsrück gekämpft. Man befand sich damals nach der französischen Revolution in einer Zeit des Umbruchs. Und der Schinderhannes und seine Bande führte einen blutigen Kampf für den Schutz der Unterdrückten... wirklich?

Gefängnis wurde zur Jugendherberge

Während seiner Haft in der ersten Jahreshälfte 1799 in Simmern – heute befindet sich in dem ehemaligen Gefängnis eine Jugendherberge – reifen im Schinderhannes die Pläne für eine eigene Bande. Im Gebiet zwischen den Flüssen Nahe und Rhein will er ein eigenes Reich aufbauen. Mit ihm als Herrscher. In den folgenden Jahren "residiert" der Schinderhannes in Kallenfels, Hahnenbach und Birkenfeldermühle an der Nahe.

Entgegen so mancher Legende sollte nicht übersehen werden, dass Schinderhannes kein politischer Rebell oder gar Freiheitskämpfer war. Er wollte die Verhältnisse nicht ändern. Sein Ziel war die persönliche Bereicherung.
Die Bauern und Bürgern in den Dörfern hielt er durch massive Drohungen oder Geldzuwendungen in Schach. Auf Zuruf sozusagen überfiel er ihm von Bauern "angezeigte" Wucherer und Geldschneider.

Schinderhannes und seine Bande verkauften auch sogenannte "Sicherheitskarten". Wer nicht überfallen und ausgeraubt werden wollte, mußte sich mit einer solchen Sicherheitskarte vor dem Zugriff der Bande schützen. Eine alte Form der Schutzgeld-Erpressung.

Der Stern von Schinderhannes
beginnt zu sinken

Im Jahre 1801 überfällt Schinderhannes mit seiner Bande den jüdischen Kaufmann Seckel Löw in Staudernheim. Erstmals regt sich Widerstand in der Bevölkerung, die dem beliebten Kaufmann mit Waffen zu Hilfe eilt. Schinderhannes und seine Männer müssen sich zurückziehen.

Schinderhannes merkte wohl, dass seine Zeit vorbei war. Anfang 1802 gibt er auf: Eigentlich wollte er ein bürgerliches Leben beginnen, aber fast wird er verhaftet. Er muß untertauchen. Einen Ausweg sieht er darin, dass er sich als Soldat bei der deutschen Armee verdingt. Doch er wird von jemandem erkannt und bei den Behörden verraten – immerhin war auf die Ergreifung vom Schinderhannes eine gute Belohnung ausgesetzt.

Wer war jener Johannes Bückler, den man Schinderhannes nannte? Diese Frage findet Antwort in dem reich bebilderten Buch "Schinderhannes-Chronik" des Mainzer Autors Dr. Peter Bayerlein.
War der Schinderhannes ein Gewaltverbrecher und Mörder? Oder müssen wir ihn eher als schelmischen Helden sehen?

Als Sohn des Abdeckers geboren

Geboren wurde der Schinderhannes im Jahre 1778 als Sohn eines armen Abdeckers in Mühlen (Taunus). Abdeckerssohn = Schinderssohn. Und wegen seinem Vornamen Johannes Schinderhannes genannt.

Ursprünglich stammte sein Vater aus der Ortschaft Merzweiler im nördichen Teil der Rheinpfalz. Ab 1787 lebte die Familie wieder in Merzweiler. Der Schinderhannes geriet schon früh auf Abwegen. Bereits als Kind und später auch als Jugendlicher fiel er wegen Diebstählen auf.

1795 wurde der Schinderhannes als 17-Jähriger wegen dem organisierten Diebstahl von Hammeln verhaftet. In der Nacht konnte er aber über das Dach des Rathauses entfliehen.
Als Dieb auf der Flucht führte er ein unstetes Leben und von 1796 - 1802 erlangte er mit seinen Taten außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft Bekanntheit in der Gegend um Saarbrücken und Mainz.

In der Bevölkerung steigt das Ansehen des Schinderhannes. Manche sehen ihn mit dem Teufel im Bunde. Je nach Gefahrenlage seiner Verfolgung wechselt der Schinderhannes vom linken auf das rechte Rheinufer. Er tarnt sich mit einem Bauchladen als "Krämerjakob" oder "Jacob Ofenloch".

Schinderhannes 1958 mit Curd Jürgens verfilmt

Ein Stoff wie der rund um den Räuberhauptmann Schinderhannes schreit natürlich nach einer Verfilmung.
Das Thema Schinderhannes wurde 1958 mit Curd Jürgens in der Rolle des Schinderhannes und Maria Schell unter der Regie von Helmut Käutner verfilmt. DVD: Schinderhannes

Der Schinderhannes lebt aber nicht nur in Büchern und im Film weiter – auch in den Tourismus-Prospekten der Hunsrück-Gemeinden führt er ein munteres Leben. Die Orte, an denen der Räuberhauptmann "gewirkt" hat, sind bis heute Anziehungspunkte für die Reisenden geblieben. Aufregend dort zu sein, wo der Schinderhannes sich versteckte und lebte.

Bequeme Online-Bestellmöglichkeit:

Bücher:

Schinderhannes und seine Bande

Schinderhannes-Chronik.
von Peter Bayerlein

Schinderhannes
von Gerd Fuchs

DVD: Schinderhannes aus dem Jahre 1958 mit Curd Jürgens

Robin Hood –

Robin Hood - König der Diebe
DVD mit Kevin Costner

Die Abenteuer des Robin Hood
DVD mit Errol Flynn


Buch:
Robin Hood
von Rosemary Sutcliff

Computer-Spiel:
Robin Hood - Defender of the Crown


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