Anzeige -

Flensburg online: Verkaufsoffener Sonntag - 2. Oktober 2005

Lesen Sie heute die Gedanken von Andreas Gütter zum verkaufsoffene Sonntag am 2. Oktober 2005 in Flensburg

 

Anzeige –

Andreas Gütter
• zu den 1-Euro Ramschläden in Flensburgs Guter Stube
• zur Frage, ob Flensburg wieder eine Straßenbahn bekommen soll

 

InfoSeite über Flensburgs Südermarkt

Einkaufen
Verkaufsoffener Sonntag
am 2. Oktober 2005 in Flensburg

Männer tragen schwere Tüten durch die Fußgängerzone, im Gesicht einen Ausdruck trauriger Resignation. Kinder baumeln an den Händen ihrer Mütter, wehrlos werden sie von Boutique zu Boutique geschleift. Frauen graben sich durch Wühltische, Kleiderständer und Sonderangebote. Es ist verkaufsoffener Sonntag in Flensburg.

Bestes Herbstwetter

   Menschenmassen wälzen sich über den Holm und durch die Große Straße, umrahmt von Aktionsflächen, Informationsständen, musizierenden Indianern und schlagzeugspielenden Kindern. Und das bei bestem Herbstwetter!

Blick in den Holm beim verkaufsoffenen Sonntag Oktober 2005
Am 2. Oktober 2005 war verkaufsoffener Sonntag in Flensburg

Alle jammern. Aber alle kaufen ein?

   Als ich diesen Sonntag durch die Stadt gegangen bin, habe ich mich schon ein wenig gewundert. Da stöhnt die Wirtschaft allenthalben, dass der Deutsche an sich kein Geld mehr ausgibt. Die Konsumbereitschaft habe sich verringert, so heißt das wohl im Wirtschaftsdeutsch. Und wenn man den Menschen auf der Straße fragt, so wird er antworten, es sei alles teurer geworden, man müsse sparen, sparen und nochmals sparen.

Drei Jahre nach Halbierung
unseres Vermögens

   Im Jahr des Hartz IV und rund drei Jahre nach der Halbierung unseres Vermögens durch die Einführung des Euro hat keiner mehr Geld, das er einfach mal so für sich ausgeben könnte. Schon gar nicht in Flensburg, wo die Arbeitslosigkeit permanent an der Himmelsgrenze kratzt.

Blick auf Flensburgs Südermarkt beim verkaufsoffenen Sonntag, am 2.10.2005
Tütenträger + Tütenlose unterwegs auf dem Südermarkt

2 Klassen beim flanierenden Volk

   Umso verwunderlicher ist es da, dass am verkaufsoffenen Sonntag in Flensburg die Fußgängerzone dicht bevölkert war mit Menschen, Menschen, Menschen. Vereinzelt auch einige Hunde, die angesichts derartiger Beinmassen schon ein sehr strapazierfähiges Nervenkostüm brauchten. Auf den zweiten Blick aber erkannte der geneigte Beobachter doch einige gravierende Unterschiede. Wenn man sich das flanierende Volk mal so anschaute, erkannte man zwei Klassen: Zum einen die Tütenträger, die mehr oder weniger hemmungslos dem Konsum frönten, zum anderen die Tütenlosen, die sich in der Menge badeten, die vom Konsum träumten und sparten.

Anzeige -

Aber auch unter den Tütenträgern gab es unterschiedliche Gruppen. Da gab es zum einen die Designertütenträger mit Tüten von Peek und Cloppenburg, Leder Meißner oder sonst einem Designerfachgeschäft. Und daneben gab es die Vertreter der Verbrauchertütenträger, die sich mit Tüten von Aldi, Lidl und C&A schmückten. Aber eines war ihnen beiden gemeinsam: Sie trugen die Tüten wie Trophäen in der Gewissheit, dass die Tütenlosen ihnen neidvoll hinterher schauten.

Text + Fotos: Andreas Gütter


Flensburg online      eMail an "Flensburg online"

Impressum    Kleinanzeigen    Sitemap    Blog

Anzeige -
Google Chromecast bequem online bei Amazon bestellen

Google Chromecast HDMI Streaming Media Player GA3A00032A07